eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Di, 14:17 Uhr
19.04.2011

Harzreisen auf zwei Rädern

Einmal rundherum um die sagenumwobene Bergwildnis führt er: Auf dem Harzrundweg kann man das Mittelgebirge im Herzen Deutschlands nicht nur zu Fuß erkunden. Mit dem neuen und umfangreichen Radwanderfüher können auch Freunde des Drahtesels den Harz unbeschwert erforschen.

Von Streckenverlauf über Wegbeschreibungen und Höhenprofile bis hin zu touristischen Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Unterkünften - der Radwanderfüher vereint alle wichtigen Inforamtionen, die für den geneigten Fahrradfahrer von Interesse sein könnten.

Rechtzeitig zur Eröffnung der Radfahrsaison hat die Kartographische Kommunale Verlagsgesellschaft aus Nordhausen, kurz KKV, diesen Radwanderführer zum Harzrundweg im praktischen Format auf 70 Seiten mit 23 Detailkarten im Maßstab 1 : 50.000 gestaltet.

Ermöglicht auch durch die Zusammenarbeit mit den Landratsämtern der beteiligten Harzer Landkreise in den drei Bundesländern, den Tourist-Informationen und den Kommunen soll der Radwanderführer den Harzrundweg als zentralen Radfernweg der Harzer Gebirgswelt neu beleben. Landrat Joachim Claus freute sich bei der heutigen Vorstellung des Radwanderführers: „Beim touristischen Marketing ist es wichtig, nicht nur nach außen, sondern auch nach innen zu wirken.“ Viele Leute in der Region wüssten nicht, was es schon in kurzer Distanz zu entdecken gebe – zu solchen Entdeckungen will der neue Radwanderführer animieren.

Landrat Claus, KKV-Geschäftsführer Frank Böhme und Ronald Kuß, Ellricher Bauamtsleiter (Foto: Jessica Pieper) Landrat Claus, KKV-Geschäftsführer Frank Böhme und Ronald Kuß, Ellricher Bauamtsleiter (Foto: Jessica Pieper)

„Der Harzrundweg liegt uns sehr am Herzen, denn er ist der einzige Fernradweg der Region“, sagte die Wirtschaftsförderin des Landkreises Dr. Sabine Mehne. „Deshalb freue ich mich, dass die KKV diesen Radwanderführer realisiert hat und damit der Weg neu beworben wird.“ Bislang gab es nämlich kein umfassendes Kartenmaterial zum Harzrundweg, der letzte Radwanderführer erschien vor zehn Jahren und ist inzwischen vergriffen. Die neue Kartensammlung hat Frank Böhme, Geschäftsführer der KKV, mit vollem Körpereinsatz realisiert, denn er ist den kompletten Harzrundweg selbst abgeradelt. „Der Harzrundweg ist sehr empfehlenswert – ein anspruchsvoller Weg, der auch schwierige Streckenabschnitte enthält, aber man kann ihn sich auch gut einteilen“, meinte Frank Böhme.

Perspektivisch soll die Qualität des Harzrundweges weiter gesteigert werden. Für den Thüringer Abschnitt, der gut ein Zehntel des gesamten Weges umfasst, prüfen die beteiligten Städte und Gemeinden in Abstimmung mit dem Landkreis, ob ein Ausbau des Weges durch eine Förderung des Landes ermöglicht werden kann. So könnten beispielsweise Lücken in der Beschilderung geschlossen oder Streckenverläufe auf Straßen verlegt werden – Verbesserungsmöglichkeiten, auf die der Landesradwegewart nach einer Bestandserfassung des Weges hingewiesen hat. „Wir streben schon seit längerer Zeit einen Ausbau des Weges an“, sagte Ronald Kuß, Bauamtsleiter der Stadt Ellrich, der erst in der vergangenen Woche gemeinsam mit Dr. Sabine Mehne und dem Planungsbüro GST mbH eine mögliche neue Wegstrecke selbst mit dem Rad getestet hat.

Seit 1996 gibt es den Harzrundweg, damals entstanden auf Initiative des Regionalverbandes Harz. Gekennzeichnet mit einer radelnden Hexe umrundet der Weg auf 310 Kilometern Länge den Harz und verbindet dabei länderübergreifend Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. „Außerdem sind viele kleine lohnenswerte Abstecher möglich, zum Beispiel zur Burgruine Hohnstein“, so Frank Böhme. Der reizvolle Harzrundweg verläuft auf Höhen-, Landwirtschafts-, Wald- und straßenbegleitenden Radwegen und gering befahrenen Nebenstraßen. Der Rundweg ist hügelig, teils gebirgig, manchmal asphaltiert oder gekiest, aber auch zuweilen unbefestigt.

