Fr, 16:04 Uhr
24.09.2010
Zu 80 Prozent zufrieden
Rund 78 Prozent der Drittklässler, die im vergangenen Schuljahr am Schulschwimmen teilgenommen haben, können 15 Minuten und mehr am Stück ausdauernd schwimmen. Damit sind sie sichere Schwimmer wie wir es nennen, so Schulsportkoordinator Werner Hütcher heute bei einem Pressegespräch in der Schwimmhalle Sollstedt.
Schulamtsleiter Althaus und Landrat Claus mit Schülern aus Sollstedt und Nohra, die für ihren Schwimmunterricht die Schwimmhalle Sollstedt nutzen
Damit liegt der Landkreis Nordhausen genau im Thüringer Landesdurchschnitt. Diese 80 Prozent sichere Schwimmer sind gut, aber damit geben wir uns nicht zufrieden. Unser Ziel ist, dass alle Kinder gute Schwimmer werden”, sagte Werner Hütcher, der als Schulschwimmkoordinator für ganz Thüringen für die Weiterentwicklung dieses Lehrplaninhalts in den dritten Klassen verantwortlich ist. Nordhausen haben im Schuljahr 2009/10 fast 600 Kinder beim Schulschwimmen mitgemacht.
Davon konnten nur 29 Kinder weniger als 25 Meter schwimmen. Das entspricht einem Anteil von unter fünf Prozent. Der Landkreis Nordhausen gibt jährlich 80.000 Euro für das Schulschwimmen aus, davon entfallen 40.000 auf den Transport der Schüler. Auch die Stadt Nordhausen investiert pro Jahr 40.000 in den Schwimmunterricht an ihren Grundschulen.
Schulamtsleiter Dr. Bern Uwe Althaus betonte heute die ernormen Leistungen der Schulen, was den Transport, als auch die Stundenplanorganisation betrifft. Aber auch eine Schwimmhalle wie die in Sollstedt zu erhalten und zu investieren sei enorm wichtig, um die Qualität des Schulschwimmens absichern zu können. Es ist wichtig, ein genormtes Becken wie hier in Sollstedt zu haben – das es in Spaßbädern eben nicht immer mehr gibt, sagte Landrat Joachim Claus beim Pressgespräch.
Deshalb habe er sich auch über die Entscheidung des Kreistages gefreut, in die Schwimmhalle aus dem Konjunkturpaket II zu investieren. Denn die Schwimmhalle Sollstedt war lange Thema politischer Diskussionen. Der erste konnte in diesem Jahr abgeschlossen werden, der zweite folgt 2011. Bislang wurde das Dach umfassend erneuert und abgedichtet, um die Wärmedämmung zu verbessern, am Gebäude wurde außerdem der Korrosionsschutz der Stahloberfläche erneuert und der Beton instand gesetzt.
In der Schwimmhalle gibt es nun eine neue Unterhangdecke und Beleuchtung und es wurde damit begonnen, die Lüftungs- und Klimaanlage auf den technisch neuesten Stand zu bringen. Nun kann die Luftfeuchtigkeit je nach Anzahl der Besucher geregelt und mittels einer Wärmepumpe kann Wärme zurück gewonnen werden. Im kommenden Jahr wird die Lüftungs- und Klimaanlage fertig gestellt und die Südfassade instand gesetzt. Bislang waren nur einheimische Firmen mit den Arbeiten betraut. Für die Arbeiten stehen insgesamt 835.000 Euro zur Verfügung, 735.000 Euro kommen vom Land, 85.000 von der Gemeinde Sollstedt und 15.000 Euro vom Landkreis Nordhausen.
Geplant ist auch ein zweiter Bauabschnitt, in dem die Innenräume, die Nord- und Ostfassade und der Haupteingang neu gestaltet und die Schwimmbadtechnik saniert werden soll. Vorgesehen ist dazu ein Förderantrag über die Richtlinie Sportstättenförderung. Als möglicher Zeitraum sind die Jahre 2011 bis 13 angedacht. Außerdem ist eine Photovoltaikanlage geplant, die über einen Privatinvestor ausgeführt werden soll.
Durch die schon erfolgte Sanierung hat sich die Situation für das Schulschwimmen deutlich verbessert. Davon profitieren auch sechs Kindergärten, die hier regelmäßig schwimmen gehen. Im neuen Schuljahr nehmen im Landkreis insgesamt rund 800 Schüler am Schulschwimmunterricht teil. Dafür werden die Schwimmhalle in Sollstedt, das Nordhäuser Badehaus sowie die KMG-Klinik in Sülzhayn genutzt. Rund 180 Schüler schwimmen in Sollstedt, 560 Kinder im Badehaus und gut 60 in Sülzhayn.
