Fr, 07:20 Uhr
29.10.2010
Kein Interesse an Gemeinschaftsschulen?
Laut Umfragen sind über 70 Prozent der Thüringer für längeres gemeinsames Lernen. Warum findet sich aber bisher keine Schule im Landkreis oder in der Stadt, die diesen Weg gehen will? Dazu ein Statement einer nnz-Leserin...
Die Antwort ist schwierig. Das neue Modell Gemeinschaftsschule soll ab 2. Dezember im Schulgesetz stehen (Entwurf unter Landtag, Parlamentsdokumentation, DS 5/1561). In der Koalition und über alle Parteiengrenzen tobt ein interner Krieg. Die GEW, DIE LINKE und die Grünen sind weiterhin überzeugt von diesem Weg, finden aber das Gesetz und die Finanzierung unzureichend. So spiegelte es sich auch in der Debatte im Kreistag am Dienstag wieder.
Die SPD gibt innerhalb der Koalition immer mehr dem Druck der CDU nach. Die FDP findet es sowieso unnötig. Das Gymnasium hat Angst um seinen Fortbestand, obwohl dessen Vertreter ehrlich sagen, dass die derzeitigen Übertrittszahlen aus Klasse 4 auch ihre Qualität senken. Förderschuleltern gründen Initiativen pro Erhalt und kritisieren die praktische Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts. Die Schulleitungen und Lehrer in Grund- und Regelschulen halten sich zurück, denn die Entscheidung dafür bedeutet viel Zusatzarbeit.
Aber gerade ihre Schulart stand trotz sehr guter Arbeit bisher am wenigsten im Fokus. Wer nur etwas Einblick in den Schulalltag hat, weiß, dass in den letzten Jahren nicht nur ein Programm durchlaufen wurde. Ob gegen Gewalt, für Bewegung, mehr Leseförderung, Gesundheitserziehung usw.,usw., von neuen Lehrplänen und jahrelanger Teilzeitarbeit ganz zu schweigen. Viele Lehrer wünschen sich mehr Kontinuität, Zeit für jeden Schüler und das Ernstnehmen ihrer Sorgen.
Und doch sollten sich engagierte Eltern gemeinsam mit den Lehrern auf den Weg zur Gemeinschaftsschule machen. Es kann nicht sein, dass nur die Gegner recht behalten. Die Veranstaltung am 3.11. mit dem Staatssekretär Merten in Nordhausen 18 Uhr in der Kreissparkasse wird auf jeden Fall spannend.
Elke Falley, Nordhausen
Autor: nnzDie Antwort ist schwierig. Das neue Modell Gemeinschaftsschule soll ab 2. Dezember im Schulgesetz stehen (Entwurf unter Landtag, Parlamentsdokumentation, DS 5/1561). In der Koalition und über alle Parteiengrenzen tobt ein interner Krieg. Die GEW, DIE LINKE und die Grünen sind weiterhin überzeugt von diesem Weg, finden aber das Gesetz und die Finanzierung unzureichend. So spiegelte es sich auch in der Debatte im Kreistag am Dienstag wieder.
Die SPD gibt innerhalb der Koalition immer mehr dem Druck der CDU nach. Die FDP findet es sowieso unnötig. Das Gymnasium hat Angst um seinen Fortbestand, obwohl dessen Vertreter ehrlich sagen, dass die derzeitigen Übertrittszahlen aus Klasse 4 auch ihre Qualität senken. Förderschuleltern gründen Initiativen pro Erhalt und kritisieren die praktische Umsetzung des Gemeinsamen Unterrichts. Die Schulleitungen und Lehrer in Grund- und Regelschulen halten sich zurück, denn die Entscheidung dafür bedeutet viel Zusatzarbeit.
Aber gerade ihre Schulart stand trotz sehr guter Arbeit bisher am wenigsten im Fokus. Wer nur etwas Einblick in den Schulalltag hat, weiß, dass in den letzten Jahren nicht nur ein Programm durchlaufen wurde. Ob gegen Gewalt, für Bewegung, mehr Leseförderung, Gesundheitserziehung usw.,usw., von neuen Lehrplänen und jahrelanger Teilzeitarbeit ganz zu schweigen. Viele Lehrer wünschen sich mehr Kontinuität, Zeit für jeden Schüler und das Ernstnehmen ihrer Sorgen.
Und doch sollten sich engagierte Eltern gemeinsam mit den Lehrern auf den Weg zur Gemeinschaftsschule machen. Es kann nicht sein, dass nur die Gegner recht behalten. Die Veranstaltung am 3.11. mit dem Staatssekretär Merten in Nordhausen 18 Uhr in der Kreissparkasse wird auf jeden Fall spannend.
Elke Falley, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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