Fr, 11:17 Uhr
02.07.2010
Ein Fundus für Botaniker
Die Untere Naturschutzbehörde zieht eine positive Bilanz der Landschaftspflege auf der Rothesütter Alm. Gemeinsam mit der Forst Farm arbeitet die Fachbehörde im Landratsamt daran, dass die Pflanzenwelt auf den Weiden rund um Rothesütte möglichst artenreich erblüht. Jessica Piper hat sich vor Ort umgesehen...
Die Forst Farm beweidet das Areal mit Harzer Rotvieh, einer sehr alten Nutztierrasse, die vom Aussterben bedroht ist, sowie mit Pferden. Die Rothesütter Alm liegt 580 Meter über dem Meeresspiegel und ist als Bergwiese eingestuft. Durch das EU-kofinanzierte Programm KULAP konnten wir erreichen, dass die Wiesen nicht intensiv, sondern extensiv beweidet werden, erläutert Rolf Schiffler von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.
Gefördert wird ein finanzieller Ausgleich dafür, dass weniger Tiere in den Sommermonaten auf der Weide grasen, als bei einer intensiven Nutzung üblich wäre. Dadurch können die Wiesen umgeben von Wäldern erhalten bleiben. Ohne Landschaftspflege würde ein natürlicher Verlauf einsetzen: Die Wiesen würden zunehmend verbuschen und der Wald würde sich ausbreiten, so Rolf Schiffler. Solche Offenlandbereiche im Wald sind jedoch sehr wichtig – nicht nur für Pflanzen. So kommen beispielsweise Vögel, die im Wald brüten, hierher um Futter zu suchen. Auch Rehe und Hirsche äsen hier.
Bei einer gesunden Anzahl von Tieren wird die Wiese einerseits gepflegt, Büsche werden abgefressen und können sich nicht ausbreiten. Andererseits fressen die Tiere die Wiese – vereinfacht ausgedrückt – nicht kahl, besonders wenn wie in diesem Fall darauf geachtet wird, dass die Kühe nicht zu früh auf die Weide kommen. Um diese enorme Artenvielfalt zu erhalten, ist neben der Reduzierung des Tierbesatzes auf der Fläche insgesamt auch von großer Bedeutung, dass insbesondere die Pferdebeweidung in engen Grenzen geschieht.
Wir können in den letzten Jahren eine wirkliche Verbesserung der Artenvielfalt der Flora feststellen, so Rolf Schiffler. So wachsen in einer sehr feuchten Senke in der Wiese seltene Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut. Aber auch andere Blühpflanzen wie das orangerote Habichtskraut, Wiesensalbei, Storchschnabel, Flockenblumen und seltene Kleearten sowie eine große Vielzahl von Gräsern gedeihen auf der Bergwiese. Botaniker könnten sich hier stundenlang aufhalten und würden immer noch etwas Neues finden, freut sich Rolf Schiffler.
Bald, Anfang Juli, wird das Harzer Rotvieh wieder bis September auf der Rothesütter Alm weiden. Wir sind froh über die Kooperation mit der Forst Farm, denn man kann viel durch die Beweidung mit Nutztieren erreichen. Für den Tierbesitzer sind solche Weiden wie hier oben nicht so attraktiv, weil ein nicht unerheblicher Transportweg entsteht. Viehtriebe wie früher sind heutzutage logistisch nicht mehr machbar. Deshalb seien Förderprogramme, die diese Schwierigkeiten abfedern, wichtig für die Landschaftspflege in der Kulturlandschaft.
Die Familie Forst arbeitet seit 18 Jahren in Absprache mit dem Thüringer Landwirtschaftsministerium daran, das Harzer Rotvieh in seiner angestimmten Heimat, dem Harz, rückzuzüchten und wieder einzubürgern. Die Forst Farm betreibt die für die Landschaftspflege so wichtige extensive Beweidung: Im 1. Auftrieb mit Kühen und anschließend in der Nachbeweidung mit Jungpferden und Ponys nach alter bäuerlicher Tradition. Aus Seggen, Binsen und mit Moos bewachsenen Flächen haben sich nach zwölf Jahren der Beweidung bunte Harzwiesen mit einer großen Pflanzenvielfalt entwickelt.
Pflanzen wie zum Beispiel die Breitblättrige Kuckucksblume, die seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurde, erweckte das Rotvieh durch Tritt und Dung wieder ‚zum Leben’, berichtet Diana Forst. Wir betreiben einen großen Aufwand an Transporten, Weideumtriebe, Sicherheit- und Weidemanagement für eine kurze Weideperiode. Hundert vom Aussterben bedrohte Harzer haben sich prächtig entwickelt und viele Kälber sind auf ihrer angestimmten Scholle wieder eingebürgert.
