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Fr, 11:07 Uhr
22.04.2011

Ein Wochenende voller Erlebnisse

Der "Südharzer FamilienSpielTag – Das Generationen-Fest bei KNAUF" feiert Anfang Juni Premiere in Rottleberode. Dafür wird das parkähnlich angelegte Freigelände der Firma "KNAUF Deutsche Gipswerke KG" in eine einzigartige Erlebniswelt für Groß und Klein verwandelt...


Auf einer Fläche, die 20 Fußballfeldern entspricht, erwartet die Besucher am 4. und 5. Juni 2011 eine bunte Attraktionsvielfalt. Viele Kreativangebote, Sportaktionen, und ein umfangreiches Bühnenprogramm laden zum Verweilen und Mitmachen ein. Spaß für alle Besucher steht beim Südharzer FamilienSpielTag im Vordergrund.

Die Fußballer von SV Wacker Rottleberode und FSV Wacker 90 Nordhausen veranstalten an beiden Tagen Fußball-Turniere. Die Harzer Sportgemeinschaft wird am Sonntag Beachvolleyball-Turniere auf Rasenfeldern ausrichten und im Kugelstoß- und Leichathletikbereich können die Besucher den Thüringer Kugelstoßmeister, Andreas Schultz, herausfordern. Sportler der Abteilung Leichtathletik aus Rottleberode betreuen die Spaßolympiade mit Disziplinen wie "Mikadospeerwurf" oder "Gummistiefel Werfen" sowie das "Lokomotiv-Wettziehen" mit der originalen Werkslok von KNAUF. Ein Riesenspaß für Jung und Alt.

Ein weiteres Highlight ist der Länderkampf im Boxen zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen, ausgerichtet von den Athleten der "Abteilung Boxen" des Nordhäuser Sportvereins. Diese präsentieren auch ein "Boxcamp" für die Besucher. In allen Wettbewerben gibt es tolle Preise zu gewinnen und dabei geht sicher niemand leer aus.

Auf der Bühne mit dabei sind Christian Rau und Fredy Conrad, die bekannten Kinderliedermacher aus Berlin. Der Thüringer Grillmeister und Kinderbuchautor Andreas Rummel begeistert mit seiner berühmten Grillshow "Fire Food Fun". Eine Theatergruppe, verschiedene Bands sowie Musikschulen und –vereine und Gymnasien aus Sangerhausen, Nordhausen und Rottleberode lassen garantiert keine Langeweile aufkommen. Samstagabend wird ein Höhenfeuerwerk die Besucher verzaubern.

Eine besondere Aktion stellen die "Schirmparaden" dar. Kinder können tagsüber selbst Schirme zum Thema "Frieden und Gerechtigkeit" gestalten und anschließend bei der »Schirmparade« zeigen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion »Umbrellas for Peace« von dem amerikanischen Künstler und Friedensaktivisten, Matt Lamb. Möglich macht diese Aktion die "Deutsche Matt Lamb Gesellschaft" deren Vorsitzende Silvia Schmidt zugleich Abgeordnete des Landkreis’ Mansfeld-Südharz im Deutschen Bundestag ist.

Der historische Jahrmarkt, die großen Maskottchenparaden und die Strohhüpfburg im "Südharzer Ökoareal" lassen ebenfalls keine Wünsche offen. Genauso wenig wie der "Zirkus Klatschmohn" aus Halle, das Rockmobil aus NRW – Deutschlands ungewöhnlichster Proberaum – und der Quad-Parcours der Firma "Heck Motorsport" aus Nordhausen.

An beiden Tagen ist, abgesehen von Essen und Trinken, alles im Eintrittspreis enthalten. Die Besucher zahlen an der Tageskasse nur vier Euro (Kinder bis 12 Jahre zwei Euro) und können sämtliche Attraktionen und Angebote ganztägig kostenlos genießen. Sogar die Zuckerwatte!

