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Fr, 07:25 Uhr
12.11.2010

nnz-Doku: Offener Brief

Über viele Wochen hinweg hatte die nnz über die Proteste von Sundhäuser Bürgern gegen die ortsnahe Ansiedlung eines Autohofes berichtet. Jetzt veröffentlichen wir innerhalb unserer Doku-Reihe einen Offenen Brief der Sundhäuser an die Nordhäuser Stadträte...


Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

am 09.06.2010 haben Sie in der Sitzung des Stadtrates beschlossen, den Bebauungsplan Nr. 88 „Autohof“ (OT Sundhausen) öffentlich auszulegen. Auf der Grundlage der ausgelegten Unterlagen wurde in Sundhausen am 15.07.2010 eine Bürgerversammlung durchgeführt, um die Bürger über das von der Verwaltung forcierte Projekt zu informieren und somit Öffentlichkeit herzustellen. Dazu muss man jedoch sagen, dass diese Bürgerversammlung auf Initiative der Bürger des Ortsteils Sundhausen zu Stande gekommen ist.

Der Tenor aller Wortmeldungen von Sundhäuser Bürgern in dieser Versammlung ließ ganz eindeutig die Ablehnung dieses Autohofes direkt „vor unserer Haustür“ erkennen. Für die nicht immer sachliche Art der Übermittlung unserer Sorgen und Befürchtungen bitten wir Sie um Ihr Verständnis.

Beim Lesen des oben angeführten Zitates von Heiner Geißler werden Sie möglicherweise sagen: „Geht es nicht ein wenig kleiner ?“ Wir sagen aber, für uns Sundhäuser hat der geplante Autohof in seiner riesigen Dimension von ca. einem Drittel der Fläche unseres Dorfes die gleiche überragende Bedeutung wie „STUTTGART 21“ für die Menschen in Stuttgart und Baden-Württemberg.

Mit seinen gesundheitlichen Gefahren, Risiken und zu erwartenden massiven Beeinträchtigungen unserer Lebensqualität durch die Immission von Abgasen, Lärm und Licht 24 Stunden rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr aber auch durch die für einen Autohof (als Park- und Ruheplatz für Lkw-Fahrer) irrelevanten anderen Gewerbe bis hin zu Angeboten, die an das Rotlicht-Milieu heranreichen, ist der Autohof in unserem Ortsteil absolut am falschen Platz.

Die Bürger von Sundhausen sind in ihrer weit überwiegenden Mehrheit von über 70 % davon überzeugt, dass der möglicherweise zu erwartende Nutzen für Nordhausen auch an einem anderen für Mensch und Umwelt verträglicheren Standort zu erzielen ist, die Risiken, Belastungen und Beeinträchtigungen für Mensch und Umwelt aber um ein Vielfaches geringer gehalten werden können.

Übrigens, sollte es wider Erwarten nicht gelingen, einen geeigneteren Standort im Stadtgebiet zu finden, würde die Nordhäuser Wirtschaftskraft, ihre Wertschöpfungsrate und Innovationsfähigkeit keinen Schaden erleiden. Die zu erwartenden Arbeitsplätze und Steuern entstehen auch an jedem anderen Standort, wie z. B. in Bleicherode, wo ein erschlossenes Gewerbegebiet weitab von der Wohnbebauung seit vielen Jahren auf seine Nutzung wartet. Fragen Sie den Bürgermeister von Bleicherode, Herrn Rosteck, er wird es Ihnen bestätigen.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil der Nutzung eines voll erschlossenen Gewerbegebietes ist: Keine weitere Versiegelung des Bodens und Erhaltung von hochwertiger landwirtschaftlicher Nutzfläche!

Rechtfertigen Sie mit dem Verzicht auf weitere großflächige Versiegelung des Bodens unserer Heimat den der Stadt Nordhausen zuerkannten DEUTSCHEN LOKALEN NACHHALTIGKEITSPREIS, den unsere Oberbürgermeisterin gerade am 11./12.10.2010 entgegen nehmen durfte!

Viele Sundhäuser aus allen Schichten und jeden Alters geben ihrer Überzeugung jeden Donnerstag mit ihrer Teilnahme an der Protestversammlung auf dem Kirchplatz und dem anschließenden Spaziergang zum vorgesehenen Standort des Autohofes Ausdruck.

Bitte haben Sie auch Verständnis für unsere Einstellung, einer verkleinerten Variante der Anlage direkt vor unserer Haustür die Unterstützung zu verweigern. Von uns konsultierte Juristen, Kommunalpolitiker und Bauingenieure haben uns davon dringend abgeraten, weil der Investor das gesamte Gelände von ca. 11 ha erwerben will und eine nachträgliche Erweiterung kaum zu verhindern wäre.


Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,

abschließend möchten wir Ihnen danken, dass Sie uns die Gelegenheit eingeräumt haben, unsere Anliegen bei Ihnen, in den Fraktionen und Ausschüssen vorzubringen. Wir danken Ihnen für Ihre Bereitschaft, zu uns nach Sundhausen zu kommen und sich direkt am Ort ein Bild zu machen.

