eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Do, 13:54 Uhr
08.02.2001

KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora wird sich verändern

Gedenkstaette Nordhausen (nnz). Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau eines neuen Verwaltungs- und Museumsgebäudes in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora begonnen werden. Dafür werden das Land und der Bund rund drei Millionen Mark bereitstellen. Das neue "Lern- und Dokumentationszentrum" soll Bestandteil einer völligen Umgestaltung des Geländes der Gedenkstätte sein. Bereits im Jahr 2004 soll das neue Gebäude stehen und eine neu konzipierte Ausstellung auf einer Fläche von 500 Quadratmeter - das Doppelte der jetzigen - aufnehmen. Außerdem sollen eine Bibliothek und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Gedenkstätte geschaffen werden.
Dazu wird das bisherige Verwaltungsgebäude abgerissen, das schon lange nicht mehr den Anforderungen einer effektiven Forschungsarbeit entsprach. Bevor die Arbeiten auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte überhaupt beginnen können, muß die Stadt Nordhausen wesentliche Vorarbeiten leisten. Da muß das entsprechende Baurecht hergestellt werden. Eine komplizierte Aufgabe, gerade im Außenbereich. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) sicherte der "Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora" dabei die volle Unterstützung zu. Verlagert werden muß der Hundesportplatz. Dessen Terrain befinde sich auf dem ehemaligen Gleiskörper und der einstige Ankunftsrampe, konstatierte Stiftungsdirektor Dr. Volkhard Knigge (nnz-Foto).
Der Neubau soll zwischen den Stollen und dem eigentlichen Lager entstehen und wie eine Klammer die historischen Spuren zusammenführen. "Die neue Konzeption wird das Ziel haben, das gesamte Lager in seinen Ausmaßen für die Besucher lesbar zu machen, sowohl ober- als auch unterirdisch. Damit wird die derzeitige Puzzlesituation ein Ende haben", erläuterte am Vormittag Knigge. Im Mittelpunkt der neuen Ausstellung soll nicht die Raketenproduktion, sondern das eigentliche Spezifikum der Geschichte des KZ stehen: Mittelbau-Dora als Versuch der Untertageverlagerung der deutschen Rüstungsindustrie und die dabei praktizierte rücksichtslose Ausbeutung der Häftlinge, deren Tod einkalkuliert wurde. Das Museum und die Gestaltung des Geländes sollen verdeutlichen, daß es sich nicht um einen Ort der Technikfaszination, sondern des Gedenkens und der Auseinandersetzung mit der Geschichte handelt.
Volkhard Knigge zeigte sich besonders erfreut über die Tatsache, daß sich an dem im September ausgelobten Wettbewerb 130 Architekten aus mehreren europäischen Ländern beteiligt hatten. Die Siegerarbeit soll im Mai bekanntgegeben werden.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)