Autor: nnzDie Forst Farm beweidet das Areal mit Harzer Rotvieh, einer sehr alten Nutztierrasse, die vom Aussterben bedroht ist, sowie mit Pferden. Die Rothesütter Alm liegt 580 Meter über dem Meeresspiegel und ist als Bergwiese eingestuft. Durch das EU-kofinanzierte Programm KULAP konnten wir erreichen, dass die Wiesen nicht intensiv, sondern extensiv beweidet werden, erläutert Rolf Schiffler von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.
Gefördert wird ein finanzieller Ausgleich dafür, dass weniger Tiere in den Sommermonaten auf der Weide grasen, als bei einer intensiven Nutzung üblich wäre. Dadurch können die Wiesen umgeben von Wäldern erhalten bleiben. Ohne Landschaftspflege würde ein natürlicher Verlauf einsetzen: Die Wiesen würden zunehmend verbuschen und der Wald würde sich ausbreiten, so Rolf Schiffler. Solche Offenlandbereiche im Wald sind jedoch sehr wichtig – nicht nur für Pflanzen. So kommen beispielsweise Vögel, die im Wald brüten, hierher um Futter zu suchen. Auch Rehe und Hirsche äsen hier.
Bei einer gesunden Anzahl von Tieren wird die Wiese einerseits gepflegt, Büsche werden abgefressen und können sich nicht ausbreiten. Andererseits fressen die Tiere die Wiese – vereinfacht ausgedrückt – nicht kahl, besonders wenn wie in diesem Fall darauf geachtet wird, dass die Kühe nicht zu früh auf die Weide kommen. Um diese enorme Artenvielfalt zu erhalten, ist neben der Reduzierung des Tierbesatzes auf der Fläche insgesamt auch von großer Bedeutung, dass insbesondere die Pferdebeweidung in engen Grenzen geschieht.
Wir können in den letzten Jahren eine wirkliche Verbesserung der Artenvielfalt der Flora feststellen, so Rolf Schiffler. So wachsen in einer sehr feuchten Senke in der Wiese seltene Orchideen wie das Breitblättrige Knabenkraut. Aber auch andere Blühpflanzen wie das orangerote Habichtskraut, Wiesensalbei, Storchschnabel, Flockenblumen und seltene Kleearten sowie eine große Vielzahl von Gräsern gedeihen auf der Bergwiese. Botaniker könnten sich hier stundenlang aufhalten und würden immer noch etwas Neues finden, freut sich Rolf Schiffler.
Bald, Anfang Juli, wird das Harzer Rotvieh wieder bis September auf der Rothesütter Alm weiden. Wir sind froh über die Kooperation mit der Forst Farm, denn man kann viel durch die Beweidung mit Nutztieren erreichen. Für den Tierbesitzer sind solche Weiden wie hier oben nicht so attraktiv, weil ein nicht unerheblicher Transportweg entsteht. Viehtriebe wie früher sind heutzutage logistisch nicht mehr machbar. Deshalb seien Förderprogramme, die diese Schwierigkeiten abfedern, wichtig für die Landschaftspflege in der Kulturlandschaft.
Die Familie Forst arbeitet seit 18 Jahren in Absprache mit dem Thüringer Landwirtschaftsministerium daran, das Harzer Rotvieh in seiner angestimmten Heimat, dem Harz, rückzuzüchten und wieder einzubürgern. Die Forst Farm betreibt die für die Landschaftspflege so wichtige extensive Beweidung: Im 1. Auftrieb mit Kühen und anschließend in der Nachbeweidung mit Jungpferden und Ponys nach alter bäuerlicher Tradition. Aus Seggen, Binsen und mit Moos bewachsenen Flächen haben sich nach zwölf Jahren der Beweidung bunte Harzwiesen mit einer großen Pflanzenvielfalt entwickelt.
Pflanzen wie zum Beispiel die Breitblättrige Kuckucksblume, die seit drei Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurde, erweckte das Rotvieh durch Tritt und Dung wieder ‚zum Leben’, berichtet Diana Forst. Wir betreiben einen großen Aufwand an Transporten, Weideumtriebe, Sicherheit- und Weidemanagement für eine kurze Weideperiode. Hundert vom Aussterben bedrohte Harzer haben sich prächtig entwickelt und viele Kälber sind auf ihrer angestimmten Scholle wieder eingebürgert.