Ohne die Schwimmhalle in Sollstedt wäre das obligatorische Schulschwimmen hier kaum möglich”, so Werner Hütcher. Der Schulschwimmkoordinator wies noch einmal darauf hin, wie wichtig es sei, dass jedes Kind das Schwimmen erlernt. Denn Schwimmen sei eine Sportart, die möglicherweise lebensrettend sein kann und bis ins hohe Alter gesundheitsfördernd ist.
Außerdem leiste Schwimm- wie auch der Sportunterricht insgesamt einen positiven Beitrag für die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder. Diese kommen jedoch mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zum Schwimmunterricht in der Schule. Es gibt Kinder, die noch nie in einem Schwimmbad waren, solche, die von den Eltern das Schwimmen, aber mit falscher Technik, erlernt haben und Schüler, die bereits schwimmen können. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sich die Anzahl der Kinder, die noch nicht schwimmen können, erhöht hat. Gleichzeitig steigt die Zahl der Schüler, die mit psychischen, physischen oder motorischen Beeinträchtigungen zum Schwimmunterricht kommen.
Auch aus diesen Gründen hat Thüringen ein einmaliges Projekt gestartet: elf Schulschwimmkoordinatoren kümmern sich zusammen mit den Schulsportkoordinatoren in den Schulverwaltungen des Freistaates um die Entwicklung des Schwimmunterricht und die Lehrerfortbildungen. Thüringen gehört zu jenen Bundesländern mit den strengsten Bestimmungen für die Lehrkräfte im Schwimmunterricht. Alle Sportlehrer, die im Schwimmunterricht eingesetzt sind, sind speziell geschult und haben eine Rettungsschwimmerausbildung. Alle drei Jahre machen sie nach einem vorgegebenen Programm Fortbildungen mit, beispielsweise zu Rettung aus dem Wasser, Erster Hilfe, Methodik des Schwimmunterrichts und Sicherheitsbestimmungen. Gemeinsam mit der Lebensrettungesellschaft, Wasserwacht Thüringen und der Unfallkasse Thüringen hat das Kultusministerium dieses erweiterte Fortbildungskonzept zusammengestellt.
Inzwischen sind diese Standards für Lehrerfortbildungen mit dem Ziel der Qualifikationserhaltung bzw. Rettungsfähigkeit festgeschrieben. Die Auffrischung der Rettungsfähigkeit der Lehrer im Landkreis Nordhausen machen wir schon seit Jahren hier im Schwimmbad, sagte Werner Hütcher. Diese Veranstaltungen organisieren die Schulämter in Abstimmung mit DLRG und DRK-Wasserwacht.
Autor: nnzSchulamtsleiter Althaus und Landrat Claus mit Schülern aus Sollstedt und Nohra, die für ihren Schwimmunterricht die Schwimmhalle Sollstedt nutzen
Damit liegt der Landkreis Nordhausen genau im Thüringer Landesdurchschnitt. Diese 80 Prozent sichere Schwimmer sind gut, aber damit geben wir uns nicht zufrieden. Unser Ziel ist, dass alle Kinder gute Schwimmer werden”, sagte Werner Hütcher, der als Schulschwimmkoordinator für ganz Thüringen für die Weiterentwicklung dieses Lehrplaninhalts in den dritten Klassen verantwortlich ist. Nordhausen haben im Schuljahr 2009/10 fast 600 Kinder beim Schulschwimmen mitgemacht.
Davon konnten nur 29 Kinder weniger als 25 Meter schwimmen. Das entspricht einem Anteil von unter fünf Prozent. Der Landkreis Nordhausen gibt jährlich 80.000 Euro für das Schulschwimmen aus, davon entfallen 40.000 auf den Transport der Schüler. Auch die Stadt Nordhausen investiert pro Jahr 40.000 in den Schwimmunterricht an ihren Grundschulen.
Schulamtsleiter Dr. Bern Uwe Althaus betonte heute die ernormen Leistungen der Schulen, was den Transport, als auch die Stundenplanorganisation betrifft. Aber auch eine Schwimmhalle wie die in Sollstedt zu erhalten und zu investieren sei enorm wichtig, um die Qualität des Schulschwimmens absichern zu können. Es ist wichtig, ein genormtes Becken wie hier in Sollstedt zu haben – das es in Spaßbädern eben nicht immer mehr gibt, sagte Landrat Joachim Claus beim Pressgespräch.
Deshalb habe er sich auch über die Entscheidung des Kreistages gefreut, in die Schwimmhalle aus dem Konjunkturpaket II zu investieren. Denn die Schwimmhalle Sollstedt war lange Thema politischer Diskussionen. Der erste konnte in diesem Jahr abgeschlossen werden, der zweite folgt 2011. Bislang wurde das Dach umfassend erneuert und abgedichtet, um die Wärmedämmung zu verbessern, am Gebäude wurde außerdem der Korrosionsschutz der Stahloberfläche erneuert und der Beton instand gesetzt.