Ein besonderer Dank gilt allen regionalen und überregionalen Partnern, Vereinen sowie dem "Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz". Auch den über 800 Mitwirkenden der beteiligten Sport- und Kulturvereine und Initiativen sei an dieser Stelle gedankt. Nur durch ihre Unterstützung wird der "Südharzer FamilienSpielTag2 zu einem Familienfest, das allen Gästen lange in Erinnerung bleiben wird.

Karten sind im Vorverkauf bei der Kreissparkasse Mansfeld-Südharz und an den Tageskassen erhältlich. Weitere Informationen unter www.familienspieltag.de.
Autor: nnz

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Kommentare
Thommy
23.04.2011, 01:31 Uhr
Generationen in der Abbauwüste
Mir fiel kein passenderer Titel ein. Knauf macht Werbung für ein Generationen-Familienfest und sprengt nebenbei den Alten Stolberg weg. Menschen der Region, die ihre Region und ihre Natur erhalten wollen, sollten sich davon distanzieren.

Erläuterung für alle, die den Alten Stolberg nicht kennen: Naturschutzgebiet (?) mit einzigartigen Gräsern, Planzen, kuscheligen Wegen, Pfaden im Wald; hier und da ein paar Fledermäuse, ein paar Kröten ..., naja, ihr müsst selbst entscheiden, was wichtig ist.
Wolfi65
23.04.2011, 08:53 Uhr
Rohstoffe
Das ist immer so eine Sache mit dem Rohstoffabbau. Einerseits will man an die Rohstoffe kommen, welche der Erde abgerungen werden müssen und andererseits will man die Natur erhalten. Das alles verbirgt ein für und wieder. Aber nur ganz nebenbei.

Die Firma Knauf ist auch im Raum Rübeland tätig und sprengt dort auch ganze Berge weg. Irgendwann ist der Alte Stolberg verschwunden und es kehrt wieder Ruhe ein.
Dann kann man von Nordhausen bis nach Rottleberode schauen, ohne dass noch ein Berg stört.

Die Heimkehle wird man dann nur noch von alten Aufzeichnungen kennen und die Thyra wird ein neues Biosphären Reservat in Beschlag nehmen. Aber das werden die heutigen Südharzer nicht mehr erleben.
Bodo Schwarzberg
23.04.2011, 16:19 Uhr
Erlebnis Gipsabbau!
Ein solcher Kinderspieltag unter Federführung von Knauf ist an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Knauf weiß ganz genau, dass es mit seiner "Arbeit" in wenigen Jahren Landschaft zerstört, die über Jahrmillionen geformt wurde. Mit derartigen Spaßtagen will der Konzern potemkinsche Dörfer inszenieren, dem zu einer Kraterlandschaft führenden Abbau etwas Menschliches, Schönes und Buntes gegenüberstellen. Kinder müssen dabei als lachende Außenwerbung herhalten. Eine solche Veranstaltung ist angesichts der gewaltigen Zerstörungen durch Knauf zynisch. Niemand sollte dorthin gehen, wenn er nicht gerade gegen Knauf protestieren will.

Übrigens wird der Eindruck potemkischen Dörfer noch dadurch verstärkt, dass sich der Tagebau von der Straße Uftrungen-Rottleberode her harmlos ausnimmt. Knauf hat im sprichwörtlichen Sinne am Westabhang des Alten Stolberg eine begrünte Fassade aufgebaut. Die ausgedehnte Kraterhölle dahinter sieht nur der, der sich die Mühe macht, den Karstwanderweg von der Heimkehle in Richtung Kalkhütte zu begehen.
Aber Knauf ist aufmerksam: So wurde ich selbst von Knaufeigenen Förster vor einigen Jahren intensiv ausgefragt, als ich im Rahmen meiner Kartierungsarbeit auch im Alten Stolberg zutun hatte. Selbst bei der TLUG in Jena erkundigte sich der Konzern nach mir. Daraus schlussfolgere ich, dass das schlechte Gewissen von Knauf recht groß ist. Ausdruck dafür ist ein bunter Spielenachmittag vor einer begrünten Steinbruchwand.

