Mi, 14:00 Uhr
29.01.2003
Der Kampf hat bereits begonnen
Nordhausen (nnz). Die Zeichen für Nordhausen als Oberzentrum stehen schlecht. Die Landesregierung sieht keinen Handlungsbedarf. Jetzt wollen die Städte Nordhausen und Sondershausen das Heft des Handelns selbst in ihre kommunalen Hände nehmen. Gestern wurden erste Zeichen gesetzt.
Die Städte Nordhausen und Sondershausen wollen einen öffentlich-rechtlichen Kooperations-Vertrag schließen. Dort sollen – auch mit Blick auf den Entwurf des überarbeiteten Thüringer Landesentwicklungsplanes (LEP) - die Bereiche der Zusammenarbeit konkret festgeschrieben werden. In den nächsten Monaten wird beiden Stadträten dazu ein Entwurf vorgelegt. Im Februar werden sich die Mitglieder der Hauptausschüsse beider Städte zu Vorgesprächen treffen. Das wurde gestern Abend im Nordhäuser Rathaus bei einem Treffen zwischen Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer sowie Vertretern der Fraktionen beider Stadträte vereinbart.
Der derzeitige Entwurf für den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) Thüringen sieht vor, dass Nordhausen Entwicklungskern in Nordthüringen wird, aber von seinem bisherigen Status Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums zu einem Mittelzentrum herabgestuft werden soll. Sondershausen wiederum will seinen jetzigen Status festigen und deshalb mit Nordhausen verbindlich zusammenarbeiten. Dabei sollen Schwerpunkte der Entwicklung in Übereinstimmung gebracht werden.
Nordhausens Oberbürgermeisterin sagte: Die Rückstufung Nordhausens zum Mittelzentrum wäre quasi ein Rückzug – und Rückzug bedeutet Schrumpfung, bedeutet Abschied von einer Vorwärts-Entwicklung. Das widerspricht dem städtischen Leitbild, das das Ziel 'Oberzentrum' formuliert hat, widerspricht dem eindeutigen Votum der Nordhäuser Wirtschaft und wird dem Hochschulstandort Nordhausen nicht gerecht. Sonderhausens Bürgermeister Joachim Kreyer sagte: Mit der Kooperation beider Städte bündeln wir unsere Kräfte, konzentrieren uns auf unsere Gemeinsamkeiten und Stärken und können gemeinsame Ziele besser betonen und durchsetzen.
Ob das aber für das Land Thüringen reicht? Das hat ganz andere Pläne und die werden immer schonungsloser unters Volk geworfen. Geht es nach dem Willen der Ministerialen, dann würde Nordhausen vielleicht bald auf eine Stufe mit Artern gestellt werden. Letztlich geht es bei dem Kampf um einen Status auch ums blanke Geld. Denn obere Zentren erhalten nun mal viel mehr Geld vom Land als ländliche Reviere. Geht es nach einigen Verantwortungsträgern in diesem Land, dann könnte nur noch Erfurt als Oberzentrum herhalten.
Autor: nnz
Die Städte Nordhausen und Sondershausen wollen einen öffentlich-rechtlichen Kooperations-Vertrag schließen. Dort sollen – auch mit Blick auf den Entwurf des überarbeiteten Thüringer Landesentwicklungsplanes (LEP) - die Bereiche der Zusammenarbeit konkret festgeschrieben werden. In den nächsten Monaten wird beiden Stadträten dazu ein Entwurf vorgelegt. Im Februar werden sich die Mitglieder der Hauptausschüsse beider Städte zu Vorgesprächen treffen. Das wurde gestern Abend im Nordhäuser Rathaus bei einem Treffen zwischen Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer sowie Vertretern der Fraktionen beider Stadträte vereinbart. Der derzeitige Entwurf für den neuen Landesentwicklungsplan (LEP) Thüringen sieht vor, dass Nordhausen Entwicklungskern in Nordthüringen wird, aber von seinem bisherigen Status Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums zu einem Mittelzentrum herabgestuft werden soll. Sondershausen wiederum will seinen jetzigen Status festigen und deshalb mit Nordhausen verbindlich zusammenarbeiten. Dabei sollen Schwerpunkte der Entwicklung in Übereinstimmung gebracht werden.
Nordhausens Oberbürgermeisterin sagte: Die Rückstufung Nordhausens zum Mittelzentrum wäre quasi ein Rückzug – und Rückzug bedeutet Schrumpfung, bedeutet Abschied von einer Vorwärts-Entwicklung. Das widerspricht dem städtischen Leitbild, das das Ziel 'Oberzentrum' formuliert hat, widerspricht dem eindeutigen Votum der Nordhäuser Wirtschaft und wird dem Hochschulstandort Nordhausen nicht gerecht. Sonderhausens Bürgermeister Joachim Kreyer sagte: Mit der Kooperation beider Städte bündeln wir unsere Kräfte, konzentrieren uns auf unsere Gemeinsamkeiten und Stärken und können gemeinsame Ziele besser betonen und durchsetzen.
Ob das aber für das Land Thüringen reicht? Das hat ganz andere Pläne und die werden immer schonungsloser unters Volk geworfen. Geht es nach dem Willen der Ministerialen, dann würde Nordhausen vielleicht bald auf eine Stufe mit Artern gestellt werden. Letztlich geht es bei dem Kampf um einen Status auch ums blanke Geld. Denn obere Zentren erhalten nun mal viel mehr Geld vom Land als ländliche Reviere. Geht es nach einigen Verantwortungsträgern in diesem Land, dann könnte nur noch Erfurt als Oberzentrum herhalten.


