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Do, 21:14 Uhr
16.01.2003

Endlich ein lokales "Wir"!

Nordhausen (nnz). Neujahrsempfänge gehören immer wieder zu den Ritualen in Politik und Wirtschaft. Heute nun war die Stadt Nordhausen dran. Traditionell hielt die Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke eine Ansprache. Dabei zog das Stadtoberhaupt Bilanz und gab einen Ausblick auf das aktuelle Jahr.


Zugehört Barbara Rinke ging zu Beginn ihrer Ansprache die schrecklichen Ereignisse im fernen Kabul ein: „Der erst 31 Jahre junge in Nordhausen geborene Offizier, der kurz vor Weihnachten beim Dienst in Afghanistan sein Leben lassen musste, verpflichtet uns dazu, dass die Einsicht, Kriege können nur das allerletzte Mittel der Politik sein, nicht leichtfertig für Ölinteressen geopfert werden darf. Es muss weiter um den Frieden gerungen werden. Natürlich zwingt uns auch die letzte Meldung über das geglückte Klonen zweiter Babys dazu, die Politik zu bestärken, Grenzen zu setzten. Je freier der Mensch ist, um so mehr Verantwortung wächst ihm zu“, so Rinke.

Es gebe aber auch Zeichen der Zuversicht, die sich beim Hochwasser zu Beginn dieses Jahres quasi vor der Toren der Rolandstadt zu bemerken waren. „Nicht nur die große Flut des letzten Jahres stellte dies eindrücklich unter Beweis, sondern erst letztlich der Einsatz vieler Freiwilliger beim Hochwasser direkt vor unserer Tür, zum Beispiel in Sundhausen und Donndorf im Kyffhäuserkreis“.

Barbara Rinke ging weiterhin auf die Fortschritte bei der Vorbereitung der Landesgartenschau ein und warb um Verständnis für die vielen Baustellen, die den Menschen in und um Nordhausen oftmals sehr viel zumuteten. „Stadterneuerung ist aber nur auf den ersten Blick die Baustelle, die neue Straße, der neue Platz. Das Leitbild, unter dem sie in Nordhausen steht, „Die neue Mitte“, weist den Weg: Nordhausen soll ein attraktives Umfeld für die Menschen werden, die in dieser Stadt leben und von denen die Stadt lebt. Das gilt insbesondere auch mit Blick auf unsere Kinder und Enkel. Gerade deshalb ist uns Tag für Tag im laufenden Prozess eine Verantwortung auferlegt. Es galt und gilt bei aller Veränderung, die in Nordhausen derzeit vor sich geht, die Balance zu halten zwischen wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Anforderungen“, äußerte die OB ihre Zuversicht.

In diesem Jahr wolle sich die Stadt Nordhausen wieder als Investor darstellen oder wichtige Investitionen privater Natur mit auf den Weg bringen. Das seien das Einkaufszentrum Pferdemarkt, die Sanierung der Wohnblöcke in der Rautenstraße/Kornmarkt, die Tiefgarage vor der Sparkasse, die Fassade des Theaters und die Fortsetzung der Rekonstruktion der Nordhäuser Schulen.

Abschließend führte Rinke aus: „Die Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten der Politik sind begrenzt. Die seelische Temperatur in einem Land steigt nicht durch Kabinetts- und Parlaments- oder Stadtratsbeschlüsse, nicht durch Mehrausgaben in den öffentlichen Haushalten, noch durch die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst. Die seelische Temperatur in unserer Gesellschaft steigt mit jedem Beitrag, den ein Bürger für einen Mitmenschen und für die Gemeinschaft leistet, mit jedem Stückchen Zivilcourage gegen Gewalt und Brutalität, mit jedem Akt, der die Menschenwürde und Persönlichkeit achtet. Lassen Sie uns bewusst diese Verantwortungsgemeinschaft bilden. Wir brauchen eine lokale Antwort auf die ständigen Herausforderungen. Wir brauchen endlich ein lokales Wir.“
Autor: nnz

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