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Fr, 13:59 Uhr
26.11.2010

Schließung gefordert?

Früher Pomp und goldene Kutsche - heute BIC, unter dieser Überschrift nimmt der Landesvorsitzende des Volksinteressenbund Thüringen (VIBT) und Kreistagsmitglied des Kyffhäuserkreises Rainer Scheerschmidt Stellung zum Thema Business and Innovation Centre (BIC) Nordthüringen GmbH und fordert praktisch die Schließung...

Früher Pomp und goldene Kutsche - heute BIC
Früher leistet sich der Fürst in Sondershausen allen Pomp und Gloria, ja sogar eine goldene Kutsche. Zahlen mussten es seine Untertanen.

Wie sieht es heute aus?
Nicht anders ! Die Landräte von Nordhausen, dem Kyffhäuserkreis, die Oberbürgermeisterin von Nordhausen, sowie der Bürgermeister von Sondershausen leisten sich auf Kosten der Steuerzahler das BIC.

Stellt man die Frage. „ Wem nutzt es?“ Niemanden!
Man leistet sich als Gesellschafter an einem Unternehmen beteiligt zu sein, welches seit mehr als 15 Jahren nur rote Zahlen schreibt.
Laut Gesellschaftervertrag sind die Gesellschafter verpflichtet bei Minuserträgen über die sogenannte „Nachschusspflicht“ die Liquidität einigermaßen aufrecht zu erhalten. ( § 16 des Gesellschaftervertrag).

In den letzten 3 Jahren flossen so dem BIC Nachschussbeträge ( wenn sie auch in allen Beteiligungsberichten unterschiedlich deklariert werden, beim Kyffhäuserkreis heißen sie Finanzierungszuschuss, in der Stadtverwaltung heißen sie Investitionszuweisung) in Höhe von 58604,97 € pro Gesellschafter also insgesamt 234419,88 € zu.
Wer kann sich solch eine Beteiligung leisten?
Nur Idealisten, die ein einmal geschaffenes Gebilde aufrechterhalten und sich dann in Ruhe wiegen etwas für den wirtschaftlichen Aufschwung getan zu haben. Es wird schön veröffentlicht: „ Das BIC ist ein Instrument der regionalen Wirtschaftsförderung. Sein Betrieb dient in erster Linie der Schaffung von leistungsfähigen Wirtschaftsstrukturen in der Region Nordthüringen“.

Die Arbeitslosenzahlen im Kyffhäuserkreis und der Stadt Sondershausen, die in Insolvenz gegangenen Betriebe verdeutlichen wirksam die Arbeit des BIC!
Wehe dem, der tiefer in die Materie einsteigt. Es wird schnell deutlich, dass das BIC völlig überschuldet ist. Die aktuellen Zahlen zu schreiben, sträub sich einem das Gewissen.

Jeder private Unternehmer wäre längst, auch unter Umständen von staatlichen Stellen, in den Konkurs gezwungen worden.
Dem BIC- Chef , Herrn Nüchter, gibt man wieder eine Gelegenheit ein Zukunftskonzept zu entwickeln. Diese Gelegenheit kenne ich seit 2004. Seit dieser Zeit wird an einem Konzept gebastelt, aber immer war es ohne nachhaltige Wirkung, sondern nur eine Beruhigung für die Gesellschafter, welche aber die Konzepte auch nicht tiefgründig prüften.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind ca. 50 % des ehemaligen Stammkapital, wie man so schön sagt verdattelt und stimmt die Landesregierung Hilfsmaßnahmen nicht zu, ist das BIC de facto Insolvent.

Die Gesellschafter sollten sich Gedanken machen und ihre Konsequenzen ziehen. So bitter es für die Angestellten des BIC ist, aber man sollte kein Gebilde künstlich mit Steuergeldern am Leben erhalten, von dem, so bin ich überzeugt, auch in den nächsten 15 Jahren nur rote Zahlen zu erwarten sind.
Jeder Gesellschafter tut gut daran, keine Hoffnungen auf ein „Besseres“ zu wecken, sondern realistisch zu sagen, das BIC hat uns als Gesellschafter genug gekostet, das war’s.
Rainer Scheerschmidt
Landesvorsitzender
des Volksinteressenbund Thüringen
(VIBT)
Autor: khh

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Kommentare
Georg
26.11.2010, 19:06 Uhr
Volle Zustimmung...
zum Artikel. Was unternehmen die verantwotlichen Gesellschafter und der Aufsichtsrat um diesen Zustand zu ändern? Und wer entlastet die Geschäftsführung bei solch einem desaströsen Ergebnis? Macht dieses Finanzen schluckendes Gebilde endlich zu und verwendet das Geld für sinnvolle Vorhaben.
Guerrillero
27.11.2010, 14:10 Uhr
Wo sind die Fürsprecher?
Dank Demokratie darf man heute – fast – alles sagen. Aber eine einseitige Betrachtung ist niemals Ziel führend – manchmal auch nur die halbe Wahrheit. Natürlich sucht und findet man nur Fakten die einem die eigene Meinung unterstützen. Jedoch gibt es bekanntermaßen immer zwei Seiten. So auch beim BIC.

