Sa, 11:24 Uhr
04.12.2010
nnz-Wetterrückblick: Absturz
Ein sehr ungewöhnlicher letzter Herbstmonat. Auf dem Weg in den Winter wurde es erst noch einmal so richtig schön frühlingshaft. Nach einem etwas kühleren Monatsstart kletterten ab der zweiten Monatshälfte die Tageshöchsttemperaturen auf mindestens 10°C. So begann der Wetterrückblick im vergangenen November 2009. Und kann auch der heutige beginnen...
Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat)
Allerdings haben wir die Tageshöchsttemperaturen um 100% übertroffen: 20,4°C war in 2010 die maximale Temperatur (Stundenmittel), gemessen am 14. November. Ein letztes Aufbäumen subtropischer Luftmassen. Vor dem Winter. Von da an ging es dann bergab. Das Nordhäuser Monatsmittel betrug 5,8°C (2009: 8,4°C als Maximum seit 1956). Knapp vier Grad beträgt die mittlere Novembertemperatur zwischen 1961 und 1990. 4,6°C sind es bereits zwischen 1971 und 2000. Der Trend zeigt nach oben die tatsächlichen Temperaturen des November-Wetters in der zweiten Monatshälfte jedoch klar nach unten.
Seit dem 26. November herrscht Dauerfrost, die Tageshöchsttemperaturen lagen zwischen 0,5°C und 4°C, die minimale Temperatur betrug 7,7°C. Damit startet der frühzeitige Winter in 2010 mit 5 Eistagen und 7 Frosttagen (2009: 0 Tage). Die Luftmassen stammen aus Nordosten und stoßen nach Südwesten gen Spanien vor. Verantwortlich ist ein Kältehoch über Skandinavien und Tiefdruckgebiete über Russland, die aufgrund ihrer gegenläufigen Drehrichtungen sehr kalte polare Luftmassen zu uns transportiert haben.
Die Schneefälle der letzten Novembertage, die vor allem im Süden und Osten Deutschlands den Autofahrern das Leben schwer gemacht haben, blieben in Nordhausen aus. Das Regenradar zeigte eine Drehrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn quasi rund um den Südharz. Die Fronten mit ergiebigen Niederschlägen sind an uns vorbei marschiert. Wind hatten wir trotzdem bis 10 m/s, Böen lagen deutlich darüber. Schneeverwehungen gab es deshalb auch bei uns.
Der Niederschlag liegt mit 43,6 mm knapp unter dem langjährigen Mittel von 49,2 mm. Gefallen ist dieser an 23 Tagen. Dem Niederschlag steht die Verdunstung gegenüber: Nur 17 mm des gefallenen Niederschlags wurden theoretisch im November verdunstet. Damit ist die Bilanz seit Februar 2010 zum ersten Mal wieder positiv.
Die Taupunkttemperatur, also die Temperatur, ab der Wasserdampf in der Luft kondensiert und z.B. Tau bzw. Reif entstehen kann, lag an fast allen Tagen über der Lufttemperatur. Damit war die Chance auf Nebel und diesiges Wetter sehr hoch. Betrachtet man die Globalstrahlung, also die Energiemenge in Watt, die uns die Sonne pro Quadratmeter gesendet hat, so spiegelt sich das diesige Wetter wieder: 26W/m² und Tag - mehr war es nicht. Zum Vergleich: Bisher wurden im Tagesmittel über das Jahr 2010 137 W/m² eingestrahlt. Die Sonnenscheindauer lag bei 19 Stunden, weniger als eine Stunde pro Tag, an 15 Tagen war die Sonne überhaupt nicht zu sehen (Langjährige Summe: 49 Stunden). Hinzu kommt, wie auch im vergangenen Winter, eine verstärkte Reflektion der Sonnenstrahlen auf der Schneedecke, die wiederum zu einer reduzierten Absorption der Sonnenenergie im Boden führt der Bodenwärmestrom sinkt, der Boden kühlt langsam aus.
