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So, 19:39 Uhr
02.01.2011

nnz-Forum: Jahresrück- und Vorblick

Wieder ist ein Jahr vergangen und was hat es den Bürgern gebracht? Viel Gutes gibt es da nicht zu berichten, das Negative überwiegt nun schon seit Jahren. Wer die Augen vor der Wahrheit nicht verschließt, hat das selber bemerkt. nnz-Leser Harald Buntfuß mit seiner ganz eigenen Bilanz...


Das einzige, was kontinuierlich wächst, ist der Schuldenberg der allermeisten Kommunen. Nehmen wir, was Nordhausen betrifft, das Millionengrab Nentzelsrode, das uns noch eine Weile erhalten bleiben wird, als Steuern verzehrendes Geschenk des Landrates an die Bürger des Kreises. Denken wir auch an die Projekte der Stadt, wie zum Beispiel das Einkaufszentrum am Pferdemarkt. Das mittlerweile sehr umstrittene Projekt Autohof, sei nur am Rande erwähnt.

Manchmal muss man sich schon fragen: Wozu haben wir überhaupt Stadträte und Kreistagsmitglieder? Ihren Aufgaben sind die Damen und Herren anscheinend nicht so ganz gewachsen mit der Folge, dass die Bürger für diesen Mangel an Kompetenz mit höheren Gebühren und Preisen bestraft werden. Es erweckt den Anschein, der Bürger sei Schuld an dem Desaster, welches von den Politikern hinterlassen wird. Jedes Jahr steigen die Schulden und verantwortlich dafür sind natürlich die „Sozialschmarotzer“, wie die Bedürftigen gern von vielen Politikern hinter vorgehaltener Hand genannt werden.

Allerdings sind viele einfache Bürger mit schuld an den Missständen, haben doch viele solche unfähigen Politiker gewählt! An den Stammtischen wird gejammert und gelästert, aber wenn man – wenn überhaupt – an die Wahlurnen geht, werden die selben Personen wiedergewählt. Hier ist keine der Parteien auszuschließen, auch von den LINKEN, die sich so sozial geben, sitzen Genossen in den verschiedenen Aufsichtsräten und nicken scheinbar nur. Es geht offensichtlich zuallererst um einen Posten, an den man sich mit aller Gewalt klammert.

Ein Blick auf dieses Jahr verheißt nichts Gutes. Vor allem die Bedürftigen werden sich umschauen, was man ihnen alles zumutet. Da kommt die Mietpauschale und die Optionskommune wird angestrebt, um den Kreis Geld in die maroden Kassen zu spülen, wenngleich die Politiker und ihre Helfer nicht müde werden, immer wieder zu betonen, dass die gesamten Kosten der Unterkunft übernommen werden sollen. Wenn dem so ist, warum diskutiert man dann über eine Mietpauschale?

Da fällt mir die Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten ein. Was ich da gehört habe, waren für mich nichts als Phrasen, wie man sie aus den Sonntagsreden solcher Personen zur Genüge kennt. Er spricht von „Helfen“, „Solidarität“, „Achtung“ und vielem mehr. Ja, das verlangt der Präsident von seinem Volk! Und der Staat selber kommt mit Gesetzen daher, die alles andere als solidarisch sind. Nehmen wir das Gesundheitsgesetz: Es ist so geschneidert, dass jeder, der nicht genug Geld hat, auf gute ärztliche Behandlung verzichten muss.

Oder man sehe sich das neue Hartz-Gesetz an, welches eigentlich von der „Leyen 1.0“ heißen müsste. Sozialexperten sagen, dieses Gesetz diene nur dazu, die Bedürftigen auszuhungern. Mit diesem Gesetz kann man die Hungerlöhne der noch arbeitetenden Bevölkerung noch weiter drücken. Die Regierung spannt Rettungsschirme über Banken und Konzerne. Das Geld nimmt sie aus den Taschen der Arbeiter und Bedürftigen und die Reichen genießen freudig den Geldsegen von der Regierung.

Und unser Bundespräsident stellt sich hin und leiert Phrasen übers Zusammenwachsen herunter. Wie weit unsere Politiker gehen, zeigt ein der Ausspruch einer Politikerin. Sie verlangt, „Böller-Verbot für Hartz-IV-Empfänger“ Auch die Kanzlerin drischt lauter Phrasen: Für Wohlstand brauche das Land das Land „Menschen, die etwas besser machen wollen“. Frage, warum ist sie und Ihre Minister dann noch im Amt? Das zeigt doch sehr deutlich wo „der Fisch zu stinken“ anfängt. Vor Terroristen brauchen wir uns nicht zu fürchten, unser Land wird von den Regierenden und Ihren Helfern bestens zu Grunde gerichtet. Oder?

