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Di, 12:12 Uhr
03.05.2011

Zuhause gefunden

Er lebt noch – jener Verein in Nordhausen, der sich um die Etablierung eines IFA-Museums „kümmern“ will. Heute hatte dessen Vorstand in das nun endgültige Domizil für Mensch und Technik eingeladen. Es ist wie die Rückkehr in die Heimat...

Zuhause gefunden (Foto: nnz) Zuhause gefunden (Foto: nnz)

Um es vornweg zu sagen: Hier gehört der Verein eigentlich hin, auf das Gelände der einstigen IFA. Lange wurde gesucht, wurden Standorte gesucht. Aufmerksame nnz-Leser erinnern sich noch an die Versuche mit dem alten Heizwerk auf dem Gelände der Fachhochschule. Die 60 Mitglieder des Vereins fühlen sich als „IFA-Museum – Nordhausen am Harz“ hier sehr wohl. „Hier“, das ist das Gelände des jetzigen IKL. Gespräche zur Etablierung des Museums an diesem Standort gab es in den zurückliegenden Wochen auch mit der Stadtverwaltung sowie mit dem Stadrat.

Rund 100.000 Euro werden pro Jahr erforderlich sein, um das Museum „zum Laufen“ zu bringen und am Laufen zu halten. Der größte Teil davon wird für Miet- und Betriebskosten verbraucht und bedarf somit einer kommunalen Beteiligung. Meinen die Macher. Diese Beteiligung jedoch ist sehr umstritten, was sich auch in der Diskussion in der jüngsten Sitzung des Stadtrates zeigte. Und da ging es „nur“ um einen Zuschuss von 10.000 Euro für den „Anschub“.

Zuhause gefunden (Foto: nnz) Zuhause gefunden (Foto: nnz)

„Man wird um eine Unterstützung für das Museum nicht umhin kommen“, so Helmut Peter, der einen achtköpfigen Vorstand anführt. Und für das Kulturamt der Stadt solle es nicht nur um Mozart oder Bach gehen, sondern auch um die Tradition einer Industriegeschichte, die vor allzu nicht langer Zeit nahezu jede Familie in und um Nordhausen herum tangierte. Der Verein besitzt jetzt schon einen Fundus, der nicht zu unterschätzen sei und der für die Zukunft erhalten werden müsse. Und dann ist da noch der Wert des Fundus, der einmal in das Ex-Kulturhaus auf einer Ausstellungsfläche von knapp 1.800 Quadratmeter gezeigt werden soll: Der Verein schätzt ihn bislang auf rund eine halbe Million Euro.

Rund 20 Mitglieder des Vereins kümmern sich nun fast täglich um die Aufarbeitung des musealen Materials, damit um eine besondere Art der Geschichtsaufarbeitung. Stammtisch nennen die „Fanatiker“ das.

Hans-Joachim Port, der Chef des IKL, verweist auf eine Kulturkonzeption der Stadt, in der seit Jahren von einem Technikmuseum die Rede sei. Das IKL bringt sich als Bildungsträger auch mit vielen anderen Facetten in die Unterstützung des Vereins ein. An der Seite stand und steht das Jobcenter des Landkreises Nordhausen.

Für rund zwei Jahre wollen die Mitglieder des Vereins die Hoheit über das Museum innehaben. Dann könnte sich die Kommune darum kümmern. „Der Tabakspeicher kann auf Dauer kein Technik- und Industriemuseum“, sagte Port. Auch müsse man sehen, dass neben der IFA die anderen einstigen DDR-Unternehmen mit ihrer Geschichte repräsentiert werden. Das alles in der Gesamtheit müsse der Nachwelt erhalten bleiben.

Vorstellungen gibt es parallel zu einer museumspädagogischen Arbeit mit Schulen oder Kindergärten. Hier wolle der Verein seinen Beitrag liefern, die Hoheit für eine inhaltliche Konzeption könne jedoch nur von der Kommune ausgehen, sagte Port auf Nachfrage.

