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Mi, 11:23 Uhr
13.10.2010

nnz-Betrachtung: Die Zeit danach

Eine Ära geht zu Ende, so betitelten wir heute die Mitteilung des Aufsichtsrates des Südharz-Krankenhauses. Dazu bedarf es noch einiger Anmerkungen - vor allem für die Zeit nach jener Ära...


Bereits im Juni hatte sich Landrat Joachim Claus (CDU) als Hauptgesellschafter der gemeinnützigen GmbH in der nnz geäußert, dass ...nach 20 Jahren die "Ära Pille" einmal zu Ende sein wird. Statements gab es dazu heute nicht. Nicht von Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) und auch nicht vom Landrat. Schon garnicht von der Arbeitnehmervertretung im Krankenhaus selbst.

Ich will an dieser Stelle nicht über die Hintergründe, Vorgänge und Details schreiben, die letztlich die heutige Nachricht möglich machten. Vielmehr soll auf die Zeit nach dem 31. Dezember 2010 geschaut werden. Viele Menschen, die mit dem Krankenhaus vertraut sind, wissen, dass jetzt die Gefahr besteht, einen Prozess in Gang zu setzen, an dessen Ende die Privatisierung des Krankenhauses stehen könnte. Mehr noch, es könnte auch ein Prozess in Gang gesetzt werden, der - immer noch unter einem kommunalen Denkmantel - einen privatisierungsähnlichen Weg beschreitet.

Und das geht so: Das Pflegepersonal wird gehaltlich runtergestuft, künftig werden mehr Hilfskräfte eingestellt, statt fachlich ausgebildetes Personal, das mehr kostet. Der Outsourcing-Wahn könnte um sich greifen: Labor, Wäscherei, Reinigung, Instandsetzung, Hausmeister, Küche - alles nicht mehr notwendig, geht billiger. Geht es dann aber auch besser?

Diese Fragen müssen zeitnah beantwortet werden. Hier ist die kommunale Politik gefragt, denn diese Damen und Herren in Kreistag und Stadtrat vertreten den Otto-Normal-Bürger. Sie entscheiden in Ihrem und in meinem Auftrag über die Zukunft des Hauses und seiner 1.800 Mitarbeiter, sie entscheiden über die Richtung, sie entscheiden darüber, ob die Menschen, deren Gesundheit "repariert" werden muss, künftig als Patienten oder als Kunden behandelt werden. Sie entscheiden darüber, ob 1.800 Frauen und Männer einen Job haben oder ob 700 Entlassungen den Aktienkurs eines privaten Klinikbetreibers nach oben treiben.

Die Entscheidung von Antonius Pille gilt es zu respektieren. Ihre Folgen gehen jedoch weit über eine Personalentscheidung hinaus.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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