Do, 07:11 Uhr
07.04.2011
BUND im Biosphärenreservat
Die Mitglieder des Vorstandes der BUND-Kreisgruppe Nordhausen Oliver Merker und Bodo Schwarzberg sowie das Vorstandsmitglied des Fördervereins Villenpark Hohenrode, Gärtnermeister Drechsler, weilten am Mittwoch zu einem Informationsbesuch in der Verwaltung des Biosphärenreservates Mittlere Elbe an der Kapenmühle zwischen Oranienbaum und Dessau.
Von links: Dr. Matthias Hoffmann (Halle), Hendrik Pannach (Dessau), Thomas Jahn (Dessau), Gärtnermeister Drechsler (Nordhausen), Oliver Merker (Nordhausen)
Im Gespräch mit dem Kustos des Botanischen Gartens der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Dr. rer. nat. habil. Matthias Hoffmann, und den Vertretern der Verwaltung des seit 2000 bestehenden Biosphärenreservates Thomas Jan und Hendrik Pannach, erkundigten sich die Nordhäuser insbesondere nach den Modalitäten für die Anlage eines Erhaltungsgartens für hochgradig gefährdete Pflanzenarten. In der Nachbarschaft der Reservatsverwaltung besteht ein solcher Erhaltungsgarten seit mehreren Jahren. Er wird von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissenschaftlich betreut.
Einen solchen Erhaltungsgarten planen BUND und Förderverein Park Hohenrode schon in diesem Jahr in der ehemaligen Gärtnerei des Parks einzurichten. Er soll perspektivisch neben Aufgaben im Artenschutz auch der wissenschaftlichen Beobachtung bedrohter Pflanzenarten und der Bildung von Bevölkerung, Schülern und Studenten dienen. Der Schwerpunkt der Exkursion betraf die zu schaffenden Bodenverhältnisse in einem solchen Garten, die rein technische Gestaltung der Beete und die Einbeziehung von Tourismus und Bevölkerung.
Im Hinblick auf den gerade im Südharz geschaffenen Naturpark informierten sich die Nordhäuser zugleich über die Akzeptanz des Biosphärenreservates Mittlere Elbe in Wirtschaft und Bevölkerung. Übereinstimmend erklärten die Sachsen-Anhaltiner, dass das Reservat vor allem seit 2003 zu einem deutlichen Aufschwung verschiedener Wirtschaftsbereiche geführt hat. Vor allem hätten sich zahlreiche kleinere Unternehmen in den Bereichen Gastronomie, Hotelerie, Reiseveranstalter, Fahrradausleihe und Vermarkter regionaler Produkte angesiedelt. Firmen, die die Region infolge des Reservates verlassen hätten, seien ihnen nicht bekannt. Zu unseren alljährlich veranstalteten Regionalmärkten reicht der Platz für alle Unternehmen gar nicht mehr aus, die sich präsentieren wollen, sagte Herr Pannach von der Reservatsverwaltung. Lediglich der Kiesabbau durfte in das Gebiet nicht weiter vordringen.
Im vergangenen Jahr haben sich bei179 Führungen Hunderte Touristen über das Reservat mit seinen Bibern und alten Eichen sowie über den Erhaltungsgarten informiert. Erfreut zeigten sich die Nordhäuser, als sie im Erhaltungsgarten auf eine Pflanzenart aus dem Landkreis Nordhausen trafen (siehe Bild): Die Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) hat im Landkreis noch zwei Standorte, die vom BUND betreut werden. Als sie Ende der 70-er Jahre beinahe dem Gipsabbau zu Opfer gefallen war, wurde in Halle und später bei Dessau eine Erhaltungskultur angelegt.
Besuch in Dessau (Foto: B. Schwarzberg)
Insgesamt beherbergt der Erhaltungsgarten in Dessau 32 hochgradig gefährdete Pflanzenarten auf 27 Beeten bzw. 500 m² . Zudem werden alte Obstsorten kultiviert. Studenten und Wissenschaftler mehrerer Hochschulen veranstalten regelmäßig Exkursionen, um sich über die Projekte zu informieren.