Mal sehen, ob sich unsere die Orchideen liebende Frau Oberbürgermeisterin Rinke, den lustigen Nachmittag nicht entgehen lässt, wie schon vor einigen Monaten den Neujahresempfang bei Knauf, damals unter dem ebenso zynischen Motto: "Knauf verbindet" (= zwei Bundesländer: Das Abbaufeld liegt in Thüringen, die Verwaltung des Steinbruchs hingegen in Sachsen Anhalt).

Übrigens bin ich erfreut, dass sich meine zwei Vorkommentatoren unter den vielen Infos in dem NNZ-Beitrag ausgerechnet das Thema Gipsabbau herausgepickt haben. Das spricht für eine gestiegene Sensibilität gegenüber dieser Art des Raubbaus.

Da der Gipsabbau zu den zerstörerischsten Einwirkungen auf unsere Landschaft gehört, lade ich alle diesem gegenüber kritischen Leser zu unserer nächsten BUND-Zusammenkunft in das Vereinshaus Thomas-Mann in Nordhausen ein (10.05. um 18:30). Wenngleich es derzeit kaum möglich ist, bestehende Abbauverfahren zu stoppen, so ist es wichtig, weitere Begehrlichkeiten der Gipsindustrie rechtzeitig zu erkennen und in die Archivkeller unter dem Label "erledigt" zu verweisen. Weiterhin muss ein wachsames Auge darauf gerichtet werden, dass es nicht noch einmal zur Erweiterung von Abbaufeldern über die Köpfe der Menschen und Gemeinden hinweg, wie zwischen Niedersachswerfen und Appenrode geschehen, kommen kann. Dazu muss hinterfragt werden, ob wir Naturgips überhaupt noch in derartig großem Maße brauchen.

Wir würden uns über aktive Miitstreiter sehr freuen.

Übrigens: Das Gebiet außerhalb des Knaufschen Abbaufeldes bzw. Bergeigentums ist Naturschutz- und FFH-Gebiet. Obwohl es hier gegenwärtig keine unmittelbare Gefahr eines Abbaus gibt, sollte man der Industrie, (siehe Erweiterung des Steinbruchs Rüsselsee) keinesfalls trauen.

Noch ein Vorschlag an Knauf: Warum veranstelten Sie nicht mal einen Erlebnistag im Steinbruch?


Bodo Schwarzberg
Der Roland
23.04.2011, 17:12 Uhr
Gips und mehr
Oh Mann, ich kann das Geheule der Leute über Knauf nicht mehr hören und nicht mehr lesen. Vermutlich wohnt zum Beispiel Herr Schwarzberg, der Behüter der Natur, in einer Erdhöhle, springt jeden Morgen in die Zorge, um sich zu waschen und grast dann die Wiesen ab, um sich zu ernähren.

Ich kenne Knauf ein wenig. Im Gegensatz zu anderen Gipsabbauenden Unternehmen in der Region, wird der Rohstoff auch hier bearbeitet. Eine ganze Region (130 Arbeitsplätze in Rottleberode) lebt von der Firma, die sich - ebenfalls im Gegensatz zu anderen - um die Rekultivierung kümmert.

Und übrigens: Die Knauf-Leute sind nicht einfach so losgegangen, und haben angefangen, nach Gips oder sonst was zu buddeln. Da gibt es ein Bergrecht, da gibt es Verordnungen und Auflagen. All das haben Menschen beschlossen, die irgendwann einmal gewählt wurden.

Vielleicht nicht von ihnen, Herr Schwarzberg, aber das kann ihnen ja in Ihrer Erdhöhle nachhaltig egal sein. Ich frage mich nur, woher sie ihren PC haben und was mit dem anschließend passiert. Vermutlich ist der dann auf einer Müllkippe in der dritten Welt zu Gast, um dort auseinandergenommen zu werden. Nachhaltig.

