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Mo, 12:08 Uhr
21.02.2011

Geboren vor 230 Jahren

„Das Reich der Dichtung ist das Reich der Wahrheit; / schließt auf das Heiligtum, es werde Licht!“ Diese Verse gab Adelbert von Chamisso seinen jungen Dichterkollegen mit auf den Weg. Er steht am Samstag in der „Dichterstätte“ in Limlingerode im Mittelpunkt einer Lesung, weiß nnz-Autorin Heidelore Kneffel zu berichten...


Der Dichter (Foto: privat) Der Dichter (Foto: privat) Adelbert von Chamisso wurde am 30. Januar 1781, also vor 230 Jahren, in Frankreich auf Schloss Boncourt in der Champagne geboren und starb am 21. August 1838 in Berlin. Sein Leben wurde entscheidend von den Wirren der politischen Verhältnisse in der Zeit Napoleons geprägt. Er nahm 1806 am Feldzug gegen diesen teil.

Obwohl Französisch die Muttersprache Chamissos war, gelang es ihm, in der deutschen Fremdsprache bleibende Werke zu schaffen. Am bekanntesten sind die Erzählung „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“, ein unromantisches Märchen von einem Mann, der seinen Schatten verkauft, die Balladen „Das Riesenspielzeug“ über die Burg Niedeck im Elsass, „Der rechte Barbier“ und „Die Sonne bringt es an den Tag“. In der Lyrik stand Chamisso unter dem Einfluss Johann Wolfgang Goethes und Ludwig Uhlands. Einige Balladen widmen sich der sozialen Thematik, wie „Die alte Waschfrau“. Bekannt wurde gleichfalls sein Zyklus „Frauen-Liebe und -Leben“, den Robert Schumann vertonte.

Chamisso war auch Naturforscher, vor allem Botaniker, denn er betrieb von 1812-1815 medizinische, botanische und zoologische Studien an der Berliner Universität. 1835 wurde er zum Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften ernannt. Ihm zu Ehren wurden Pflanzenarten und auch einige Tierarten benannt.

Die Eindrücke seiner Weltumseglung hielt Chamisso lebendig in der Schrift „Reise um die Welt mit der Romanzoffischen Entdeckungs-Expedition“ fest, einem Meisterwerk der Reiseliteratur. Der Literaturpreis für deutschsprachige Migranten-Literatur trägt seinen Namen und wird seit 1985 in Deutschland an Autorinnen und Autoren nichtdeutscher Muttersprache verliehen.
Heidelore Kneffel

„Dichterstätte“ in Limlingerode, 26. Februar, ab 14.30 Uhr
Autor: nnz

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