Mi, 12:49 Uhr
26.05.2010
Spektakulärer Fund
Die Städtische Wohnbaugesellschaft (SWG) wird eines der ältesten Gebäude Nordhausens sanieren und damit wieder beleben– das Haus Domstraße 12 in der Nordhäuser Altstadt. Wann die Sanierung beginnt, hängt von der Freigabe der beantragten Städtebau-Fördermittel ab. Wahrscheinlich ist der Baustart im nächsten Jahr. Die nnz kennt jedoch bereits den neuen Nutzer...
Die SWG wird das Gebäude in der Domstraße 12 sanieren und setzt damit ein weiteres Achtungszeichen in der Altstadt
Nach der Sanierung soll hier die Nordhäuser Jugendkunstschule einziehen. Bei den Voruntersuchungen am Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, wurde zudem im 1. Obergeschoss eine komplett erhaltene Bohlenstube gefunden. Sie stammt aus dem 15./16. Jahrhundert.
Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) lobt das Engagement der SWG: Ich freue mich, dass unsere SWG sich diesem anspruchsvollen Vorhaben widmet. Mit der Sanierung dieses für die Stadtgeschichte wichtigen Gebäudes setzt unsere städtische Gesellschaft ein weiteres positives Achtungszeichen im historischen Stadtteil. Und mit dem Einzug der Jugendkunstschule bekommt das Haus eine Nutzung, die ideal zur Altstadt passt, es wird wieder Leben in das ehrwürdige Gebäude zurückkehren.
Bei der anstehenden Sanierung - vom Keller bis zum Dachgeschoss – werde kein Stein auf dem anderen bleiben. Wir schätzen die Kosten auf rund 650.000 Euro, sagte SWG-Geschäftsführerin Carola Franke.
Spektakulärer Fund: Im 1. Obergeschoss wurde eine komplett erhaltene Bohlenstube gefunden
Da das Haus unter Denkmalschutz stehe, seien viele Auflagen zu beachten und zahlreiche Voruntersuchungen nötig. Dabei habe man jetzt eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Bei der Untersuchung für das bauhistorische Gutachten Anfang Mai ist der Experte im 1. Obergeschoss unter dem Putz überraschend auf eine wahrscheinlich spätmittelalterliche Bohlenstube mit zahlreichen Schnitzereien gestoßen. Diese Stuben sind sehr selten. Deshalb ist der Fund sensationell – zumal sie fast vollständig erhalten ist und sich auf den Hölzern noch Original-Farbspuren aus der Entstehungszeit befinden.
Das Besondere sei darüber hinaus, dass sich neben der Bohlenstube noch eine Bohlenkammer befinde. Derzeit würden Holzproben im Labor untersucht, um das genaue Alter von Stube und Kammer bestimmen zu können. Das Ergebnis werde in etwa drei Wochen vorliegen, so die Geschäftsführerin.
Ebenfalls historisch wichtig sei der Dachstuhl. Dieser sei wahrscheinlich noch im Original erhalten, da die Balken die in früheren Zeiten üblichen geritzten Zimmermannszeichen erkennen lassen.
In der kommenden Woche werde es ein Treffen mit Dr. Thomas Nitz geben, dem zuständigen Referenten im Thüringer Landesamt für Denkmalschutz. Mit ihm werden wir besprechen, wie genau die Sanierung des Gebäudes mit Blick auf den Denkmalschutz ablaufen muss. So plane man unter anderem, den ursprünglichen Zustand der Fassade wieder herzustellen. Dabei werde man sich auf vorliegende Dokumente bzw. die Befunde der bauhistorischen Gutachten beziehen.
Autor: nnzDie SWG wird das Gebäude in der Domstraße 12 sanieren und setzt damit ein weiteres Achtungszeichen in der Altstadt
Nach der Sanierung soll hier die Nordhäuser Jugendkunstschule einziehen. Bei den Voruntersuchungen am Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, wurde zudem im 1. Obergeschoss eine komplett erhaltene Bohlenstube gefunden. Sie stammt aus dem 15./16. Jahrhundert.
Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) lobt das Engagement der SWG: Ich freue mich, dass unsere SWG sich diesem anspruchsvollen Vorhaben widmet. Mit der Sanierung dieses für die Stadtgeschichte wichtigen Gebäudes setzt unsere städtische Gesellschaft ein weiteres positives Achtungszeichen im historischen Stadtteil. Und mit dem Einzug der Jugendkunstschule bekommt das Haus eine Nutzung, die ideal zur Altstadt passt, es wird wieder Leben in das ehrwürdige Gebäude zurückkehren.
Bei der anstehenden Sanierung - vom Keller bis zum Dachgeschoss – werde kein Stein auf dem anderen bleiben. Wir schätzen die Kosten auf rund 650.000 Euro, sagte SWG-Geschäftsführerin Carola Franke.
Spektakulärer Fund: Im 1. Obergeschoss wurde eine komplett erhaltene Bohlenstube gefunden
Da das Haus unter Denkmalschutz stehe, seien viele Auflagen zu beachten und zahlreiche Voruntersuchungen nötig. Dabei habe man jetzt eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Bei der Untersuchung für das bauhistorische Gutachten Anfang Mai ist der Experte im 1. Obergeschoss unter dem Putz überraschend auf eine wahrscheinlich spätmittelalterliche Bohlenstube mit zahlreichen Schnitzereien gestoßen. Diese Stuben sind sehr selten. Deshalb ist der Fund sensationell – zumal sie fast vollständig erhalten ist und sich auf den Hölzern noch Original-Farbspuren aus der Entstehungszeit befinden.
Das Besondere sei darüber hinaus, dass sich neben der Bohlenstube noch eine Bohlenkammer befinde. Derzeit würden Holzproben im Labor untersucht, um das genaue Alter von Stube und Kammer bestimmen zu können. Das Ergebnis werde in etwa drei Wochen vorliegen, so die Geschäftsführerin.
Ebenfalls historisch wichtig sei der Dachstuhl. Dieser sei wahrscheinlich noch im Original erhalten, da die Balken die in früheren Zeiten üblichen geritzten Zimmermannszeichen erkennen lassen.
In der kommenden Woche werde es ein Treffen mit Dr. Thomas Nitz geben, dem zuständigen Referenten im Thüringer Landesamt für Denkmalschutz. Mit ihm werden wir besprechen, wie genau die Sanierung des Gebäudes mit Blick auf den Denkmalschutz ablaufen muss. So plane man unter anderem, den ursprünglichen Zustand der Fassade wieder herzustellen. Dabei werde man sich auf vorliegende Dokumente bzw. die Befunde der bauhistorischen Gutachten beziehen.