Ich bin, das will ich hier auch sagen, gegen einen exzessiven Abbau von Rohstoffen. Dann aber muss auch gesagt werden, wo sich Mensch überall einschränken soll und muss. Und dafür sollte man sein, nicht gegen alles...
Annett Deistung
23.04.2011, 18:02 Uhr
Orchideen brauchen den Gipsabbau
Ersteinmal - Der Fa Knauf wünsche ich viel Erfolg, denn die Gemeinschaft braucht Industrie. Schön wenn die Industrie etwas für die Gemeinschaft tut.

Das Holzwerk in Rottleberode lebt vom Waldbau und da wird auch gefällt, was das Zeug hält - siehe Südwesthang am Kohnstein. Doch das sieht kaum einer, wie zerfahren die Wanderwege dort sind und ganze Hänge jetzt kahl stehen. Wo sind denn da die Naturschützer? Nur über das Offensichtliche wird gern diskutiert.

Warum wollen die Naturschützer vor Ort bloß überall Orchideen schützen? Es gibt in Woffleben einen Steinbruch voller Orchideen. Nur dieser Steinbruch wird nicht durch FFH-Richtlinien und NSG-Status gesichert und somit fließen auch keine Gelder, die dann Herr Schwarzberg mit seiner Truppe Freiwilliger zum Aufräumen der Natur ausgeben kann.

Ich bin kein Befürworter von Tagebauen und freue mich, dass der Steinbruch vor Ort sich selber rekultiviert - ohne Naturschützer und manchmal durchzogen von Motocrossspuren, aber so Artenreich. Leider weiß ich, dass das Abbaufeld jederzeit wieder geöffnet werden könnte, bei Bedarf - das sollte man verhindern.
Bodo Schwarzberg
23.04.2011, 18:39 Uhr
Lieber Herr "Roland"
Als erstes: Ich habe gedacht, hier bei der NNZ gibt es nur noch Gipsabbaugegner. Da ich das nicht so ganz glauben kann, freue ich mich über Ihre kritische Nachricht.

Ich möchte mich nun einigen Ihrer Passagen näher zuwenden: Wenn man sie zwischen den Zeilen liest, dann ist sie aus Sicht der Gegner des Gipsabbaus sogar positiv: Denn Sie schreiben gleich zu Beginn vom "Geheule der Leute". Damit bringen Sie ja zum Ausdruck, dass Sie sich in einer Gesellschaft (=Leute) von Gegnern des Gipsabbaus sehen, die das auch noch lautstark zum Ausdruck bringen ("Geheule").

Beides gibt mir Mut. Denn tatsächlich haben Sie recht: Zwischen Stempeda und Ellrich finden Sie angefangen von der Bevölkerung bis hin zu fast allen Bürgermeistern kaum jemanden, der dem Abbau nicht zumindest sehr kritisch gegenüber steht. Vor einigen Jahren hat das eine Menschenkette am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz eindrucksvoll bewiesen.

Zweitens muss ich Sie aber leider doch kritisieren: Denn dass ich in einer Höhle schlafen möchte, davon habe ich gar nichts geschrieben. Wo steht das? Sich gegen Gipsabbau zu wenden, hat absolut nichts mit dem Schlafen in einer Höhle zu tun.

Ich verweise hier bezüglich meiner Grundeinstellung auch auf jüngste Beiträge und Stellungnahmen, z.B. zum Statement der OB zu Sundhausen oder zum Solarpark Werther. Sie können offenbar nur zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden. Das Leben aber ist zu kompliziert, als bloß in diesen Kategorien zu denken und zu argumentieren.Im Übrigen geben Sie mir gewiss recht, dass der Reiz unserer Landschaft und deren Anziehungskraft für den Tourismus gewiss eher weniger von Kohnstein und Co herreührt. Sonst würde Knauf ja seinen lustigen Nachmittag in den Steinbruch verlegen.

