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Mo, 12:31 Uhr
21.02.2011

Eine unendliche Geschichte

Seit Monaten wird in Nordhausen an dem künftigen "Kinderhaus-Ost" gearbeitet. Das ist gut, doch hinter den Kulissen gibt es Probleme, Kontroversen und Gezerre um Konzepte, Inhalte und Trägerschaften. Die nnz mit einer Bestandsaufnahme...


Die Errichtung des Kinderhaus wird seit drei Jahren geplant und wissenschaftlich durch die Fachhochschule Nordhausen begleitet. Im Laufe dieser Zeit hat es immer wieder Anpassungen im Konzept gegeben, die mit den Betroffenen oder auch in ganzen Stadtteilkonferenzen besprochen wurden. Im Kinderhaus Ost sollen ein Kindergarten, eine Schulvorbereitende Einrichtung des Pestalozzi-Förderzentrums, der bisherige Kinderkeller „Katzmaus“, eine sozialdiakonische Beratungsstelle, eine Küche samt Speiseraum für die Grund- und Regelschule „Ost“. Dabei soll gelten: Alles steht allen offen, alle spielen und arbeiten miteinander unter einem Dach.

Die Einrichtung des Kinderhauses reiht sich ein in die Liste der Modernisierungen und Umbaumaßnahmen im gesamten Stadtteil. So wurde jüngst die benachbarte Kindereinrichtung „Villa Kunterbunt“, die eine Krippe beherbergt saniert, wie auch die Grund- und Regelschule des Stadtteils.

Soweit die Vorgeschichte: Jetzt zum Aktuellen: Am 13. Januar 2011 hat es ein Gespräch gegeben mit der Elternvertretung der Kita „Spielkiste“. Diese möchte die Einrichtung von zusätzlichen Krippenplätzen im entstehenden Kinderhaus. Dabei stellte die Elternvertretung die Vorteile eines fließenden Übergangs von Kinderkrippe und Kindergarten dar und vom Fachamt der Stadtverwaltung wird eine entsprechende Prüfung der Anfrage zugesichert.

Am 20. Januar hatte es ein Gespräch zwischen dem Landratsamt und der Stadtverwaltung zum möglichen Raumbedarf gegeben. Dabei soll die Kreisverwaltung berichtet haben, dass die zu Baubeginn geplanten räumlichen Gegebenheiten im Gebäude in der Karl-Meyer-Straße 4-6 für das Förderzentrum „J. H. Pestalozzi“ nicht in dem hohe Maße benötigt werden, da die bisher im Kinderhaus geplanten Grundschulklassen mit in das sanierte Gebäude am Geiersberg einziehen werden. Die Schulvorbereitende Einrichtung bleibe davon unberührt, und werde nach letztem Wissensstand mit in das Kinderhaus Ost einziehen.

Somit stehen zwei zusätzliche Gruppenräume im „Kinderhaus Ost“ zur anderweitigen Verfügung. Können diese Gruppenräume zur Errichtung einer Kinderkrippe (max. 12 Kinder) genutzt werden und welche Auswirkungen auf das gesamte Projekt hat das? Diese Frage richtete nnz an das Nordhäuser Rathaus. Hier die Antwort: Da Kinderkrippenkinder völlig andere Rhythmen und Bedürfnisse als größere Kinder haben, müsste es wesentliche Einschnitte im Konzept „Alle steht allen offen“ geben, da z.B. auf Schlafenszeiten der Kinder Rücksicht genommen werden müsste.

Weiterhin müsse mit zusätzlichen Mehrkosten für Errichtung einer Kinderkrippe (max. 12 Kinder) von rund 70.000 Euro gerechnet werden, die
durchschnittlichen Kosten für die Betreibung eines Kindergartens belaufen sich auf rund 500 je Platz und Monat, die für einen Krippenplatz auf 900 Euro. Das seien summa summarum rund 100.000 Euro mehr pro Jahr.

Das ist die fachliche Problematik um das neue Kinderhaus. Hinzu kommt die politische Seite. Nachdem fast alles klar war, dass es eine kommunale Betreibung sein soll, stellte die CDU-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat den Antrag, das Haus in eine freie Trägerschaft zu geben. Darüber muss nun noch abgestimmt werden.

Es stimmt also so einiges nicht mehr. Bevor nicht endgültig entschieden ist, was nun mit welchem Konzept die bauliche Hülle "füllen" soll, könnte eigentlich nicht mehr weitergebaut werden. Noch ist seitens der Nordhäuser Stadtverwaltung kein Baustopp verhängt worden. Noch nicht...
Autor: nnz

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Kommentare
Luftikus
21.02.2011, 15:01 Uhr
Eine Einrichtung mit Krippe macht Sinn
Es gibt zahlreiche Kindertagesstätten in denen eine Krippe integriert ist. Zu Problemen zwecks Schlafzeiten kommt es eignetlich nicht. Selbst die Gruppen mit ab 3 Jahre haben noch ihre Schlafzeiten. Essenszeit ist für alle Kinder gleich.