Noch ein kurzer Rückblick in den Herbst 2010: Die Lufttemperatur betrug 9,7°C (LJM: 8,9°C). Der Niederschlag lag mit 108 mm unter der langjährigen Niederschlagssumme (130 mm). In den letzten 5 Jahren zeigte sich der Herbst auf dem Campus der FH Nordhausen mit einer großen Variabilität der Messdaten, sowohl was Temperaturen als auch die Summe der Niederschläge angeht.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp
Autor: nnz
Parnieske-Pasterkamp (Foto: privat)
Allerdings haben wir die Tageshöchsttemperaturen um 100% übertroffen: 20,4°C war in 2010 die maximale Temperatur (Stundenmittel), gemessen am 14. November. Ein letztes Aufbäumen subtropischer Luftmassen. Vor dem Winter. Von da an ging es dann bergab. Das Nordhäuser Monatsmittel betrug 5,8°C (2009: 8,4°C als Maximum seit 1956). Knapp vier Grad beträgt die mittlere Novembertemperatur zwischen 1961 und 1990. 4,6°C sind es bereits zwischen 1971 und 2000. Der Trend zeigt nach oben die tatsächlichen Temperaturen des November-Wetters in der zweiten Monatshälfte jedoch klar nach unten. Seit dem 26. November herrscht Dauerfrost, die Tageshöchsttemperaturen lagen zwischen 0,5°C und 4°C, die minimale Temperatur betrug 7,7°C. Damit startet der frühzeitige Winter in 2010 mit 5 Eistagen und 7 Frosttagen (2009: 0 Tage). Die Luftmassen stammen aus Nordosten und stoßen nach Südwesten gen Spanien vor. Verantwortlich ist ein Kältehoch über Skandinavien und Tiefdruckgebiete über Russland, die aufgrund ihrer gegenläufigen Drehrichtungen sehr kalte polare Luftmassen zu uns transportiert haben.
Die Schneefälle der letzten Novembertage, die vor allem im Süden und Osten Deutschlands den Autofahrern das Leben schwer gemacht haben, blieben in Nordhausen aus. Das Regenradar zeigte eine Drehrichtung entgegen dem Uhrzeigersinn quasi rund um den Südharz. Die Fronten mit ergiebigen Niederschlägen sind an uns vorbei marschiert. Wind hatten wir trotzdem bis 10 m/s, Böen lagen deutlich darüber. Schneeverwehungen gab es deshalb auch bei uns.
Der Niederschlag liegt mit 43,6 mm knapp unter dem langjährigen Mittel von 49,2 mm. Gefallen ist dieser an 23 Tagen. Dem Niederschlag steht die Verdunstung gegenüber: Nur 17 mm des gefallenen Niederschlags wurden theoretisch im November verdunstet. Damit ist die Bilanz seit Februar 2010 zum ersten Mal wieder positiv.
Die Taupunkttemperatur, also die Temperatur, ab der Wasserdampf in der Luft kondensiert und z.B. Tau bzw. Reif entstehen kann, lag an fast allen Tagen über der Lufttemperatur. Damit war die Chance auf Nebel und diesiges Wetter sehr hoch. Betrachtet man die Globalstrahlung, also die Energiemenge in Watt, die uns die Sonne pro Quadratmeter gesendet hat, so spiegelt sich das diesige Wetter wieder: 26W/m² und Tag - mehr war es nicht. Zum Vergleich: Bisher wurden im Tagesmittel über das Jahr 2010 137 W/m² eingestrahlt. Die Sonnenscheindauer lag bei 19 Stunden, weniger als eine Stunde pro Tag, an 15 Tagen war die Sonne überhaupt nicht zu sehen (Langjährige Summe: 49 Stunden). Hinzu kommt, wie auch im vergangenen Winter, eine verstärkte Reflektion der Sonnenstrahlen auf der Schneedecke, die wiederum zu einer reduzierten Absorption der Sonnenenergie im Boden führt der Bodenwärmestrom sinkt, der Boden kühlt langsam aus.
Noch ein kurzer Rückblick in den Herbst 2010: Die Lufttemperatur betrug 9,7°C (LJM: 8,9°C). Der Niederschlag lag mit 108 mm unter der langjährigen Niederschlagssumme (130 mm). In den letzten 5 Jahren zeigte sich der Herbst auf dem Campus der FH Nordhausen mit einer großen Variabilität der Messdaten, sowohl was Temperaturen als auch die Summe der Niederschläge angeht.
Dr. Jutta Parnieske-Pasterkamp