Natürlich: Knauf beschäftigt, wie Sie sagen, 130 Menschen. Dass diese für den Abbau sind, ist verständlich und nachvolliehbar und ich akzeptiere es. Mit dem Arbeitsplatzargument als "Totschlagargument" sollte man aber lernen, nicht jede Form von Naturzerstörung zu rechtfertigen. Bitte vergessen Sie nicht, dass wir ohne intakte Natur weder leben noch wirtschaften können. Ohne intakte Natur gibt es demzufolge auch keinerlei Arbeitsplätze.

Wenn Sie sich die Statistischen Jahrbücher anschauen, dann ist übrigens zu erkennen, dass umweltgerechte Wirtschaftsweisen in Deutschland und der Welt immer mehr Arbeitsplätze schaffen. Wir sollten ein neues Denken zulassen und alte, durch die globale ökologische Situation längst überholte Denkweisen über Bord werfen.

Ich gehe davon aus, dass Sie meinen Beitrag genau gelesen haben. Darin steht nämlich auch, dass ich mir der Tatsache bewusst bin, dass Knauf im Alten Stolberg auf Grund der Rechtslage in Thüringen kaum zu stoppen sein wird. Der Gipsindustrie muss aber stets bewusst gemacht werden, dass Sie bei Neuaufschlüssen mit massivem Widerstand zu rechnen hat. Hierzu gibt es übrigens auch Beschlüsse auf kommunaler und Kreis-Ebene, wie Landrat Claus erst jüngst auf einer Veranstaltung der mittelständischen Unternehmer, übrigens zum Thema Naturpark, bestätigte.

Ich gebe Ihnen allerdings darin recht, dass sich Knauf, ganz im Gegensatz zu anderen, um die Rekultivierung kümmert. Und als Botaniker weiß ich, dass Steinbrüche floristisch nicht nur negativ zu bewerten sind. Diese Tatsache aber sollte nicht zur Rechtfertigung einer Naturzerstörung herhalten, die allein deswegen fragwürdig ist, weil Reha-Gipse heute bereits in so großer Menge in der Industrie anfallen, dass Naturgipse kaum noch notwendig wären.

Der Kohnstein beherbergte einst eine Vielzahl hochgradig bedrohter Arten: Gips-Fettkraut, das weltweit nur im SSüdharz vorkommt, Alpen-Gänse-Kresse, Brillen-Schötchen, Spieß-Weide und Dutzende andere. Diese sind dort verschwunden. Neue Orchideen finden Sie dort auch keine. Im Übrigen stellen Orchideen nur eine sehr kleine Gruppe bedrohter Arten dar. Da ich den Kreis Nordhausen flooristisch karrtiert habe und auch zur neuen Thüringer Roten Liste Zuarbeit geleistet habe, weiß ich, wovon ich spreche.

Übrigens: Sie verweisen auf die Rechtslage zum Gipsabbau, auf Beschlüsse und so weiter: Dann sprechen Sie doch mal bitte mit Vertretern jener Gemeinden, die dem Steinbruch Rüsselsee anliegen. Dort hat die Gipswirtschaft das Vertrauen der Bevölkerung missbraucht, in dem sie ihren Steinbruch über deren Köpfe hinweg erweitert hat.

Über Nacht fielen Dutzende Buchen. So weit mir bekannt ist, gibt es hier auch gerichtliche Klagen von offizieller Seite.
Mit einem solchen Vorgehen aber bringt die Gipswirtschaft die Bevölkerung nur noch mehr gegen sich auf. Das ist aus Sicht der Industrie diplomatisch und langfristig gesehen einfach nur dilettantisch.

Abschließend möchte ich Sie nochmals auf meine vielen anderen NNZ-Beiträge und -Kommentare verweisen. Darin werden Sie unschwer erkennen, dass Ihre Meinung, ich sei gegen alles, schlichtweg haltlos ist.