Die Bildung soll, neben Artenschutz und Forschung auch in Nordhausen ganz groß geschrieben werden, so Bodo Schwarzberg, der den Erhaltungsgarten im Park Hohenrode initiierte. Die Sachsen-Anhaltiner zeigten sich sehr interessiert am Park Hohenrode und die aktuelle Entwicklung. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Erhaltungsgärten soll fortgesetzt und ausgebaut werden.
Autor: nnzVon links: Dr. Matthias Hoffmann (Halle), Hendrik Pannach (Dessau), Thomas Jahn (Dessau), Gärtnermeister Drechsler (Nordhausen), Oliver Merker (Nordhausen)
Im Gespräch mit dem Kustos des Botanischen Gartens der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Dr. rer. nat. habil. Matthias Hoffmann, und den Vertretern der Verwaltung des seit 2000 bestehenden Biosphärenreservates Thomas Jan und Hendrik Pannach, erkundigten sich die Nordhäuser insbesondere nach den Modalitäten für die Anlage eines Erhaltungsgartens für hochgradig gefährdete Pflanzenarten. In der Nachbarschaft der Reservatsverwaltung besteht ein solcher Erhaltungsgarten seit mehreren Jahren. Er wird von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissenschaftlich betreut.
Einen solchen Erhaltungsgarten planen BUND und Förderverein Park Hohenrode schon in diesem Jahr in der ehemaligen Gärtnerei des Parks einzurichten. Er soll perspektivisch neben Aufgaben im Artenschutz auch der wissenschaftlichen Beobachtung bedrohter Pflanzenarten und der Bildung von Bevölkerung, Schülern und Studenten dienen. Der Schwerpunkt der Exkursion betraf die zu schaffenden Bodenverhältnisse in einem solchen Garten, die rein technische Gestaltung der Beete und die Einbeziehung von Tourismus und Bevölkerung.
Im Hinblick auf den gerade im Südharz geschaffenen Naturpark informierten sich die Nordhäuser zugleich über die Akzeptanz des Biosphärenreservates Mittlere Elbe in Wirtschaft und Bevölkerung. Übereinstimmend erklärten die Sachsen-Anhaltiner, dass das Reservat vor allem seit 2003 zu einem deutlichen Aufschwung verschiedener Wirtschaftsbereiche geführt hat. Vor allem hätten sich zahlreiche kleinere Unternehmen in den Bereichen Gastronomie, Hotelerie, Reiseveranstalter, Fahrradausleihe und Vermarkter regionaler Produkte angesiedelt. Firmen, die die Region infolge des Reservates verlassen hätten, seien ihnen nicht bekannt. Zu unseren alljährlich veranstalteten Regionalmärkten reicht der Platz für alle Unternehmen gar nicht mehr aus, die sich präsentieren wollen, sagte Herr Pannach von der Reservatsverwaltung. Lediglich der Kiesabbau durfte in das Gebiet nicht weiter vordringen.
Im vergangenen Jahr haben sich bei179 Führungen Hunderte Touristen über das Reservat mit seinen Bibern und alten Eichen sowie über den Erhaltungsgarten informiert. Erfreut zeigten sich die Nordhäuser, als sie im Erhaltungsgarten auf eine Pflanzenart aus dem Landkreis Nordhausen trafen (siehe Bild): Die Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina) hat im Landkreis noch zwei Standorte, die vom BUND betreut werden. Als sie Ende der 70-er Jahre beinahe dem Gipsabbau zu Opfer gefallen war, wurde in Halle und später bei Dessau eine Erhaltungskultur angelegt.
Besuch in Dessau (Foto: B. Schwarzberg)
Insgesamt beherbergt der Erhaltungsgarten in Dessau 32 hochgradig gefährdete Pflanzenarten auf 27 Beeten bzw. 500 m² . Zudem werden alte Obstsorten kultiviert. Studenten und Wissenschaftler mehrerer Hochschulen veranstalten regelmäßig Exkursionen, um sich über die Projekte zu informieren. Die Bildung soll, neben Artenschutz und Forschung auch in Nordhausen ganz groß geschrieben werden, so Bodo Schwarzberg, der den Erhaltungsgarten im Park Hohenrode initiierte. Die Sachsen-Anhaltiner zeigten sich sehr interessiert am Park Hohenrode und die aktuelle Entwicklung. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Erhaltungsgärten soll fortgesetzt und ausgebaut werden.




