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Di, 15:32 Uhr
30.11.2010

nnz-Interview: Wieder mitnehmen

Noch nicht einmal einen Tag ist Stefan Nüßle der neue "Chef" der Nordhäuser Christdemokraten, schon hat ihn die nnz befragt...


nnz: Herr Nüßle, warum jetzt der personelle Wechsel an der Spitze an der Spitze der CDU in Nordhausen?

Nüßle: Innerhalb des Vorstands des Stadtverbandes gab es bereits über längeren Zeitraum Absprachen, die Arbeit zwischen Fraktion und Partei noch besser zu gestalten. Und es gab die Vorstellungen von Norbert Klodt, sich künftig mehr auf die Führung der Stadtratsfraktion zu konzentrieren. Mit meiner Wahl zum Vorsitzenden haben wir quasi eine Kreuzdoppelspitze geschaffen. Die Fraktion führt Norbert Klodt, ich den Stadtverband, gleichzeitig haben wir in den Gremien jeweils Stellvertreterfunktionen. So gibt es sehr kurze Drähte bei der Vorbereitung von Entscheidungen. Ich will auch nicht verhehlen, dass ich eine gewisse Reibungsfläche besitze, die es jetzt einzusetzen gilt.

nnz: Wer zum Beispiel soll sich an Ihnen reiben?

Nüßle: Als Stadtverband wollen wir der Fraktion mehr Rückenwind geben. Das soll zum Beispiel bei der Beigeordnetenwahl deutlich werden. Ich gehe davon aus, dass es bereits am 15. Dezember einen weiteren Wahlgang geben wird. Ich weiß aber auch, dass die Stellvertreterregelung im Rathaus eindeutig ist. Wir brauchen Herrn Jendricke zum Beispiel als Stellvertreter der Oberbürgermeisterin nicht. Wir haben eine hauptamtliche und zwei ehrenamtliche Beigeordnete, die jederzeit die OB vertreten können.

nnz: Ist diese Konfrontation im Stadtrat denn immer förderlich für die kommunale Politik?

Nüßle: Das ist sie sicherlich nicht, und ich wünsche mir auch, dass man künftig etwas vernünftiger miteinander umgehen kann. Aber: Zu einem vernünftigen Umgang gehören alle Seiten und da erkenne ich bei der SPD momentan kein Signal.

nnz: Wie beschreiben Sie die mittelfristigen Ziele Ihrer Arbeit?

Nüßle: Da ist zum einen das Wahljahr 2012, wir als CDU wollen einen kompetenten und anerkannten Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen schicken. Vor allem aber, und da sehe ich ab sofort meine Aufgabe als CDU-Vorsitzender im Stadtverband, wollen wir die Reihen wieder schließen. Es gibt leider immer noch zu viele Christdemokraten, die sich von der aktiven Parteiarbeit abgewandt haben. Die müssen wir für unsere gemeinsame Arbeit wieder interessieren. Für unsere Nordhäuser CDU, aber auch für die Zukunft der Stadt Nordhausen.

nnz: Vielen Dank für das Interview.
Autor: nnz

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Kommentare
Motte83
30.11.2010, 17:44 Uhr
Neue Besen kehren gut...
...sagt man ja so. Aber hier hat die CDU einen alten Besen aus der Ecke geholt.

Naja, ich hätte ihn wohl auch lieber in der Funktion des Vorsitzenden, als des Schatzmeisters. Und ein Sparpotenzial hat er in der Stadt auch schon gefunden. Eine Beigeordnetenstelle.

Prinzipiell bin ich ja für diese Einsparung. Aber woher nehmen wir dann die Arroganz, ausgerechnet die erste und nicht die zweite Beigeordnetenstelle zu streichen. Ach ja, ich vergaß: auf der zweiten sitzt ja eine Parteifreundin.

Nee Leute, jetzt mal im Ernst: Herr Nüßle wünscht sich mehr Kooperation in der Lokalpolitik. Und um das zu untermauern, schießt er gleich mal gegen jemanden.
Hoffentlich meint will er nicht Oberbürgermeister werden, nachdem er die Stelle des Finanzdezernenten gestrichen hat. Dann doch lieber Jendricke mit seinem Sparkurs. Der spart wenigstens ins Stadtsäckel und nicht in seine eigene Tasche.
Peppone
30.11.2010, 22:50 Uhr
Politische Kultur?
In jeder noch so unwichtigen politischen Gebietskörperschaft bekommt ein neuer Amtsinhaber, in diesem Fall einer, der mit Stadtfinanzen nichts zu tun hat, wenigstens 100 Tage „Schonzeit“!

Solche Kommentare-„ … Dann doch lieber Jendricke mit seinem Sparkurs. Der spart wenigstens ins Stadtsäckel und nicht in seine eigene Tasche.“ zeigen den abgrundtiefen Verfall der politischen Kultur in Nordhausen!
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