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Do, 15:48 Uhr
16.12.2010

Humboldt-Torte in Auleben

Wohlige Wärme empfing gestern am Abend die Besucher des Humbldtschen Schlosses in Auleben, die sich in der weißen Winterlandschaft per Auto oder zu Fuß auf den Weg gemacht hatten, um der Familie Wilhelm und Caroline von Humboldt nahe sein zu können. Ein Bericht von nnz-Autorin Heidelore Kneffel...

Humboldt in Auleben (Foto: privat) Humboldt in Auleben (Foto: privat)

Eine aparte weihnachtliche Atmosphäre verbreitete sich auch dank des vorweihnachtlichen Zimmerschmuckes, den Frau Weber gestaltete. Zahlreicher Kerzenschein erinnerte daran, dass Caroline von Humboldt als eine der Erfinderinnen des erleuchteten Weihnachtsbaumes gilt.

Eine ähnliche Atmosphäre hat sicherlich die Zimmer des Schlosses auch zu Weihnachten 1792 durchzogen, als die junge Humboldfamilie den verehrten Altertumsforscher Friedrich August Wolf für vierzehn Tage als Gast bei sich hatte und ein emsiges „Griechischtreiben“ herrschte, also die antike Welt der Griechen und Römer den Großteil der Gespräche beherrschte. Man war so in Auleben wenige Jahre nach der Französischen Revolution auf der Suche nach einer dem Zeitgeist entsprechenden Staatsform.

Anlass der gestrigen Abendveranstaltung war die Vorstellung der druckfrischen neunzehnseitigen mehrfarbigen Broschüre: „Die Familie Wilhelm und Caroline von Humboldt, insbesondere ihre Aufenthalte in Auleben“. Hergestellt wurde sie vom Regionale-Verlag in Auleben. Heidelore Kneffel schrieb den Text und fügte vierzehn Fotografien hinzu, die die unterschiedlichen Lebenssituationen dieser ungewöhnlichen Familie aufzeigen. Von Erfurt über Auleben, Tegel und Rom geht die Bilderreise. Letztgenannte Stadt war ja schon im Dorf an der Helme ein Sehnsuchtsort gewesen.

Nach der Begrüßung durch Herrn Christian Büchting, dem stellvertretenden Bürgermeister Aulebens, und Herrn Harald Karnstedt vom Förderverein „Goldene Aue“, der der Stiftung der Kreissparkasse Nordhausen und e.on – Thüringer Energie als den Sponsoren des Druckes dankte, stellte Heidelore Kneffel unterschiedliche Episoden aus dem Leben der Humboldts vor, so dass diese als sehr lebendige Wesen geistig anwesend waren.

Während des Vortrages duftete eine wohlgeformte hellbraun leuchtende Torte durch den Raum, deren Rezeptur dem Förderverein von einem Herrn von der Burg, Mitglied der weltweit agierenden Humboldtgesellschaft, zugeschickt wurde. Frau Karnstedt, die die Torte für diesen Abend schuf, verriet, dass zahlreiche Eier darin enthalten sind, zermahlenes dunkles Brot und verschiedene Gewürze, auch Rosenwasser. Die „Brottorte“ fand großen Zuspruch. Es gilt als nicht unmöglich, dass es in Auleben bald eine Humboldttorte oder einen Humboldtkuchen geben wird. Grüner Tee wurde gereicht, denn Caroline gab seit ihrer Zeit in Jena mindestens einmal pro Woche eine Teegesellschaft, wo sich Literaten, Künstler, Gelehrte, Diplomaten in entspannter Atmosphäre einfanden.

Der Abend in Auleben klang in lockeren Gesprächsrunden aus, und als ein Resümee war klar, dass es in diesem Dorf bald eine Straße geben möge, die den Namen von Humboldt-Dacheröden trägt, denn die gibt es erstaunlicher Weise noch nicht.
Heidelore Kneffel
Autor: nnz

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