Alle Jahre wieder entbrennt die gleiche Diskussion, denn alle Jahre wieder muss der Geschäftsbetrieb unterstützt werden. Dies ist beim Theater genau so und auch bei der Harzquerbahn. Und bei allen diesen Unternehmen hat die öffentliche Hand das Mitsagen.

Das BIC erfüllt eine wichtige Aufgabe in der Region, nämlich die Unterstützung junger Unternehmen in ihren ersten Lebensjahren sowie bietet Investoren von nah und fern ein Sprungbrett in die Region. Wer dies nicht glaubt, der darf sich gern nach der Zahl der in den letzten 15 Jahren geschaffenen Arbeitsplätze in der Region erkundigen.

So mancher Kleinunternehmer, der nicht von der heimischen Couch aus sein Start-Up-Unternehmen beginnen konnte, ist heute noch dankbar über die ermäßigte Kaltmiete und den dort gegebenen Infrastrukturen. Konnte er sich doch dem Wichtigsten, seiner Geschäftsidee, widmen.

Nebenbei bemerkt, ist das BIC das einzige Technologie- und Gründerzentrum in Thüringen nördlich der A4. War es also zu Beginn der 1990er Jahre wirklich so falsch zu denken, einen solchen Inkubator in Nordthüringen zu installieren? Ich sage nein. Es war völlig richtig. Ständig höre und lese ich wie schlecht es hier in unserer Region um die Wirtschaft bestellt ist. Unterstützt man jedoch aktiv die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Neuansiedlungen und Existenzgründer, und lässt sich dies auch noch Geld kosten, wird gleich alles verteufelt.

Natürlich kostet dies Geld. Aber jeder Unternehmer, der erfolgreich die ersten Geschäftsjahre besteht zahlt hier Gewerbesteuern und stellt so manchen Arbeiter ein. Ist das schlecht?

Schlecht ist jedoch was anderes. Nämlich der Punkt, dass die Wirtschaftsförderung von Nordhausen, Sondershausen und das BIC keine Einheit bilden. Hier würden sich mit einer Vereinigung Synergieeffekte und Sparmaßnahmen erzielen. Doch dies ist kein Thema.

Zum Schluss noch ein paar Worte zum lieben Thema Geld. Als die beiden Gebäude des BIC mit Fördermitteln errichtet wurden, wurde der Kredit des Eigenanteils der Gesellschafter komplett auf das BIC übertragen. Das BIC zahlt also seit 15 Jahren Monat für Monat Zinsen und Tilgung. Das BIC ist somit seit dem Tag der Eröffnung pleite! Dies ist jedoch nicht die Schuld des BIC Managements sondern der Gesellschafter. Die nun drohende Fördermittelrückzahlung beruht auf einer unsachgemäßen Verwendung der Fördermittel beim Bau des Nordhäuser Gebäudes. Auch hier trifft das BIC Management wiederum keine Schuld. Die diesbezüglichen Ansprechpartner sitzen – nach wie vor – im Aufsichtsrat. Ohne eine mögliche Fördermittelrückzahlung wäre das Erreichen der vollständigen Tilgung des Kredites bereits absehbar.

Jeder der nun glaubt, er könne schnell Einsparmaßnahmen erreichen in dem er an der Personalschraube dreht, dem sei gesagt, dass er darüber faktisch keinen Euro sparen könnte, denn die Mitarbeiter des BIC kosten quasi nichts! Wie das geht? Das BIC Management hat bereits seit langem seinen Teil zum Sparkurs gegeben, in dem es seine Mitarbeiter über diverse Projekte finanziert.
Totofino
28.11.2010, 12:05 Uhr
2 Gebäude ?
Das BIC soll Existenzgründer unterstützen, das ist ein guter Grundgedanke, die Zusammenarbeit der Nordthüringer Kreise und Kreisstädte auch, man muss sich aber folgende Frage stellen: Warum müssen gleich zwei Gebäude gebaut werden, hätte es nicht für den Anfang ein Gebäude an zentraler Stelle getan, dem Bedarf entsprechend. Da sieht man aber trotz dem Ansatz der Zusammenarbeit wieder provinzielles Denken, jeder denkt nur an sich statt dem Partner oder der angrenzenden Region etwas zuzugestehen. So werden unsere Steuergelder „verbrannt“.
MfG
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