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Mi, 07:12 Uhr
05.01.2011

Diabolisch, komisch und tragisch

Franz Liszt war einer der ganz großen Künstler des 19. Jahrhundert, ungeheuer vielseitig als Komponist, umjubelter Klaviervirtuose, tätig auch als Schriftsteller und Dirigent. Seit 1848 war Weimar sein Lebensmittelpunkt, hier arbeitete er als Kapellmeister und Komponist ebenso bewunderter wie gescholtener Werke...


Zur Hofkapelle in Sondershausen, dem späteren Loh-Orchester, entwickelte sich eine besondere Beziehung, die Musiker kannten Liszt persönlich, und das Ensemble spielte viele seiner Werke. Zum großen Liszt-Jahr 2011, das in ganz Thüringen anlässlich von Liszts 200. Geburtstag begangen wird, erinnert sich daher auch das Loh-Orchester an diese große Künstlerpersönlichkeit.

So ist gleich zu Jahresbeginn das 4. Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters am 15. Januar im Haus der Kunst in Sondershausen und am 16. Januar im Theater Nordhausen Franz Liszt gewidmet. Die „Hommage an Liszt“ steht unter der musikalischen Leitung von Markus L. Frank.

Von weichen Klängen lebt Liszts Symphonische Dichtung über die mythologische Figur „Orpheus“, den Zähmer des Wilden und Ungebändigten. Zwei Klavierstücke von Liszt führen hingegen in das Reich des Diabolischen. Der „Totentanz“ für Klavier und Orchester ist eine atemberaubende Variation über den Choral „Dies irae“ („Tag des Zorns“) mit peitschenden Klavierklängen und kühner Harmonik. Dieses außergewöhnliche Werk wird am Klavier gespielt von Lev Vinocour (Foto), der bereits in der vergangenen Spielzeit mit dem 1. Klavierkonzert von Liszt das Publikum in Sondershausen und Nordhausen in seinen Bann schlug. In den Genuss seines Könnens kommen die Konzertbesucher darüber hinaus mit einem Stück für Klavier solo, dem Mephisto-Walzer Nr. 1 („Tanz in der Dorfschenke“), in dem Mephisto als diabolisch-zügelloser Verführer auftritt.

Neben diesen Werken von Franz Liszt erklingt Musik von zwei Komponisten, die nicht nur mit Liszt, sondern auch mit Sondershausen in Verbindung standen. Johannes Brahms, erklärter Gegner Liszts im damaligen Streit der musikalischen Parteien, hatte 1870 erwogen, sich als Kapellmeister der Sondershäuser Hofkapelle zu bewerben. Im 4. Sinfoniekonzert steht nun seine gleichermaßen leidenschaftliche wie dramatische „Tragische Ouvertüre“ auf dem Programm. Nicht tragisch, sondern komisch geht es dann zu in der letzten Sinfonie von Felix Draeseke. Draeseke bewunderte Liszt in jungen Jahren und begegnete ihn zum letzten Mal 1886 in Sondershausen. In diesem Jahr führte die Hofkapelle sein Klavierkonzert erstmals auf. Seine „Symphonia comica“ spielt auf sehr humorvolle Weise mit Traditionen der klassischen Sinfonie. Und das nicht nur im 2. Satz über einen von Fliegen gepeinigten Onkel (dem „Fliegenkrieg“).

Das Sinfoniekonzert beginnt an beiden Abenden um 19.30 Uhr. In der Einführung jeweils um 18.45 Uhr im Foyer mit Markus L. Frank und Konzertdramaturgin Juliane Hirschmann gibt es Wissenswertes vorweg.

Karten für das 4. Sinfoniekonzert unter dem Motto „Hommage an Liszt“ gibt es an der Theaterkasse (Tel. 0 36 31/98 34 52), in der Sondershausen-Information (Tel. 0 36 32/78 81 11) und an allen Vorverkaufsstellen der Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH.
Autor: nnz

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