Wir bitten Sie, bei Ihrer Entscheidung über den Bebauungsplan alle unsere Argumente zu bedenken und diesen darauf hin zu überprüfen.

Bitte beachten Sie auch die Hanglage des Standortes in der Hauptwindrichtung (Süd-West) zur direkt anliegenden Wohnbebauung, die eine erhebliche Schadstoff- und Lärmbelastung zur Folge haben würde!

Bitte entscheiden Sie als die von den Bürgern gewählten Stadträte frei im Sinne dieser Bürger!

Lassen Sie es nicht zu, dass Ihnen (von wem auch immer) eine Zustimmung zum Bebauungsplan im Rahmen eines sogenannten „pflichtgemäßen Ermessens“ nahegelegt wird! Behalten Sie sich das Primat der politischen Entscheidung vor! Lassen Sie sich nicht von ungerechtfertigten Forderungen des Investors unter Druck setzen!

Scheuen Sie sich nicht vor der Korrektur veralteter Beschlüsse und beauftragen Sie die Verwaltung, einen geeigneten Standort zu finden, auch um spätere juristische Auseinandersetzungen zu vermeiden!

Versetzen Sie sich bitte in unsere Lage, betrachten Sie das Vorhaben aus dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit, der Verantwortung gegenüber den betroffenen Bürgern und nachfolgender Generationen!

Entscheiden Sie bitte gegen den Bebauungsplan Nr.88 „Autohof“ OT Sundhausen!
Im Namen hunderter Bürger von Sundhausen

Zwei Zitate, die zu dem Brief gehören
„Diese Schlichtung ist ein deutliches Signal dafür, dass in Deutschland die Zeit der Basta-Entscheidungen vorbei ist. Staatliche Entscheidungen bei solch gravierenden Projekten ohne Einbindung der Bürger gehören dem
vergangenen Jahrhundert an.“ Heiner Geisler (CDU) Schlichter „Stuttgart 21“

„Wir wollen hören wo die Probleme liegen.“ (ABER) „Wir wollen für Nordhausen einen Autohof, auf dieser Fläche.“ Inge Klaan (CDU) Wirtschaftsdezernentin
Autor: nnz

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Kommentare
mussmalsagen
13.11.2010, 11:02 Uhr
, dass ndhler, liamka und Co.
nur diesen Brief mal lesen müssen, damit sie endlich von Ihrer Polemik bezüglich des Autohofes lassen.
Dieser Brief hat bereits viel bei den Entscheidungsträgern im Stadtrat bewirkt, wie man auch hier in der nnz lesen kann.

neueste Information, die durchgesickert ist: Selbst an "kompetenter" Stelle (also nicht nur bei den Störenfrieden aus der Bürgerinitiative für einen anderen Standort des Autohofes) konnte man den Herrn Projektentwickler Hasebrink nicht mehr erreichen.

Freut euch mit den Sundhäusern mit
wünscht sich

Herr Schmidt
-Insider-
13.11.2010, 11:22 Uhr
selbst
wenn der aktuelle investor das projekt nicht durchführen kann, aus was für gründen auch immer, kann man als nordhäuser nur hoffen, dass schleunigst ein neuer gefunden wird.
liamka
13.11.2010, 12:13 Uhr
Polemik..nein Danke
Meinungen kann man nicht ignorieren, aber von der Sundhäuser Seite gibt es einfach nichts Neues.

Der Autohof kommt und sollte auch kommen, weil die Mehrheit ihn wünscht und die Stimmen zählen.
Totofino
14.11.2010, 11:27 Uhr
Zum Schutz Nordhausens
Erst einmal sollte man jede Meinung akzeptieren, wenn sie auf Wissen aufbaut, das scheint mir aber bei manchen Kommentatoren nicht der Fall zu sein.

Wenn der Projektentwickler aus wirtschaftlichen Gründen kippt, hat die Bürgerinitiative einen nicht unerheblichen Anteil daran, die Stadtverwaltung wäre auf ihn hereingeefallen und hätte sich ein weiteres Mal blamiert, so wie sie es schon bei anderen Projekten in der Kernstadt getan hat, wo Bauwüsten entstanden sind.

Darüber sollten auch die Befürworter des AH einmal nachdenken, zum Schutz und für das Ansehen der Stadt Nordhausen. Es sind unsere gemeinsamen Steuergelder, die dort verbraten werden.

MfG
liamka
14.11.2010, 12:57 Uhr
wie selbstlos..
das wäre ja dann mal ne völlig neue Intention, sie wollen also jetzt plötzlich nur die Gesamtheit der Nordhäuser und deren Steuergelder schützen?

Gehen Ihnen am Ende die wirklichen Argumente aus, scheint so, weil es Ihnen bis jetzt nur um Sie als Sundhäuser ging, die Angst haben vor dem "GROSSEN BÖSEN AUTOHOF" haben, der SIE mit Lärm belästigt, zwielichtige Gestalten anlockt etc.