In der Schwimmhalle gibt es nun eine neue Unterhangdecke und Beleuchtung und es wurde damit begonnen, die Lüftungs- und Klimaanlage auf den technisch neuesten Stand zu bringen. Nun kann die Luftfeuchtigkeit je nach Anzahl der Besucher geregelt und mittels einer Wärmepumpe kann Wärme zurück gewonnen werden. Im kommenden Jahr wird die Lüftungs- und Klimaanlage fertig gestellt und die Südfassade instand gesetzt. Bislang waren nur einheimische Firmen mit den Arbeiten betraut. Für die Arbeiten stehen insgesamt 835.000 Euro zur Verfügung, 735.000 Euro kommen vom Land, 85.000 von der Gemeinde Sollstedt und 15.000 Euro vom Landkreis Nordhausen.
Geplant ist auch ein zweiter Bauabschnitt, in dem die Innenräume, die Nord- und Ostfassade und der Haupteingang neu gestaltet und die Schwimmbadtechnik saniert werden soll. Vorgesehen ist dazu ein Förderantrag über die Richtlinie Sportstättenförderung. Als möglicher Zeitraum sind die Jahre 2011 bis 13 angedacht. Außerdem ist eine Photovoltaikanlage geplant, die über einen Privatinvestor ausgeführt werden soll.
Durch die schon erfolgte Sanierung hat sich die Situation für das Schulschwimmen deutlich verbessert. Davon profitieren auch sechs Kindergärten, die hier regelmäßig schwimmen gehen. Im neuen Schuljahr nehmen im Landkreis insgesamt rund 800 Schüler am Schulschwimmunterricht teil. Dafür werden die Schwimmhalle in Sollstedt, das Nordhäuser Badehaus sowie die KMG-Klinik in Sülzhayn genutzt. Rund 180 Schüler schwimmen in Sollstedt, 560 Kinder im Badehaus und gut 60 in Sülzhayn.
Ohne die Schwimmhalle in Sollstedt wäre das obligatorische Schulschwimmen hier kaum möglich”, so Werner Hütcher. Der Schulschwimmkoordinator wies noch einmal darauf hin, wie wichtig es sei, dass jedes Kind das Schwimmen erlernt. Denn Schwimmen sei eine Sportart, die möglicherweise lebensrettend sein kann und bis ins hohe Alter gesundheitsfördernd ist.
Außerdem leiste Schwimm- wie auch der Sportunterricht insgesamt einen positiven Beitrag für die geistige und körperliche Entwicklung der Kinder. Diese kommen jedoch mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen zum Schwimmunterricht in der Schule. Es gibt Kinder, die noch nie in einem Schwimmbad waren, solche, die von den Eltern das Schwimmen, aber mit falscher Technik, erlernt haben und Schüler, die bereits schwimmen können. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass sich die Anzahl der Kinder, die noch nicht schwimmen können, erhöht hat. Gleichzeitig steigt die Zahl der Schüler, die mit psychischen, physischen oder motorischen Beeinträchtigungen zum Schwimmunterricht kommen.
Auch aus diesen Gründen hat Thüringen ein einmaliges Projekt gestartet: elf Schulschwimmkoordinatoren kümmern sich zusammen mit den Schulsportkoordinatoren in den Schulverwaltungen des Freistaates um die Entwicklung des Schwimmunterricht und die Lehrerfortbildungen. Thüringen gehört zu jenen Bundesländern mit den strengsten Bestimmungen für die Lehrkräfte im Schwimmunterricht. Alle Sportlehrer, die im Schwimmunterricht eingesetzt sind, sind speziell geschult und haben eine Rettungsschwimmerausbildung. Alle drei Jahre machen sie nach einem vorgegebenen Programm Fortbildungen mit, beispielsweise zu Rettung aus dem Wasser, Erster Hilfe, Methodik des Schwimmunterrichts und Sicherheitsbestimmungen. Gemeinsam mit der Lebensrettungesellschaft, Wasserwacht Thüringen und der Unfallkasse Thüringen hat das Kultusministerium dieses erweiterte Fortbildungskonzept zusammengestellt.
Inzwischen sind diese Standards für Lehrerfortbildungen mit dem Ziel der Qualifikationserhaltung bzw. Rettungsfähigkeit festgeschrieben. Die Auffrischung der Rettungsfähigkeit der Lehrer im Landkreis Nordhausen machen wir schon seit Jahren hier im Schwimmbad, sagte Werner Hütcher. Diese Veranstaltungen organisieren die Schulämter in Abstimmung mit DLRG und DRK-Wasserwacht.


