eic kyf msh nnz uhz tv nt
Mo, 12:31 Uhr
21.03.2011

Eins von 36

Als einer von deutschlandweit 36 Landkreisen und Städten wird der Landkreis Nordhausen im Modellprogramm JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region gefördert. Zielgruppen des Projekts sind Jugendliche, denen nach ihrem Schulabschluss der Einstieg in eine reguläre Ausbildung schwer fällt und diejenigen, die ohne einen Abschluss die Schule verlassen – und das sind nicht wenige.

Jugend stärken (Foto: J. Piper) Jugend stärken (Foto: J. Piper)

Nach den Angaben des Thüringer Landesamtes für Statistik hat im Landkreis Nordhausen jeder zehnte Schulabgänger die Schule ohne Abschluss beendet (Stand Schuljahr 2008/09). Aktuell zählt die Bundesagentur für Arbeit gut 550 Arbeitssuchende zwischen 15 und 25 Jahren – das sind fast zehn Prozent aller Arbeitssuchenden – und rund 270 davon beziehen Leistungen nach dem SGB II. Hinzu kommen deutschlandweit rund 15 Prozent der Jugendlichen zwischen 20 bis 29 Jahren, die über keine Berufsausbildung verfügen.

Ziel des Modellprogramms ist es, die Problemlagen benachteiligter Jugendlicher beim Berufseinstieg anzugehen und in der langfristigen Perspektive die Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern bzw. eine Langzeitarbeitslosigkeit zu vermeiden. Um dies zu realisieren, sind zwei Maßnahmen gestartet: Im Projekt YOUR DAY, angesiedelt im Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes, sollen junge Menschen mit multiplen Vermittlungshemmnissen, die kurz vor der Erwerbsunfähigkeit stehen, fit für die Alltagsbewältigung und den ersten Arbeitsmarkt gemacht werden.

Erreicht wird dies durch eine individuelle Intensivbetreuung, bei der beispielsweise gemeinsam mit den Jugendlichen der Tagesablauf neu strukturiert und die soziale Integration gefördert wird. Damit soll auch verhindert werden, dass die jungen Menschen, die maximal 27 Jahre alt sein dürfen und von gängigen Hilfesystemen nicht mehr erreicht werden, dauerhaft von Leistungen der sozialen Mindestsicherungssysteme leben.

Ergänzend dazu wurde ein weiteres Projekt beim Horizont e.V. etabliert. Dort kümmern sich zwei Integrationscoachs um Jugendliche, die eigentlich zur Berufsschule gehen müssten, dies aber aus verschiedenen Gründen nicht tun, also zu den aktiven bzw. passiven Schulverweigerern zählen. Diesen Jugendlichen soll eine Beratung durch die Integrationscoachs direkt in den Berufsschulen helfen, ihre Situation zu analysieren, Wege aus Problemen zu erschließen, um dann wieder regelmäßig zur Schule zu gehen oder die beruflichen Perspektiven neu zu überdenken und so möglicherweise den Weg in eine Ausbildung entsprechend ihren Interessen zu ebnen.

Zusätzlich hat das Landratsamt eine Koordinierungsstelle eingerichtet, die zum Beispiel die Kommunikation innerhalb der Landkreisverwaltung, zur Agentur für Arbeit, zum Jobcenter, zu freien Schulträgern und dem Schulamt organisiert, mögliche Angebotslücken identifiziert und schließt sowie das Qualitätsmanagement und die Evaluierung übernimmt. Zudem wird ein lokales Netzwerk insbesondere mit den Projektträgern der Initiative JUGEND STÄRKEN aufgebaut. Denn im Landkreis gibt es nicht nur YOUR DAY und die Integrationscoachs, vielmehr war Bedingung für die Förderung, dass es vor Ort bereits Projekte im Rahmen des Programms geben muss.

Hier sind es zwei Projekte: die Schulverweigerung – Die 2. Chance, bei der Schulverweigerer im Regelschulsystem zum Schulabschluss begleitet werden und die Kompetenzagentur, in der beispielsweise mit betreuten Jugendlichen gemeinsam ein Förder- und Qualifizierungsplan erarbeitet wird, um eine soziale und berufliche Integration des benachteilgten Jugendlichen zu erreichen. Das Landratsamt ist Träger vom Programm STÄRKEN vor Ort, bei dem Mikroprojekte für Jugendliche und Frauen mit schwierigen Startchancen gefördert werden und außerdem gibt es im Eichsfeld den Jugendmigrationsdienst, der sich speziell um Jugendliche mit Migrationshintergrund kümmert. Die lokale Koordinierungsstelle beim örtlichen Jugendamt ist Grundvoraussetzung, um das geförderte Modellprogramm durchführen zu können.

Die Initiative JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dem Europäischen Sozialfonds und der Europäische Union gefördert. Der Bund will insbesondere Jugendliche mit sozialen Benachteiligungen unterstützen, die besonders häufig unter den rund 60.000 Jugendlichen ohne Schulabschluss, die es jährliche in Deutschland gibt. Der Landkreis erhält über drei Jahre insgesamt rund eine halbe Million Euro und steuert einen Eigenanteil von 126.000 Euro bei, der über die Koordinierungsstelle abgedeckt wird.

Ansprechpartner im Landratsamt ist in der Koordinierungsstelle, Marcel Hoffmann, Telefon 03631/911-537. Für das Projekt Integrationscoach sind die Ansprechpartner Maik Ahne sowie Franziska Köhler, erreichbar in der Elisabethstraße 13 in Nordhausen, Telefon 03631/ 47 339 046.
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)