Fr, 15:00 Uhr
20.05.2011
Alles für die Wirtschaft?
Straßenausbau für Steinbruchbetreiber kostet den Steuerzahler 800.000 Euro Der nunmehr als Planung im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens vorliegende Ausbau der Straße zu den Steinbrüchen am Rüsselsee am Naturschutzgebiet Himmelsberg zwischen Woffleben und Appenrode stößt auf großes Unverständnis des BUND Kreisverbandes Nordhausen.
Sinnloses Geld (Foto: BUND)
Als völlig unverhältnismäßig bezeichnet Christian Darr, Sprecher des Kreisverbandes, die als Sanierung deklarierte Verbreiterung des Transportweges von 3,5 auf über sieben Meter. 27 Bäume mit zum Teil erheblichem Stammumfang sollen dem Vorhaben zum Opfer fallen. Nicht nur der naturschutzfachliche Eingriff hinsichtlich der damit legalisierten Zerschneidung eines FFH- Gebietes ist ein Frevel ersten Ranges, so Darr.
Die Anhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung von derzeitig 30 km/h auf 60 km/h wird die Gefährdung für Radfahrer und Spaziergänger, die diesen Weg zur Kelle oder nach Appenrode rege nutzen, enorm erhöhen. Die Strecke wird von einer Anliegerstraße für vier Familien zur Durchfahrtsstraße. Dem Argument, der Ausbau würde den Anliegern und der Verkehrssicherheit dienen, kann der BUND nicht folgen. Während für die Sanierung von Kreis- und Gemeindestraßen das Geld fehlt, wird hier einem Industriezweig, der den Gips größtenteils nach Niedersachsen schafft, mit dem Straßenausbau die Argumentation für die Erweiterung des Tagebaus gebahnt.
Angesichts der immer wieder vom Bürgermeister der Gemeinde Ellrich betonten prekären Haushaltslage eine nicht nachvollziehbarer Entschluss der Ellricher Stadtverordneten, zumal auch die Kommune ihren finanziellen Beitrag zum Vorhaben leisten muss.
Sinnloses Geld (Foto: BUND)
Darr verweist auch auf die als Wanderweg deklarierte Verbindung unterm Himmelberg. Im krassen Gegensatz steht die eher einer Schotterpiste ähnelnde Gestaltung des Wegenetzes zur touristisch überregional beworbenen Kelle, einer durch Verbruch entstandenen Höhle im Gipskarst von spektakulärem Ausmaß. Der von der Stadtverwaltung Ellrich auf diesem Weg verwendete, grob strukturierte Bitumenschotter ist weder standortgerecht, noch lässt er eine gefahrlose Nutzung zu. Von den qualitativen Anforderungen an ein Wanderwegenetz in einem Naturpark Harz ist man hier meilenweit entfernt, resümiert der BUND-Sprecher.
Große Sorgen bereitet dem Umweltverband auch die mit dem Straßenausbau am Himmelberg verbundene höhere Frequentierung der Straße durch PKW und andere Fahrzeuge. Wir wissen, so Darr, dass die Wildkatze den Korridor auf Grund der gut erhaltenen und verzahnten Landschaftsstrukturen nutzt. Von dem als Verkehrsopfer zu beklagenden Fischotter ganz zu schweigen. fügt er hinzu. Wir werden alles daran setzen, damit diese unsinnige ökonomische und ökologisch nicht vertretbare Variante des Straßenausbaus nicht zum Tragen kommt. Der BUND kündigt weitere Aktionen an.
Autor: nnz
Sinnloses Geld (Foto: BUND)
Als völlig unverhältnismäßig bezeichnet Christian Darr, Sprecher des Kreisverbandes, die als Sanierung deklarierte Verbreiterung des Transportweges von 3,5 auf über sieben Meter. 27 Bäume mit zum Teil erheblichem Stammumfang sollen dem Vorhaben zum Opfer fallen. Nicht nur der naturschutzfachliche Eingriff hinsichtlich der damit legalisierten Zerschneidung eines FFH- Gebietes ist ein Frevel ersten Ranges, so Darr. Die Anhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung von derzeitig 30 km/h auf 60 km/h wird die Gefährdung für Radfahrer und Spaziergänger, die diesen Weg zur Kelle oder nach Appenrode rege nutzen, enorm erhöhen. Die Strecke wird von einer Anliegerstraße für vier Familien zur Durchfahrtsstraße. Dem Argument, der Ausbau würde den Anliegern und der Verkehrssicherheit dienen, kann der BUND nicht folgen. Während für die Sanierung von Kreis- und Gemeindestraßen das Geld fehlt, wird hier einem Industriezweig, der den Gips größtenteils nach Niedersachsen schafft, mit dem Straßenausbau die Argumentation für die Erweiterung des Tagebaus gebahnt.
Angesichts der immer wieder vom Bürgermeister der Gemeinde Ellrich betonten prekären Haushaltslage eine nicht nachvollziehbarer Entschluss der Ellricher Stadtverordneten, zumal auch die Kommune ihren finanziellen Beitrag zum Vorhaben leisten muss.
Sinnloses Geld (Foto: BUND)
Darr verweist auch auf die als Wanderweg deklarierte Verbindung unterm Himmelberg. Im krassen Gegensatz steht die eher einer Schotterpiste ähnelnde Gestaltung des Wegenetzes zur touristisch überregional beworbenen Kelle, einer durch Verbruch entstandenen Höhle im Gipskarst von spektakulärem Ausmaß. Der von der Stadtverwaltung Ellrich auf diesem Weg verwendete, grob strukturierte Bitumenschotter ist weder standortgerecht, noch lässt er eine gefahrlose Nutzung zu. Von den qualitativen Anforderungen an ein Wanderwegenetz in einem Naturpark Harz ist man hier meilenweit entfernt, resümiert der BUND-Sprecher. Große Sorgen bereitet dem Umweltverband auch die mit dem Straßenausbau am Himmelberg verbundene höhere Frequentierung der Straße durch PKW und andere Fahrzeuge. Wir wissen, so Darr, dass die Wildkatze den Korridor auf Grund der gut erhaltenen und verzahnten Landschaftsstrukturen nutzt. Von dem als Verkehrsopfer zu beklagenden Fischotter ganz zu schweigen. fügt er hinzu. Wir werden alles daran setzen, damit diese unsinnige ökonomische und ökologisch nicht vertretbare Variante des Straßenausbaus nicht zum Tragen kommt. Der BUND kündigt weitere Aktionen an.


