Mo, 10:09 Uhr
03.01.2011
Alles inszeniert?
Für mächtigen Medienwirbel hat über den Jahreswechsel hinweg die Beschlagnahmung von Räumen des Jugendsozialwerks gesorgt, in denen Nichtsesshafte betreut werden sollten. Es bestünde die Gefahr, dass Menschen in Nordhausen erfrieren würden. Die nnz hat nachgefragt...
Und zwar beim Betreiber der Unterkunft in Nordhausen, dem Jugendsozialwerk. "In Nordhausen, aber auch im Landkreis Nordhausen muss kein Mensch erfrieren", sagt der Chef der Jugendsozialwerks, Andreas Weigel. Er versteht auch nicht, warum Bürgermeister Matthias Jendricke zu solch einer Reaktion neigte, denn der soziale Dienst der Nordhäuser Stadtverwaltung hatte zu jeder Zeit die Schlüssel für das Objekt in der Ullrichstraße.
Zur Historie: Das Haus in der Ullrichstraße, das dem Jugendsozialwerk gehört, ist der Nachfolger der Obdachlosenunterkunft am Gutsweg. Die resultiere aus der Zeit, da die Nordhäuser Stadtverwaltung noch ein eigenes Sozialamt hatte. Das Jugendsozialwerk hat einerseits einen Betreuungsvertrag mit dem Landratsamt abgeschlossen, bei dem Bürger in schwierigen Lebenslagen (zum Beispiel Menschen, die aus der Haft entlassen wurden) betreut werden. Mit der Stadtverwaltung Nordhausen sei laut Weigel ein Vertrag abgeschlossen worden, aufgrund dessen obdachlose Nordhäuser Bürger betreut werden sollen. Dieser Vertrag sei zum Jahresende ausgelaufen "und wurde nicht verlängert, weil es seitens der Stadtverwaltung keinen Bedarf mehr gegeben hat", wie Andreas Weigel der nnz erläuterte. Dadurch sind auch die Betreuungsstellen seitens des Jugendsozialwerks weggefallen.
Was aber mit den Nichtsesshaften, die nun Gefahr laufen zu erfrieren? "Für diese Personengruppe gab es keinen vertraglichen Zustand, die wurden quasi "mitbetreut". Die Frauen und Männer, die von Stadt zu Stadt ziehen, holen sich beim Landratsamt oder bei der ARGE eine Bescheinigung ab und konnten dann in der Ullrichstraße aufgenommen werden."
Laut Weigel ist das Auslaufen des Vertrages mit der Stadtverwaltung seit Juni bekannt, ob es auch den politischen Gremien wie Stadtrat oder Ausschüssen ebenfalls bekannt ist, will der Geschäftsführer nicht bestätigen. Seinen Worten zufolge, trägt die Stadtverwaltung für den jetzigen Zustand die Verantwortung und nicht das Landratsamt. Und übrigens: Nicht 200 Personen werden in Nordhausen als Nichtsesshafte betreut, sondern rund 150, korrigiert Andreas Weigel die von der Stadtverwaltung genannten Zahlen.
Autor: nnzUnd zwar beim Betreiber der Unterkunft in Nordhausen, dem Jugendsozialwerk. "In Nordhausen, aber auch im Landkreis Nordhausen muss kein Mensch erfrieren", sagt der Chef der Jugendsozialwerks, Andreas Weigel. Er versteht auch nicht, warum Bürgermeister Matthias Jendricke zu solch einer Reaktion neigte, denn der soziale Dienst der Nordhäuser Stadtverwaltung hatte zu jeder Zeit die Schlüssel für das Objekt in der Ullrichstraße.
Zur Historie: Das Haus in der Ullrichstraße, das dem Jugendsozialwerk gehört, ist der Nachfolger der Obdachlosenunterkunft am Gutsweg. Die resultiere aus der Zeit, da die Nordhäuser Stadtverwaltung noch ein eigenes Sozialamt hatte. Das Jugendsozialwerk hat einerseits einen Betreuungsvertrag mit dem Landratsamt abgeschlossen, bei dem Bürger in schwierigen Lebenslagen (zum Beispiel Menschen, die aus der Haft entlassen wurden) betreut werden. Mit der Stadtverwaltung Nordhausen sei laut Weigel ein Vertrag abgeschlossen worden, aufgrund dessen obdachlose Nordhäuser Bürger betreut werden sollen. Dieser Vertrag sei zum Jahresende ausgelaufen "und wurde nicht verlängert, weil es seitens der Stadtverwaltung keinen Bedarf mehr gegeben hat", wie Andreas Weigel der nnz erläuterte. Dadurch sind auch die Betreuungsstellen seitens des Jugendsozialwerks weggefallen.
Was aber mit den Nichtsesshaften, die nun Gefahr laufen zu erfrieren? "Für diese Personengruppe gab es keinen vertraglichen Zustand, die wurden quasi "mitbetreut". Die Frauen und Männer, die von Stadt zu Stadt ziehen, holen sich beim Landratsamt oder bei der ARGE eine Bescheinigung ab und konnten dann in der Ullrichstraße aufgenommen werden."
Laut Weigel ist das Auslaufen des Vertrages mit der Stadtverwaltung seit Juni bekannt, ob es auch den politischen Gremien wie Stadtrat oder Ausschüssen ebenfalls bekannt ist, will der Geschäftsführer nicht bestätigen. Seinen Worten zufolge, trägt die Stadtverwaltung für den jetzigen Zustand die Verantwortung und nicht das Landratsamt. Und übrigens: Nicht 200 Personen werden in Nordhausen als Nichtsesshafte betreut, sondern rund 150, korrigiert Andreas Weigel die von der Stadtverwaltung genannten Zahlen.

