Do, 15:21 Uhr
28.10.2010
Wege zum gemeinsamen Lernen
Der Nordhäuser Kreistag hatte sich erst in dieser Woche gegen die Etablierung der Gemeinschaftsschule im Landkreis Nordhausen ausgesprochen. In der kommenden Woche soll diese Schulform in Nordhausen diskutiert werden....
Kein bildungspolitisches Thema wird in Deutschland so kontrovers diskutiert wie das längere gemeinsame Lernen. Während in fast ganz Europa Kinder über viele Jahre gemeinsam zur Schule gehen, werden in Deutschland Schüler/innen in aller Regel nach vier Jahren Grundschule getrennt und auf unterschiedliche Bildungswege geschickt – so auch in Thüringen.
Diese Schulwahl gibt in aller Regel bereits den Schulabschluss vor und hängt wesentlich vom Bildungsstand der Eltern ab. Verschiedene Studien haben angesichts dessen kritisiert, dass in diesem System zu früh Bildungs- und Berufsaussichten langfristig vorgezeichnet werden.
Eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat zu dieser Frage ergeben, dass 86 Prozent der ThüringerInnen das Modell des längeren gemeinsamen Lernens gegenüber der gegenwärtigen Schulpraxis bevorzugen. Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich dabei ein gemeinsames Lernen bis Klasse 8 oder länger. Bezüglich aller wichtigen Kriterien für ein leistungsfähiges Schulsystem hat das Modell des längeren gemeinsamen Lernens aus Sicht der Thüringer die Nase vorn, berichtet Dr. Dietmar Molthagen, Leiter der FES Thüringen. Dabei werden vor allem die höhere Chancengleichheit sowie die Möglichkeit der Kinder zu einer längerfristigen Entwicklung als besonders positiv bewertet.
In der Koalitionsvereinbarung der Thüringer Landesregierung wird die Möglichkeit der Einrichtung einer mit den anderen Schulformen gleichberechtigten Thüringer Gemeinschaftsschule eingeräumt, in der gemeinsames Lernen bis zur 8. Klasse möglich sein wird. Die Entscheidung soll – laut Koalitionsvereinbarung – ausdrücklich vor Ort und unter Einbeziehung aller Beteiligten fallen.
Das Bürgerforum der Friedrich-Ebert-Stiftung bietet die Möglichkeit, eine solche Diskussion in Nordhausen zu führen. Es sprechen u.a. Prof. Dr. Roland Merten, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Barbara Rinke, Oberbürgermeisterin von Nordhausen.
Wege zur Thüringer Gemeinschaftsschule, am 3. November 2010, 18:00 – 20:00 Uhr, in der Galerie in der Kreissparkasse Nordhausen, Kornmarkt 9, 99734 Nordhausen
Autor: nnzKein bildungspolitisches Thema wird in Deutschland so kontrovers diskutiert wie das längere gemeinsame Lernen. Während in fast ganz Europa Kinder über viele Jahre gemeinsam zur Schule gehen, werden in Deutschland Schüler/innen in aller Regel nach vier Jahren Grundschule getrennt und auf unterschiedliche Bildungswege geschickt – so auch in Thüringen.
Diese Schulwahl gibt in aller Regel bereits den Schulabschluss vor und hängt wesentlich vom Bildungsstand der Eltern ab. Verschiedene Studien haben angesichts dessen kritisiert, dass in diesem System zu früh Bildungs- und Berufsaussichten langfristig vorgezeichnet werden.
Eine aktuelle Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat zu dieser Frage ergeben, dass 86 Prozent der ThüringerInnen das Modell des längeren gemeinsamen Lernens gegenüber der gegenwärtigen Schulpraxis bevorzugen. Rund zwei Drittel der Befragten wünschen sich dabei ein gemeinsames Lernen bis Klasse 8 oder länger. Bezüglich aller wichtigen Kriterien für ein leistungsfähiges Schulsystem hat das Modell des längeren gemeinsamen Lernens aus Sicht der Thüringer die Nase vorn, berichtet Dr. Dietmar Molthagen, Leiter der FES Thüringen. Dabei werden vor allem die höhere Chancengleichheit sowie die Möglichkeit der Kinder zu einer längerfristigen Entwicklung als besonders positiv bewertet.
In der Koalitionsvereinbarung der Thüringer Landesregierung wird die Möglichkeit der Einrichtung einer mit den anderen Schulformen gleichberechtigten Thüringer Gemeinschaftsschule eingeräumt, in der gemeinsames Lernen bis zur 8. Klasse möglich sein wird. Die Entscheidung soll – laut Koalitionsvereinbarung – ausdrücklich vor Ort und unter Einbeziehung aller Beteiligten fallen.
Das Bürgerforum der Friedrich-Ebert-Stiftung bietet die Möglichkeit, eine solche Diskussion in Nordhausen zu führen. Es sprechen u.a. Prof. Dr. Roland Merten, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Barbara Rinke, Oberbürgermeisterin von Nordhausen.
Wege zur Thüringer Gemeinschaftsschule, am 3. November 2010, 18:00 – 20:00 Uhr, in der Galerie in der Kreissparkasse Nordhausen, Kornmarkt 9, 99734 Nordhausen