Noch ist mit der Kommune, mit dem Nordhäuser Rathaus, nicht alles in Sack und Tüten. In erster Linie wird es aktuell und in den kommenden Wochen um das „liebe“ Geld gehen. Einfach wird es nicht, denn letztlich bekommt Nordhausen im nächsten Jahr schon ein stadthistorisches Museum, dessen letztendliche Bausumme durchaus noch variieren könnte. Letztlich muss es weiterhin Gespräche geben, deren Ausgangspunkt momentan die Visionen einiger Verrückter sind.

Einen Beitrag dazu gibt es jetzt auch bei nnz-tv
Autor: nnz

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Kommentare
NDH987
03.05.2011, 13:23 Uhr
100.000 €
sollen von der Stadt jährlich für ein Museeum aufgebracht werden? Es wird schon Geld für eine Bibliothek aus dem Fenster geworfen. Ich glaube es gibt in der jetzigen Zeit bessere Verwendungsmöglichkeiten der Mittel.

Mit 100.000€ könnte z.B. die Tafel ein Jahr alle Bedürftigen versorgen! Soll doch der achtköpfige Vorstand unter Vorsitz des Herrn Peter diese Summe aufbringen. Tipp: Ein Luxusauto verkaufen und schon hat man das Geld für das Museum.
Der Roland
03.05.2011, 13:44 Uhr
Geld spielt doch keine Rolle...
... vor allem, wenn es sich um Steuergelder handelt. Brauchen wir wirklich eine neue Bibliothek im Zeitalter von Kindle und Co, von Internet und Google-Books? Diejenigen, die nicht wissen, was eine Mail ist, die bestimmen doch in diesem Stadtrat. Kein Wunder, wenn da Millionen für eine Bibliothek draufgehen, wo man doch eine Zusammenarbeit mit der FH hätte haben können.

Aber nein, die Stadträte ködert man mit einem schicken Sitzungssaal und die Rathaus-Mitarbeiter sich selbst mit kostenlosen Parkmöglichkeiten.

Und zur Tafel: Die sollen sich doch mal kümmern, damit sie ihre Familien ernähren. Arbeit gibt es doch - glaubt man denen da Oben genug. Aber es ist ja so einfach, Essen serviert bekommen, und den Rest in vollen Beuteln nach hausen schleppen.

Wer schließlich mehr als drei Millionen Euro jährlich für ein Theater ausgibet, von dem nicht mal 500 Nordhäuser im Schnitt gebrauch machen, der kann auch noch 100.000 für ein Museum zur Verfügung stellen.
Nörgler
03.05.2011, 14:21 Uhr
da machen leute mal was
und sofort wird denen eigennutz unterstellt. wie teuer muss denn das auto sein, damit beim verkauf 100.000 euronen rausspringen, ihr neumalklugen? und nun wieder zurück in die hängematte, kornpulle raus und sat1 gucken...
TeeEff
03.05.2011, 20:16 Uhr
Ja wir brauchen eine Bibliothek!
denn viele Dinge sind digital einfach nicht verfügbar, oder sind nur für die Kosten wie etwa ein normales Buch zu erwerben!
Digital-Rights-Mangement und Content-Mafia mal so als Stichwörter...
Zusätzlich kosten Lesegeräte gutes Geld.
Bifiwurst
03.05.2011, 20:25 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema
Janko
03.05.2011, 22:46 Uhr
"nur 500 nordhäuser...
...nutzen das theater"...???

aus welcher quelle kommt denn dieser ausgemachte unsinn? stammtischparole? dummenfang? realitätsverlust? sturheit, blödheit, schulabbruch? unkenntnis?

man verzeihe mir meine harschen worte - nein, wird man sicher nicht, egal: "nur 500 nordhäuser nutzen das theater"...?

in der spielzeit 2010/2011 verzeichnete das theater nordhausen mehr als 90.000 besucher. soll ich Ihnen eine taschenrechner reichen, roland, dann können Sie selbst ausrechnen, was "90.000 : 500" ergibt?

