Geld für Erschließung
Es geht doch noch voran in der Goldenen Aue. Nach mehr als 12 Jahren Planung ist heute das Geld für die Erschließung des Industriegebietes übergeben worden...
Bescheid übergeben (Foto: P. Grabe)
Nordthüringen bekommt eine Großfläche für Unternehmensansiedlungen. Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) übergab heute einen Zuwendungsbescheid über 24,5 Millionen Euro zur Erschließung des Industriegebiets Goldene Aue östlich von Nordhausen. Das rund 100 Hektar große Areal liegt unmittelbar an der Autobahn 38. Die Gesamtkosten der Erschließung belaufen sich auf 27,3 Millionen Euro.
Es wird höchste Zeit, auch in Nordthüringen einen Standort für Großansiedlungen zu entwickeln, sagte Machnig. Nach dem Erfurter Kreuz und der Industriefläche Grabfeld bei Meiningen verfüge künftig auch der Norden über ein geeignetes Angebot an größeren Industrieflächen. Das Areal in der Goldenen Aue lässt sich bei entsprechender Nachfrage in Teilflächen zwischen 20 und 35 Hektar parzellieren.
Die Erschließung soll spätestens im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Erschließungsträger ist die Löandesentwicklungsgesellschaft Thüringen (LEG). Das Projekt ist Bestandteil der Thüringer Großflächeninitiative.
Die Erschließungsarbeiten umfassen zum Beispiel den Bau zweier Anschlussstellen an die Landesstraße L 3080, einer Zufahrtsstraße mit Wendehammer, eines Wirtschaftswegs und der Zufahrten zu den Schaltanlagen für die Gasversorgung. Errichtet werden Anlagen zur Energie- und Wasserversorgung und zum Hochwasserschutz.
Als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft werden Ausgleichsflächen in Hesserode, Nordhausen (Gemarkung Gumpe) und Heringen begrünt und teilweise aufgeforstet. Außerdem ist eine denkmalfachliche Begleitung der Bauarbeiten durch das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) vorgesehen. Bereits erfolgt sind eine Baugrunduntersuchung und die Munitionsberäumung.
Autor: nnz
Kommentare
Harzspross
21.01.2011, 17:58 Uhr
Deutschland wird zubetoniert
Ich frage mich, wie Thüringen sein Ziel erreichen möchte, wenn Mittel für derartige Versiegelungsprojekte, wie jenes in der Goldenen Aue, fließen. Deutschland kann es sich aus ökologischen Gründen nicht länger erlauben, eine tägliche Versiegelung von 25 Fußballfeldern zuzulassen.
Die Zeiten der exzessiven, d.h. neue Flächen raubenden Projekte, ist angesichts von Klimawandel, Artenschwund und zunehmenden Hochwassergefahren nicht mehr zeitgemäß. In ostdeutschen Städten gibt es ungezählte Brachflächen, die, mangels Bevölkerung, immer seltener mit Wohnungen bebaut werden. Wir brauchen eine dezentrale, konzentrierte Wirtschaftsentwicklung und keine Megaprojekte auf der Grünen Wiese, die eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt noch mehr zu betonieren.
Zudem: Lassen Sie,liebe Politiker und Planer, Ihre Blicke über Ostdeutschland schweifen: Es gibt unzählige erschlossene Gewerbegebiete, die nun brachfallen, da sich keine Investoren finden. Selbst der angeblich soch so attraktive Raum Halle-Leipzig, mit Anschluss gleich an drei Autobahnen, ist voll davon!
Herausgeschmissenes Geld, das befürchte ich für die Goldene Aue, deren hervorragende Böden z.B. für den Anbau nachwachsender Rohstoffe zeitgemäßer genutzt werden könnten. Während Geld in die Versiegelung der grünen Wiese fließt, veröden die letzten Naturlandschaften der Region, weil die Schäfer für ihre Wolle kein Geld mehr erhalten, und so die die Kulturlandschaft pflegenden Schafe sich nicht mehr lohnen, mit der Folge der aktuellen, massiven Artenverluste...Thüringen drohen dafür EU-Strafen in Millionenhöhe, weil es seinen Verpflichtungen nicht nachkommt....
Für Gewerbegebiete aber ist Geld vorhanden, trotz des fraglichen Ausganges dieser Investitionen und trotz deren ökologischer Folgen in einem an sich schon hochindustriealisierten Land. Die EU-Strafen aber liegen fest und Thüringen tut nichts, um sie abzuwenden. Wer erklärt mir diese auch wirtschaftlich fragwürdige Nach-Mir-Die-Sintflut-Politik?
niemand hat gesagt
21.01.2011, 18:07 Uhr
Was ist mit den Vorhandenen Industriegebieten
Darweg, Mc. Donald?
Georg
21.01.2011, 19:57 Uhr
Millionengrab?
Schade um die versiegelten fruchtbaren Ackerflächen. Die Millionen werden anderswo viel dringender gebraucht.Ich denke da nur an die schlechten Straßen, die fehlenden Ortsumfahrungen Niedersachswerfen und Ilfeld.
Auch die Ausbaustrecke nach Erfurt wird von vielen Pendlern dringend gebraucht. Es gibt seit Jahren genügend erschlossene freie Flächen in den vorhandenen Industriegebieten. Ob es jemals Investoren für so ein großes Industrieobjekt gibt steht in den Sternen. Die suchen sich in den Osteuropäischen Ländern lukrativere Standorte in denen sie neben niedrigen Steuern auch genügend billige Arbeitskräfte vorfinden.
geloescht.otto
22.01.2011, 08:55 Uhr
das Geld
wird doch hier nur um geschaufelt in die Taschen, die schon genug haben!!!
