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Di, 19:01 Uhr
26.10.2010

Das Millionen-Grab

Was ist in der nnz nicht schon alles über die Technologieverbund Nentzelsrode GmbH (TVN) geschrieben worden. Das nnz-Archiv quillt förmlich über davon. Jetzt soll aus dieser GmbH ein Eigenbetrieb des Landkreises werden. Mit Folgen für den Steuerzahler...


Man erinnere sich: Aus der einst kommunal und privat betriebenen TVN ist im März vergangenen Jahres eine 100prozentige Landkreisgesellschaft geworden. Jetzt soll die Mutation fortgesetzt werden, jetzt soll es ein Eigenbetrieb werden, wie es im Entwurf des Verwaltungsbeschlusses geschrieben steht. „Mit der Umwandlung der Eigengesellschaft in einen Eigenbetrieb ist das Unternehmen künftig in wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht optimal organisiert“, heißt es in der Vorlage der Verwalter. Allerdings sollte heute nicht entgültig beschlossen, sondern das alles als erste Lesung behandelt werden.

Ziel soll es sein, dass die Deponie im Jahr 2020 nicht mehr in den roten Zahlen stehen soll, sagte Vizelandrätin Jutta Krauth (SPD) und Matthias Jendricke (SPD) mahnte an, dass bei der Überführung in einen Eigenbetrieb auch das volle Risiko kommunalisiert werden wird. Im Klartext werden die auch privat verursachten Schulden einfach kommunalisiert, dem Steuerzahler aufgebrummt. Inge Klaan (CDU) möchte prüfen lassen, ob eine Überführung der TVN in die Südharz-Werke für die Kommune die bessere Lösung sei. Erst dann könne ein Beschluss gefasst werden.

Dagmar Becker (SPD) artikulierte, dass eine Überführung der TVN in die Südharz-Werke dem Landkreis schade und dem privaten Entsorger Remondis in dessen Hände spiele.

Letztlich muss nun in den Ausschüssen und Fraktionen diskutiert werden. Letztlich geht es immer wieder ums liebe Geld, eben um das Geld des Steuerzahlers. In diesem Fall um die Müllgebühren, die jeder hier im Landkreis zu zahlen hat.
Autor: nnz

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Kommentare
Peppone
26.10.2010, 21:04 Uhr
Wie lange
soll diese Geldvernichtungsmaschine in ihrer jetzigen Form noch weiter betrieben werden? Natürlich kann man trefflich und öffentlichkeitswirksam darüber lamentieren, dass der Steuerzahler nun die Schulden der Gesellschaft zu tragen hat. Schön wäre gewesen, wenn die gleichen damals verantwortlichen Kommunalpolitiker das Kleingedruckte im Vertrag mit dem privaten Betreiber gelesen und verstanden hätten.

Die heutigen Bedenkenträger waren damals alle mit in der Verantwortung. Herr Jendricke war erster Beigeordneter des Landkreises, damit zuständig für Finanzen. Frau Becker sitzt seit anno dunnemals als Entscheidungsträgerin im Kreistag. Frau Klaan kam zwar erst später dazu, möchte aber auch erst heute prüfen, ob die Überführung in die Südharzwerke die Lösung sei.

Da kommt man sich doch vollkommen verklappst vor. Bereits im Frühjahr 2009 wurden angeblich Hauptgeschäftsfelder der TVN in die Südharzwerke überführt. Es wurde eine neue Geschäftsführung eingesetzt, die alles besser machen wollte und sollte! Der vorherigen privaten Geschäftsführung hat man zu recht mangelnde Transparenz vorgeworfen. Der heutigen Geschäftsführung muss man jedoch schon bewusste und gezielte Verdummung der Beitragszahler vorwerfen, anders kann man dieses Elend leider nicht mehr interpretieren.

Der TVN Laden muss vom Kopf wieder auf die Füße gestellt werden. Ein Ende mit Schrecken ist immer besser, als ein Schrecken ohne Ende. Vier Millionen in den Sand oder besser Müll gesetzte Euronen sind zwar ein Trauerspiel, aber immer noch das kleinere Übel im Vergleich zu zwanzig verschluderten Millionen in der Zukunft! Als Beitrags- und Steuerzahler kann man nur hoffen, dass hier endlich die Notbremse gezogen wird und die ganze Gesellschaft strategisch und personell neu aufgestellt wird!
suedharzer
26.10.2010, 23:50 Uhr
Gebührenwucher in Nentzelsrode
Deutschlandweit werden 2-10 €/Tonne für reinen Bauschutt als Entsorgung verlangt. Bei uns in Nentzelsrode sind es 40 €/Tonne. Sollten öffentlich-rechtliche Gebühren nicht nachweislich kostendeckend sein? Die letzte Gebührenerhöhung des Kreistages erlaubte diese Erhöhung um 800 %!!!.

Auf Nachfrage geben Mitarbeiter in Nentzelsrode zu, dass kaum noch ein Privatanlieferer kommt. Lassen Sie uns nur hoffen, dass die abgewanderten Privatanlieferer vernünftigere private Entsorger wählen, statt es in den Wald zu kippen...

Sollte dies leider doch erfolgen, wünsche ich den Kreistagsmitgliedern, dass sie bei der Entsorgung körperlich helfen...
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