ich erspare Ihnen die mühe, für den fall, dass Sie keinen taschenrechner besitzen oder bei der hand haben: in einer spielzeit hätte jeder Ihrer "500 nordhäuser" 180mal ins theater gehen müssen, also öfter als jeden zweiten tag im monat.

von den 90.000 theaterbesuchern abgesehen: allein die sondershäuser schlossfestspiele, welche dieses jahr mit "der barbier von sevilla" aufwarten, rechnen mit knapp 7000 besuchern.
und noch mehr als das: außerhalb dieser besucherzahlen engangiert sich das theater in großen sozialen bereichen.
im theaterjugendclub finden mehr als 50 kinder und jugendliche eine sinnvolle freizeitbeschäftigtung.
theaterpädagogen bieten workshops und bildung in schulen an.
im seniorentheater engangieren sich fast 20 spieler zwischen 55 und 78.
die schultheatertage präsentieren an vier tagen zwei dutzend schultheaterproduktionen.
die benefizgala für die opfer der erdbeben in japan besuchten 450 besucher (ja, an Ihren "500" fehlen leider 50, lieber roland) und spendeten so gemeinsam fast 9000euro.

soll ich fortfahren?
das theater ist nordhausens letztes überregionales aushängeschild, kultureller und touristischer magnet und einer der größten regionalen arbeitgeber- wenn man schon von der kulturellen und sozialen bedeutung nichts weiß oder wissen will, weil's über den eigenen begriffshorizont geht.
alles nichts wert? alles nur "für 500 nordhäuser"?
von soviel dummheit und ignoranz wird mir schlecht.

achso- es gibt noch ein zweites bedeutendes nordhäuser produkt. den doppelkorn. "prost, roland", rufe ich da nur, "der scheint Ihnen näher zu sein als ein kulturbetrieb".

man darf ja kulturell desinteressiert sein. das will ich niemandem nehmen. aber deshalb museen oder theatern die existenzberechtigung absprechen- es sei ja "nur für 500 nordhäuser": ich kann mich in solche denkstrukturen einfach nicht hineinfühlen. das geht mir völlig ab.
Wolfi65
03.05.2011, 23:20 Uhr
Keine Zukunft...
für ein Unternehmen, welches nicht so richtig in die soziale Marktwirtschaft gepasst hat. Um eigene Standorte im Westen zu erhalten, hat man den Standort Nordhausen sterben lassen.

Motorenbau im großen Stil in Nordhausen ist nur noch Schall und Rauch. Tausende Mitarbeiter dürfen sich nun in den gebrauchten Bundesländern verdingen, oder sind der Langzeitarbeitslosigkeit ausgeliefert, mit allen Konsequenzen.
Da tröstet ein Museum nur wenig über die Tatsache hinweg, daß Nordhausen einmal ein Industriestanort war.
Aber vielleicht wird ja mal ein Wunder geschehen?!
Retupmoc
04.05.2011, 09:06 Uhr
Dummheit
500 Nordhäuser nutzen das Theater? Für so eine Aussage müssten Sie bestraft werden. Die 500 Leute sind in einer Vorstellung drin. Das Theater arbeitet hervorragend und hat was mit Kultur zu tun. Das trifft übrigens auch auf Museen und Bobliotheken zu. Wissen Sie was hier abgschafft gehört? Leute wie Sie, die mit Handys, Mails, PC`s usw. unsere Umwelt vergiften und das Denken abschaffen.

Durch dieses unsäglichen Quatsch wird ja unsere Jugend versaut. Unsere Jugendlichen denken doch das Heine, Schiller und Thomas Mann berühmte Halfpipe - Piloten sind oder bei Google arbeiten. Bildungsnotstand. Armes Deutschland. Nein für Kultur und Bildung keinen Cent ausgeben. Deutschland schafft sich ab. Und das ist auch gut so.
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