Ihnen ein schönes Osterfest
Bodo Schwarzberg
Bodo Schwarzberg
23.04.2011, 21:03 Uhr
Liebe Wofflebentochter
Mit dem Holzbau sprechen Sie ein leidiges Thema an. Es stimmt, dass bis zum Beginn der Vegetationsperiode in den Wäldern geholzt wurde, was das Zeug hält. Ich muss allerdings aus meiner Sicht als Botaniker und langjähriger floristischer Kartierer sagen, dass die größten Artenrückgänge weniger daraus resultieren, als vielmehr aus der Nutzungsaufgabe auf den einst extensiv genutzten Trocken- und Halbtrrockenrasen. Daher auch unsere Pflegeeinsätze.

Der Gipsabbau spielt rein auf den Artenrückgang bezogen kurzfristig keine ganz herausragende Rolle. Bezogen auf die vergangenen 100 Jahre jedoch sieht das nachweislich anders aus: Der Abbau des Kohnsteins hat sehr vielen, heute hochgradig gefährdeten Arten Standorte gekostet, darunter einigen, die außerhalb der Alpen, und in einem Fall weltweit, nur bzw. fast nur im Südharz vorkamen bzw. noch anderswo im Gebiet vorkommen.

Hierzu verweise ich auf entsprechende Arbeiten insbesondere vom berühmten Nordhäuser Botaniker WALLROTH. Ein wenig wundert mich in diesem Zusammenhang gerade angesichts des Kohnsteins Ihre Sichtweise, da Sie ja offensichtlich in Woffleben wohnen. Mit dem orchideenreichen Steinbruch meinen Sie möglicherweise den am Hagenberg.

Dort kommt verbreitet Epipactis atrorubens - Braunrote Sitter, und z.T. Ophrys insectifera - Fliegen-Ragwurz, vor. Beide Arten sind in Thüringen ungefährdet. Von daher hat der Steinbruch für deren Erhaltung selbst länderübergreifend keine große Bedeutung. Vielmehr hat er aber u.a. die Spieß-Weide auf dem Gewissen, die dort als Glazialrelikt vorkam und in Thüringen heute ausgestorben ist. Zum Zweiten hatte das weltweit nur im Südharz siedelnde Gips-Fettkraut dort einen seiner ursprünglich nur vier Standorte.

Auch dieser fiel dem Abbau zum Opfer. Nur dem Einsatz von Wissenschaftlern der Uni Halle ist es zu verdanken, dass wir die Art heute noch haben. Die letzten 7 Pflanzen brachten sie an einen sicheren Ort im Südharz, wo sie sich bis heute halten und ausbreiten konnten. Auf Grund der Faktenlage können Sie mich also mit Ihrer Meinung nicht überzeugen.
Wenn Sie der massive Holzeinschlag so stört, dann bitte ich Sie darum, am 10. Mai zur nächsten BUND-Sitzung ins Vereinshaus Thomas-Mann zu kommen (18:30).

Wir brauchen Menschen, die nicht nur reden, sondern die aktiv etwas gegen bestehende Probleme tun. Ich messe die Menschen an der Einheit von Wort und Tat.
Was Ihre Behauptung angeht, warum die Naturschützer bloß "überall Orchideen schützen" wollen, so haben Sie zwar damit nicht unrecht. Alerdings sind Orchideen beileibe nur eine kleine Artengruppe, die es zu erhalten gilt. Ich verweise zur Verdeutlichung auf die einschlägigen Roten Listen und auf die Rückgangsursachen vieler Arten weltweit. Dann wissen Sie, was ich meine.

Übrigens: Was unsere Pflegemaßnahhmen als BUND angeht, sind Sie augenscheinlich nicht richtig informiert: Für diese Maßnahmen haben wir bis heute nicht einen Cent gesehen. Sämtliche verwendeten Geräte stammen aus unserem Privatbesitz. Gelegentlich bringt einer von uns Kuchen mit zu den Einsätzen, den er oder sie aus eigener Tasche bezahlt.