Die bestehenden Industriegebiete, sogar nahe der A38 sind bei weitem noch nicht ausgelastet, aber da wird schon wieder wertvolles Ackerland unwiederbringlich vernichtet!! Werden hier wieder erschlossene und beleuchtete Grünflächen geschaffen?? Nur des Profits wegen - nur für ein paar wenige!!
TeeEff
22.01.2011, 13:41 Uhr
Bescheuert!
Gibt genug bisher ungenutzte dafür ausgeschriebene und schon erschlossene Flächen...
Und dann auch noch die Goldene Aue, die wegen ihrer ertragreichen Getreidefelder so heisst. BESCHEUERT!
Naja Hautpsache 10% der Weltgetreideernte als E10 in den Tank kippen...ist ja nicht so das jährlich über 9 Mio Menschen (Manche sagen 35 Mio) einfach verhungern...
H.Buntfuß
22.01.2011, 14:04 Uhr
Geld und Posten
Das Verhalten der meisten Stadträte zeigt in den vorliegenden Fall sehr deutlich, an was sie interessiert sind. Ist es nicht das schnöde Geld und der Posten im Stadtrat, warum sie alles abnicken?
WR-NDH
22.01.2011, 15:16 Uhr
Carpe Diem
Natürlich ist es völliger Blödsinn das wertvolle ACKERLAND der Goldenen Aue zu versiegeln. Diese Kurzsichtigkeit der verantwortlichen Weichensteller wird sich schon in einigen Jahren bitter rächen. Aber dann ist der Prozess nicht mehr rückgängig zu machen (zu teuer) und die Verantwortlichen sind nicht mehr im Amt. Für sie hat sich der Römerspruch Carpe Diem ausgezahlt. Der Begriff Nachhaltigkeit sagt denen ja nichts, oder?
Auf jedenfall ist es typisch für die Entscheider in Stadt und Kreis: wenn man Fördermittel in Anspruch nehmen kann, tut man dies auf Teufel komm ´raus! Sie sind nunmal Dünnbrettbohrer. Die unten genannten Beispiele untermauern das. Ich glaube auch, dass man, entsprechenden Willen vorausgesetzt, mit einigem Engagement und Blick auf das Große und Ganze, die im Kreisgebiet bereits vorhandenen Gewerbegebietsflächen hätte nutzen können.
Das hätte aber Ideen und Arbeit erfordert. Das Eine scheint man nicht zu haben, das Andere bedeutet nunmal, dass man mehr als nur Routine an den Tag legen muss.
Pe_rle
22.01.2011, 19:58 Uhr
Steuergelder vom Land
schade das es in Deutschland kein Gesetz gibt,wonach bei Fehlinvestitionen oder Fehlplanung der Verursacher mit seinem privaten Vermögen zur Rechenschaft gezogen werden kann. Dann wären die Regierenden in Nordhausen schon bettelarm. Die leeren Industiegebiete hier in der Stadt zeigen es ganz deutlich.
Nein, auch noch die goldene Aue verschandeln
Peppone
23.01.2011, 14:19 Uhr
Endlich, endlich gehts vorwärts.
Es hat fünfzehn lange Jahre gedauert, bis wir diese Fläche als INDUSTRIE Standort entwickelt haben. Leider viel zu spät, im Vergleich mit unseren Mitwettbewerbern, wie z.B. in Kölleda Kiebitzhöhe, im Eichsfeld und anderswo.
Dort stehen heute u.a. Mercedeswerke(MOTORENWERKE, alte Nordhäuser aufgepasst!!!) auf 43 ha Fläche mit hunderten von Arbeitsplätzen! Vor zehn Jahren auf besten Böden entwickelt, mitten im Thüringer Becken mit Bodenwertzahlen von nahezu 100!
Unser Industriegebiet entsteht auf einer ausgeräumten Agrarsteppe! Dort gibt es seit zwanzig Jahren keine Fauna(Tiere) mehr und die Flora besteht aus Weizen, Gerste und Raps verbunden mit ordentlich Pestiziden und Herbiziden im jährlichen Wechsel. Auf 100 ha dieser Fläche ist derzeitig EIN Arbeitsplatz in der Landwirtschaft entstanden!
Unsere Kinder brauchen aber mehr Arbeitsplätze, in denen Bruttosozialprodukt geschaffen wird um hier zu bleiben, es sind schon viel zu viele abgewandert! Gewerbegebiete sind keine Industriegebiete! Insofern ist es Nonsens, Restflächen von Gewerbebieten mit Industriegebieten gleichzusetzen.
Die Rentner und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sollten einmal darüber nachdenken, wer ihre Renten und Gehälter in Zukunft bezahlt, bevor sie hier kommentieren und lapidar Industriegebiete in der Stadt auf Flächen fordern, die jeder betroffene Anwohner ablehnen muss!
mr.nice
23.01.2011, 21:54 Uhr
wenn ich so was lese Endlich Endlich ist es Geschaft
das industriegebiet in der Goldenen Aue ist das beste beispiel wie sinnlos unser Geld zum Fenster heraus geworfen wird abgesehn das wir sowas hier nicht brauchen und nicht haben wollen ist die Natur Zerstörung am größten da haben sich Leute Gedanken gemacht die es ja voll drauf haben und nicht mal an die Menschen denken die da Wohnen
Peppone
23.01.2011, 23:43 Uhr
Hätte mich auch gewundert,
wenn mr. nice und co hier nicht festgestellt hätten, dass man so etwas wie ein Industriegebiet in der Region nicht braucht!
Der hat's nämlich auch voll drauf, denn mr. nice macht sich Sorgen um die Leute, die dort wohnen. Aber wer wohnt schon im erfundenen Hamsterbau? Menschliche Behausungen gibt es dort nachweislich nicht!
Retupmoc
24.01.2011, 08:05 Uhr
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