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Mo, 07:11 Uhr
29.11.2010

Es war einmal...

So beginnen nicht nur in Nordhausen die Märchen. Mit einem klitze-kleinen Politmärchen in der Vorweihnachtszeit wollen wir Sie auf den neuesten Stand des Personal-Karussells im Nordhäuser Rathaus bringen.


Ein Bürgermeister in Nordhausen wollte in dieser Stadt weiter regieren, ein renitenter Teil der vom Volk beauftragten Frauen und Männer wollte das verhindern. In einem ersten Versuch klappte das. Zwar knapp, aber dennoch, ein erster Sieg, die Schlacht jedoch ist noch nicht vorbei. Die Getreuen des Bürgermeisters rüsten weiter auf. Sie werden vielleicht - in der Weihnachtszeit ist das legitim - kleine oder größere Geschenke packen und verteilen. Zum Beispiel vielleicht weitere Zusagen für einen Zusammenschluss von Menschen, die sich um einen Park in Nordhausen kümmern. Eine erste Anzahlung soll es bereits gegeben haben, munkeln einige Kobolde im Rathause zu Nordhausen.

Andere böse Volk-Beauftragte wollten Geschenke nicht annehmen und wurden dadurch in die Kategorie der höchsten Demokratie-Gefährdung eingestuft. Nun folgt aus dieser immer noch vermeintlich sicheren Stellung heraus erst einmal das Sichern der eigenen Gräben und Waldhütten. Da werden Gesetzlichkeiten gelesen, bewertet und für gut befunden.

Diejenigen, die den Bürgermeister nicht leiden können, die rüsten ebenfalls auf, bringen jetzt plötzlich eigenes Personal in Position. Noch wabert das als Gerücht durch den Märchenwald, doch dementiert wird es nicht. Da gibt es eine Frau, die sich in Baufragen auskennt, sie ist die Kollegin des Bürgermeisters. Diese Frau soll nun als Kandidatin auf das Wahlspielfeld geschoben werden. Und siehe da, plötzlich könnte die Wahl wieder eine Wahl werden, nämlich zwischen zwei kommunalpolitischen Lichtgestalten.

Eine völlig neue Situation wäre entstanden, so zusagen eine Herausforderung an die vom Volk Beauftragten. Die Frau mit Baukenntnissen würde dann einen Stuhl, den ihrigen, freimachen. Der jedoch müsste wieder besetzt werden, da es so aufgeschrieben steht. Und hier käme dann eine Truppe ins Spiel, die bislang noch keinerlei Posten im politischen Märchenwald besetzen durfte. Diese Ansammlung galt lange als das Mensch gewordene Böse, wurde mit der Zeit salonfähig und scheint nun geeignet, die Verwaltungs-Politik entscheidend mitzubestimmen. Vorarbeit haben deren Frauen und Männer bereits mehrfach geleistet, bevor sie zu Steigbügelhaltern degradiert wurden.

Doch zurück zu dem Posten, den die Dame mit Baukenntnissen frei werden ließe: Dieser Stuhl soll für einen jener zuvor beschriebenen Gruppe angewärmt werden. Ein Kandidat ist auch schon in Sicht. Er soll sowohl über Erfahrung in der kommunalen Politik verfügen als auch vom Bau kommen. Bislang zierte sich dieser Mann, doch wie heißt es so wunderbar: man solle niemals nie sagen. Niemals - vor allem nicht in einem vorweihnachtlichen Nordhäuser Märchen...
Autor: nnz

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Kommentare
Bloksberg
29.11.2010, 08:06 Uhr
Wirklich wie im Märchen?
Na ja, von hier oben - sei es Besen oder Berg - sieht es einfach so aus, als hätten sich die ehemaligen Blockparteien wieder gefunden. Das ist 20 Jahre nach der friedlichen Revolution nicht besonders märchenhaft, oder vielleicht doch?

Wenn dann auch noch eine nachrevolutionäre Neugründung (SPD) in einer Kommunalwahl die meisten Stimmen kriegt, das kann man sich doch nicht gefallen lassen, oder? Werden da nicht einfach über aufgezwungene nachrevolutionäre ideologische Grenzen hinweg Bündnisse geschmiedet, um die (alte) Ordnung wieder herzustellen. Ist das nicht märchenhaft? Im Märchen werden eben auch unrechtmäßigerweise vertriebene Prinzessinnen wieder in ihre alten Rechte eingesetzt. Grüße aus einem derzeit wirklich märchenhaften Wald sendet
llmntd
29.11.2010, 09:42 Uhr
"...man sollte niemals Neu sagen."
Wo finde ich noch einmal den aktualisierten Ausschreibungstext zur Bürgermeisterwahl?
Nicht in den Zeitungen vom Samstag, nicht auf www.nordhausen.de...

Vielen Dank im Voraus.
Peppone
29.11.2010, 22:48 Uhr
Warum denn nicht?
So uncharmant wäre diese „märchenhafte“ Lösung doch gar nicht. Die stärkste Fraktion stellt den OB, die Zweitstärkste den Bürgermeister, die Drittstärkste den 2. Beigeordneten. Der Demokratie würde diese Konstellation des Triumvirates nicht schaden!

@ Bloksberg: Was würden Sie denn mit Blick von Oben herab davon halten, wenn der Landrat(CDU) in Zukunft seine Stellenausschreibungen genauso handhabt wie die OB(SPD)?
Mir persönlich würde es um Frau Krauth (SPD) leid tun. Sie verwaltet seit Jahren nur einen Nachlass, den ihr der Bürgermeister von Nordhausen hinterlassen hat!
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