Kleiner krippengerechte Möbel müssen natürlich "einmalig" angeschafft werden, sollten aber nicht jährlich mehr Geld kosten. Das Krippenkinder eine intensverer Betreuung bedürfen ist klar. Nun will unserer Stadt doch nochmals Millionen für die Kinder an die Komunen geben, da dürfte es doch keine Probleme geben!

Wichtigster Punkt ist eignetlich, ob die Krippenplätze benötigt werden. Wenn ja, sollten diese auch geschaffen werden.
pumpnC
21.02.2011, 20:44 Uhr
Unfassbar
Da ich gerade mit den Problemen bei der Findung eines Krippenplatzes in Nordhausen zu kämpfen habe, find ich es einfach nur unfassbar was hier passiert. Auch wenn unsere Kinderfreundliche Stadt gerne mal damit prahlt Überkapazitäten bei den Grippenplätzen zu haben, stimmt das in der Realität auf keinen Fall.

Es ist fast wie ein Sechser im Lotto einen dieser begehrten Plätze zu ergattern. Das traugige an dieser ganze Sache ist jedoch, dass man abgewiesen wird, obwohl man eine Kitacard besitzt, weil andere sich bereits schon vor der Geburt ihres Kindes auf eine sogn. Warteliste setzen lassen. Das ist ein untragbarer Zustand und absolut ungerecht vor allem den Familien, die berufstätig sind. Stattdessen dürfen sich Eltern freuen, die entweder gar nicht aus unseren Landkreis kommen oder aber von Hartz4 leben und ohnehin daheim sind.

Das oll nicht diskriminierend klingen, aber mir wurde auf dem Rathaus gesagt, dass uns rechtlich ein Kitaplatz zusteht, doch wie weit Theorie und Praxis auseinander liegen, scheinen die Damen und Herren auf dem Rathaus immer noch nicht kappiert zu haben.

Leider ist dieser Umstand nur ein kleines Puzzelteil in einem Kinderfeindlichen Deutschland!
undCO
22.02.2011, 09:27 Uhr
Einfach nur ein Kommentar!!!
In der Kita Spielkiste wurden schon immer Kinder von 0-bis zum Schuleintritt betreut. Es ist also nicht der Wunsch nach zusätzlichen Plätzen, sondern nur selbstverständlich das auch die Krippenkinder wieder einziehen.

Es war nie ein Problem, dass in diesem Haus viele verschiedene Einrichtungen zusammen lebten-KITA (0-6), Katzmauskeller (6-12), Förderschulteil Kl.1-2 und Schulvorbereitende Einrichtung (3-6) alle hatten unterschiedliche Konzepte, respektierten sich und arbeiteten mehr oder weniger aber immer zum Wohle aller zusammen.

Seit August 2010 hat Thüringen ein neues Kita-Gesetz mit einem Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem 1. Geburtstag und schon aus diesem Grundist es nicht verständlich die Krippenkinder nicht einziehen zu lassen. Eine Betreuung schon ab dem 1. Geburtstag wünschen sich viele Eltern und der Bedarf in unserer Stadt ist groß, freuen wir uns darüber!!!
Ferrarimeiki
22.02.2011, 21:26 Uhr
selbstverständlich???
Hallo,

Mal eine frage an undCO.

(Es ist also nicht der Wunsch nach zusätzlichen Plätzen, sondern nur selbstverständlich das auch die Krippenkinder wieder einziehen.)

Wo ist die Logik.

Man Baute im ''Kita Haus Kunterbunt'' 2010 2 Räume um für Krippenkinder und nahm den andren Kindern vom ''Kita Haus Kunterbunt'' den Freiraum!
Es war im vorhinein klar das die Kinderkrippe der Spielkiste für immer im ''Kita Haus Kunterbunt'' bleiben wird.
Da frag ich mich was da selbstverständlich ist das die Krippenkinder wieder dort einziehen sollen?

Was ich auch nicht nachvollziehen kann was soll das Reden hinterher?

Reihenvollge ist doch so

Reden mit den Betroffenen und Verandwortlichen
Dann Planen WIE, WAS, und WO was gebaut werden soll
Dann geht es an´s Bauen
und nicht wie es jetzt ist lassen wir sie erst mal anfangen und dann machen wir mal ein Baustopp dadurch wird den Kindern und dessen Eltern die ein Krippenplatz suchen nicht geholfen.

PS: Zum Umbau im Kita Haus Kunterbunt 2010
Ich persönlich wollte nicht das die Kinder der Spielkiste mit ins Haus Kunterbunt kommen aber es wurde ja vorher Beschlossen was gemacht wird bevor wir gefragt wurden nur mal so viel zum Thema und nun sind sie im Kita Haus Kunterbunt.

Mfg Andy
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