Herr Wieczorek schlägt in seinem Buch „Die Dilettanten“ folgendes vor. „Statt Schlips und Kragen sollten die Politiker im Bundestag Trikots tragen, mit den Logos der Firmen, von denen sie bezahlt werden. Um Kontakte zu vereinfachen, könnte auch gleich die Kontonummer des Politikers auf dem Rücken gut lesbar angebracht sein“. Eine gute Idee auch für regionale Politiker. Übrigens in diesen Buch kann man auch etwas über die OB von Nordhausen erfahren.

Schon Otto von Bismarck sagte: „Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Peppone
02.01.2011, 20:27 Uhr
Und was ist die Botschaft,
lieber Herr Buntfuss? Revolution mogen um 16.00 Uhr vor dem Rathaus? Was muss ich mitbringen?

Da Sie ja so gerne Bismarck zitieren, hier mal ganz speziell für Sie: "Verfallen wir nicht in den Fehler, bei jedem Andersmeinenden entweder an seinem Verstand oder an seinem guten Willen zu zweifeln."

Der Bismarck war schon ein schlaues Kerlchen! Gelle, Herr Buntfuss? ;-)
Retupmoc
03.01.2011, 07:57 Uhr
Ein schönes 2011,
sehr geehrter Herr Buntfuß.Ich wollte eigentlich einen ähnlichen Text verfassen - sie waren schneller und haben alles auf den Punkt gebracht. Dafür Danke !

@ Hubertus - anscheinend gehören Sie zu der Generation, die Zusammenhänge nicht versteht. Frau Merkel (ehem. FDJ - Wandzeitungsredakteurin und MItglied der FDJ - Kreisleitung) im Bund und Frau Lieberknecht (ehem. Wandzeitungsredakteurin und FDJ - Funktionär) haben die Zeichen der Zeit besser als Sie erkannt. Beide unterwandern geschickt das ach so böse kapitalistische System und werden den Sozialismus auf einer höheren Stufe in Gesamtdeutschland einführen.

Mal sehen was Sie dann dazu sagen, Hubertus. Träumen Sie ruhig weiter von der Überlegenheit der Kapitalisten. Naja überlegen sind die schon...im dem einfachen Volk eine Meinung in den Mund legen und es gegeneinander aufzuhetzen. Bei Ihnen scheinen Sie schon Erfolg gehabt zu haben.
Eckenblitz
03.01.2011, 13:08 Uhr
Gelungener Artikel
Herr Buntfuß,
was Sie da geschrieben haben, halte ich für sehr INTERESSANT. Scheren Sie sich nicht darum, was Personen wie Hubertus schreiben. Man kann doch deutlich spüren, dass der Kommentar voller OHNMÄCHTIGER WUT ist.

Es soll ja Kritiker geben, die an Hand eines Wortes eine Kritik über eine ganzes Buch veröffentlichen. Hubertus sollte einmal die Bücher von WIECZOREK, ROTH, ARMIN und JÜRGS lesen.
Mister X
03.01.2011, 19:36 Uhr
Nicht schlecht
Ein sehr guter Artikel. Dem ist nichts hinzuzufügen. Vielleicht eine Empfehlung an unsere Polit-Eliten, sie alle sollten sich einmal die Sendung „NEUES AUS DER ANSTALT“ansehen. Urban Priol nimmt die gesamten, ach so GUTEN Politiker aufs Korn.

Da heißt es schon mal, die Kanzlerin ist eine politische Wanderhure, oder Westerwelle sei die Buffmutter der Wirtschafftsnutten. (Gesendet BR 31.12 2010 23.00 Uhr Tilt.) Ich würde anweisen, dass vor allen politischen Veranstaltungen die neuste Ausgabe von Priol gezeigt wird. Aber so wie unsere Politiker gestrickt sind, beklatschen sie auch noch ihre eigene Unfähigkeit.
Peppone
04.01.2011, 20:40 Uhr
Sehen Sie
Herr Buntfuss, Kritik um des Kritisierens willen nutzt sich irgendwann ab. Kritikaster haben nur eine kurze Halbwertszeit, der Weg als Ziel reicht heute nicht mehr aus. Die Leute wollen schon wissen, wohin die Reise geht. Früher haben Sie hier die Charts gestürmt, heute muss man erst plakativ kommentieren, damit überhaupt noch jemand die immer wiederkehrende Geschichte wahrnimmt.

Ein kleines Bismarckzitat, nur mal so zum Nachdenken, sei zum Abschluss noch gestattet: „Gegen die Regierung mit allen Mitteln zu kämpfen ist ja ein Grundrecht und Sport eines jeden Deutschen.“

PS: Damit hat der olle Bismarck sicher recht, Sie kämpfen aber gegen Regierung und Opposition gleichzeitig, das macht die Sache so schwierig. ;-)
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