Es ist nur zum Kopfschütteln.
mussmalsagen
14.11.2010, 18:45 Uhr
, dass die Kommentare genau den Prozess widerspiegeln
Wenn man sich die Kommentare hier durchliest, erahnt man die Erfahrungen, die die "Bürgerinitiative Sundhausen für einen anderen Standort des Autohofes" im Realen sammeln konnte.

Es gab und gibt verantwortungsvolle Politiker (übrigens Befürworter und Gegner des Standortes gleichermaßen), die sachliche Argumente austauschten und gemeinsame Gesprächsergebnisse würdigten.

Es gab und gibt Politiker, die relativ wenig zum geplanten Projekt wussten (außer die vorgefassten Argumente aus dem "Planungs-Claan"), was man nicht per se kritisieren sollte, da keiner alles wissen kann und man sich manchmal auch auf entsprechende Entscheidungsfinder in den Verwaltungen verlassen sollte.

Und es gab und gibt Leute, die gar nicht erst versuchten, die sachliche Ebene zu erreichen, da Diffamieren ("die Unterschriften der Sundhäuser sind teilweise durch Erpressung an der Haustür zustande gekommen" - weitere Beispiele auf Anfrage) , bewusstes Lancieren falscher Informationen und ähnliches ja ein viel effektiveres Mittel ist, um eigene Interessen durchzusetzen.

Ich kann Leute wie Liamka und Co. nur wieder einladen, sich das ganze vor Ort mit den Leuten zu betrachten, die es betrifft, oder gehören Sie, Liamka, zur oben letzt genannten Gruppe?

Wöchentlich gab und gibt es neue Informationen, die in die Arbeit der Bürgerinitiative eingehen. Das ist doch ein normaler Vorgang. Ich denke auch nicht, dass es - siehe alte Polizei - ein schlechtes Argument ist, einen Projektentwickler zu prüfen (netter Nebenschauplatz: Dass einer der Hauptmieter vom Projekt der ehemaligen Polzei abspringt, hat Frau Claan auch von interessierten Bürgern gehört, und nicht vom Investor selbst...) .

Kontrolle für die Stadt auf Schritt und Tritt
wünscht sich Herr Schmidt
liamka
14.11.2010, 19:46 Uhr
warum ist
es scheinbar für viele nicht möglich, hier auch Befürwortern dieses Autohofes deren Meinung zu lassen? Warum wird dann immer solchen Menschen eine Zugehörigkeit zu bestimmten Parteien, Ämtern und Institutionen nachgesagt?

Haben Sie keine anderen, WIRKLICHEN, Argumente?

Ich mache mir mein eigenes Bild, das hat mich in meinem Leben weiter gebracht wie andere, die immer nur auf andere hören und sich durch diese beeinflussen lassen.

Dieser Autohof ist wichtig für Nordhausen und deshalb wird er kommen, denn es ist einfach der perfekte Platz für etwas, was uns hier fehlt.

Unglaublich, wie Menschen hier diskutieren, bei der letzten Diskussion war ich Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, zwischenzeitlich wurde ich Parteien zugeordnet und jetzt wieder sowas.. und das nur, weil diese Plattform hier nur benutzt wird, um das CONTRA dieses AH zu verbreiten.

Neutralität in diesem speziellen Fall gibt es hier schon lang nicht mehr von Seiten der nnz, ansonsten würde man mal etwas kritischer hier die ständigen Artikel dieser BI behandeln.

GsD zeigt die Mehrheit der Nordhäuser, was sie wirklich will und welche Rolle da eine BI spielt.
Retupmoc
15.11.2010, 07:56 Uhr
ich habe mir auch einmal die Mühe gemacht,
sehr geehrte Befürworter des Autohofes... und habe versucht den Herrn Hasebrink sowohl über Nutrilap oder privat ans Telefon zu bekommen. Und das seit knapp einer Woche. Es war mir nicht möglich. Das sagt mir eindeutig, das dies eine Firma ist, bei der äusserste Vorsicht zu walten wäre. Der ist definitiv nicht koscher.

Und noch eine Frage an die Nordhäuser Fraktion, die ja der Meinung sind, das ein Autohof so toll ist. Der Blasikirchplatz steht doch auch zur Verfügung. Warum bauen wir nicht einfach dort? Dann kann man aus dem Kino direkt in die Stangentanzbar gehen.
Totofino
15.11.2010, 20:20 Uhr
Einladung für Befürworter
Werte Befürworter des Autohofes,
ich lade sie recht herzlich am Donnerstag 18.00 Uhr auf den Kirchplatz in Sundhausen ein. Sie werden sehen, es fliegen keine Molotowcocktails und es werden keine Pflastersteine ausgebuddelt. Die Leute, die sich dort treffen, tauschen Gedanken und Neuigkeiten aus, dann gehen sie gemeinsam zum AH Standort.

Sie liebe Befürworter können sich dabei gerne ein objektives Bild machen, vielleicht sind Sie danach immer noch für den AH, vieleicht denken Sie aber auch darüber nach, was dieser AH für die Leute vor Ort bedeutet.

Nur wenn man miteinander redet, kann man einander verstehen.

MfG
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