Ein Mountainbike ist zu empfehlen, aber nicht Bedingung. Radfahrer lernen auf dem Harzrundweg nicht nur eine abwechslungsreiche attraktive Landschaft kennen, sondern auch traditionsreiche Harzer Städte und Gemeinden mit einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten: Von der Kaiserstadt Goslar geht der Weg über Bad Harzburg nach Ilsenburg und weiter über das historische Wernigerode nach Blankenburg und Thale. Über Ballenstedt, Falkenstein und Wippra führt der Harzrundweg an Sangerhausen vorbei nach Neustadt und erreicht hier Thüringen. Über Ilfeld, Ellrich, Bad Sachsa, Bad Lauterberg und Herzberg geht der Weg nach Seesen und endet schließlich wieder in Goslar. Auch kleine Orte wie Buchholz, Rodishain und Stempeda durchläuft der Harzrundweg im Landkreis Nordhausen.

Der handliche Radwanderführer Harzrundweg mit praktischer Spiralbindung und UMTS-Gitter ist über die Tourismusinformation, den Buch- und Zeitschriftenhandel und über das Internet www.kk-verlag.de für 7,50 EUR erhältlich. Den GPS Track dazu können Interessierte kostenlos bei der KKV anfordern.
Autor: agl

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Bodo Schwarzberg
19.04.2011, 23:24 Uhr
Harz wird ohne Schlaf umwandert!
Nachdem ich seit Sommer 2001 der erste (bekannt gewordene) Mensch bin, der den Harz gemeinsam mit dem Vogtländer Klaus Weigel nonstop und ohne Schlaf von West nach Ost auf der Strecke Seesen-Brocken-Lutherstadt Eisleben über 150 km durchquert hat, schwebt mir schon seit langem vor, meinen Harztouren mit einer Harz-Nonstop-UMwanderung den I-Punkt zu verpassen. Die längste Nonstop-Wanderstrecke, die ich bisher bewältigte, waren die 225 km von Dresden über Chemnitz nach Leipzig im Januar 2003 anlässlich der mdr-Gala für die Leipziger Olympiabewerbung in 53 Stunden (ohne Schlaf natürlich, sonst wäre das ja keine Nonstop-Wanderung!). Eine Harz-Umwanderung über 310 km nonstop auf dem Harz-Rad-Rundweg müsste also, eine entsprechende Vorbereitung und entsprechende Begleitfahrzeuge vorausgesetzt, zu machen sein. 310 km bedeuten allerdings, den zwei schlaflosen Nächte eine weitere hinzuzufügen. Denn sonst wäre die Tour ja keine Nonstop-Wanderung und nichts Besonderes. Da ich ein Medienmensch bin, wünschte ich mir natürlich auch die NNZ als unabdinbaren Begleiter auf dieser Tour.

Als einstiger Studiosus Biologicus hat mich schon immer gestört, dass ein einheitlicher, geologisch seit Jahrmillionen vorgegebener Naturraum, seit einigen Jahrzehnten von ein paar Politikern in drei Bundesländer geteilt wird. Diesen Nachteil hat der Harz als nördlichstes deutsches Mittelgebirge aber nicht verdient! Der Thüringer Wald hat da deutlich bessere verwaltungsgeografische Karten, was ihm vom Ansehen, von der Bekanntheit her seit langer Zeit hilft.

Eine Nonstop-Harz-Umwanderung auf dem Harz-Rad-Rundweg mit drei Nächten ohne Schlaf über 310 km, könnnte den Harz als einheitlichen Naturraum betonen, der sich als Produkt jahrmillionenalter geologischer Vorgänge nicht von ein paar Jahrzehnten oder Jahrhunderten alten Regionalinteressen beseitigen lässt. Da ich regelmäßig 100 - 150 km-Nonstop-Wanderungen anbiete oder als Teilnehmer absolviere, und daher ganz gut im Training stehe, könnte die Harz-Umwanderung 2012 oder 2013 starten.

Der Weltrekord im Nonstopo-Ausdauerwandern wird übrigens von den USA gehalten. Er liegt bei 565 km. Eine Zeit lang lagen die Sachsen vorn. Für ein Jahr führten sie mit 444 km. An letzterer Veranstaltung nahm ich vor einigen Jahren teil, war damals jedoch physisch und psychisch noch weit davon entfernt, Strecken jenseits der 180 km nonstop zu bewältigen. Hinzu kam, dass ich zum damaligen Zeitpunkt in Sachsen-Anhalt lebte, doch die Extremwanderszene im Raum Dresden konzentriert war.
Wolfi65
20.04.2011, 07:21 Uhr
Ohne Rekorde
Man kann den Harz auch mit Schlaf ganz gut erkunden. Jedem interessierten Wanderer sei gesagt, dass Herr Schwarzberg und seine Mannen nur eine Ausnahme darstellen und nicht unbedingt nachgeahmt werden müssen.

Lassen Sie sich bitte nicht an irgendwelchen Rekorden messen, sondern geniessen sie die Natur des nördlichsten Mittelgebirges auf Ihre Weise. Der Harz wird nicht bezwungen, sondern erkundet. Und wer für die Erhaltung der Natur ist, braucht auch keine Begleitfahrzeuge.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)