Dasselbe trifft auf die Spritkosten zu. Ich fordere Sie auf, andere Strukturen zu kritisieren, die Steuermittel verschwenden. Alljährlich gibt (ich glaube) der Bund der Steuerzahler hierzu ein Schwarz-Buch heraus. Darin können Sie sich hierzu informieren.

Kritisch sehe ich auch Ihre Bemerkung zur Wertigkeit dees Knauf-Spaßnachmittages für das Gemeinwohl. Der ist ganz gewiss nicht uneigennützig und wohl kalkuliert. Knauf kann solche Events von der Steuer aus den Gewinnen des Abbaus absetzen. Wir erhalten für unsere gemeinnützige Naturschutzarbeit hingegen keinen Cent, wie ich schon schrieb. Ich denke, dass man den Einsatz für das Gemeinwohl durchaus anders beurteilen könnte, als Sie das in Ihrem Beitrag tun.

Ihre letzt genannte Anregung nehmen wir gern auf. Neuverritzungen sollte es wirklich nicht geben. Das ist übrigens auch die Meinung unserer Lokalpolitiker.

Übrigens hätte ich gar nichts dagegen, wenn Sie hier ihren richtigen Namen verwenden. Es unterhält sich einfach besser.

Beste Grüße
Bodo Schwarzberg
Wolfi65
24.04.2011, 00:04 Uhr
Non plus ultra
Ach wissen Sie, Herr Schwarzberg, Sie sind hier nicht das Non plus ultra. Die Menschen müssen auch von irgend etwas Leben. Der Fortschritt hat auch seinen Preis.
Man kann den ganzen Tag auch Korinthen kacken oder sich auch für den Menschen an sich einsetzen.

Schreiben Sie Kommentare so viel, wie Sie wollen. Sie werden Anderen Ihren Willen nicht aufzwingen können. Man sollte eigendlich wissen, wenn es Zeit wird zu Schweigen.
Mit demokratischen Gruss
Bodo Schwarzberg
24.04.2011, 08:26 Uhr
Lieber Wolfi
Mich wundert ehrlich, dass Sie sich erst jetzt zu Wort melden. Ich dachte schon, dass Sie es aufgegeben haben zu argumentieren. Das haben Sie zwar nicht, aber der Inhalt Ihres Kommentares weist darauf hin, dass Ihnen allzuviel Stichhaltiges nicht mehr einfällt. - Schade eigentlich.

Aber weil ich nicht so recht weiß, worauf ich bei Ihnen eigentlich eingehen soll, sehen Sie es mir bitte nach, wenn mein Kommentar bei Ihnen jetzt auch etwas kürzer ausfällt. Was die Werigkeit Ihrer Kommentare angeht, so möchhte ich allerdings auf die vielen verweisen, die von der NNZ wegen Inhaltsosigkeit gestrichen wurden. Ihr aktueller ist gewiss nicht weit davon entfernt.

Übrigens brauche ich niemandem meinen Willen in Sachen Gipsabbau aufzwingen. Ich schrieb doch weiter unten schon, dass es zwischen Stempeda und Ellrich kaum einen Bürgermeister gibt, der Neuverritzungen gutheißt. Es gibt dazu mehrheitlich gefasste Beschlüsse (bitte lesen Sie nach), Menschenketten und sonstige Widerstände, die z.B. eine Neuverritzung in der Rüdigsdorfer Schweiz bisher verhindet haben, EU-FFH-Gebiete und NSG.

Am Beispiel Sundhausen und am Aufwind der Grünen in Deutschland sehen Sie, dass Sie mit Ihrer Argumentation in der Minderheit sind. Wirtschaft und Ökologie müssen in Hand in Hand gehen. So ist glücklicherweise die überwiegende Stimmung. Ein paar anderslautende Kommentare (wobei Ihre Vorredner geschlossen gegen Neuverritzungen sind), sind nachweislich nicht repräsentativ. Tut mir leid.
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