Do, 19:53 Uhr
27.03.2003
Grausiger Fund
Nordhausen (nnz). Sonja Polz wohnt in der Martinstraße. Die Nordhäuserin freut sich über die Sanierung der Straße, über das neue Outfit des Frauenberges. Heute allerdings macht sie einen grausigen Fund, der ihr das Blut in den Adern stocken ließ.
Als Sonja Polz gegen 17 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, da war die Welt für die Frau noch in Ordnung. Von der Dachterrasse ihres Hauses schaute sie wieder einmal in Richtung Frauenberger Kirche. Was sie jedoch unmittelbar neben der Martinstraße entdeckte, das ließ sie erschaudern: Auf einem Haufen lagen menschliche Knochen. Irgendwo ausgegraben und liegengelassen.
Die nnz war gegen 19 Uhr vor Ort und erhielt die Bestätigung: Sieben bis acht Schädelknochen, unzählige Oberarm- und Oberschenkelknochen müssen Bauarbeiter gefunden haben. Die Überreste von Menschen ließen sie einfach im Dreck liegen. Zwei Schädelknochen weisen Löcher auf. Einschüsse?
Wer sind diese Toten? Wie und wann starben sie? Befindet sich in der Nähe der Martinstraße ein Massengrab? All diese Fragen gehen der Nordhäuserin durch den Kopf. Sie denkt zurück an die schrecklichen Tage und Nächte im April vor 58 Jahren, als Nordhausen im Flammenmeer verblutete. Bei diesen Angriffen verlor Sonja Polz ihre Mutter. Eine Bombe traf das Haus an der Frauenberger Stiege.
Die Nordhäuserin friert an diesem Abend. Sie friert auch, weil sich bislang niemand um die Gebeine gekümmert hat. Pietätlos, sagt sie und fragt: Haben die Bauarbeiter das nicht gemeldet? Eine Schippe steht zehn Meter von den Knochen entfernt achtlos am Hang. Wenn das aber gemeldet wurde, warum wurde der Fundort nicht abgesichert oder wurde abgedeckt. Manchmal spielen hier Kinder...
Autor: nnz
Als Sonja Polz gegen 17 Uhr von der Arbeit nach Hause kam, da war die Welt für die Frau noch in Ordnung. Von der Dachterrasse ihres Hauses schaute sie wieder einmal in Richtung Frauenberger Kirche. Was sie jedoch unmittelbar neben der Martinstraße entdeckte, das ließ sie erschaudern: Auf einem Haufen lagen menschliche Knochen. Irgendwo ausgegraben und liegengelassen. Die nnz war gegen 19 Uhr vor Ort und erhielt die Bestätigung: Sieben bis acht Schädelknochen, unzählige Oberarm- und Oberschenkelknochen müssen Bauarbeiter gefunden haben. Die Überreste von Menschen ließen sie einfach im Dreck liegen. Zwei Schädelknochen weisen Löcher auf. Einschüsse?
Wer sind diese Toten? Wie und wann starben sie? Befindet sich in der Nähe der Martinstraße ein Massengrab? All diese Fragen gehen der Nordhäuserin durch den Kopf. Sie denkt zurück an die schrecklichen Tage und Nächte im April vor 58 Jahren, als Nordhausen im Flammenmeer verblutete. Bei diesen Angriffen verlor Sonja Polz ihre Mutter. Eine Bombe traf das Haus an der Frauenberger Stiege.
Die Nordhäuserin friert an diesem Abend. Sie friert auch, weil sich bislang niemand um die Gebeine gekümmert hat. Pietätlos, sagt sie und fragt: Haben die Bauarbeiter das nicht gemeldet? Eine Schippe steht zehn Meter von den Knochen entfernt achtlos am Hang. Wenn das aber gemeldet wurde, warum wurde der Fundort nicht abgesichert oder wurde abgedeckt. Manchmal spielen hier Kinder...

