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Do, 11:44 Uhr
09.01.2003

nnz-Doku: Dezember 2002

Kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit - Erster Jahresrückblick 2002


Am Jahresende waren fast 2.000 Nordthüringer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen als Ende des Vormonats. Insgesamt gab es 28.522 Arbeitslose im Arbeitsamtsbezirk Nordhausen. Die Arbeitslosenzahl hat damit fast das Vorjahresniveau erreicht und ist nur um 140 niedriger.

Im Dezember stieg die Zahl der Entlassungen saisonbedingt in den witterungsabhängigen Wirtschaftsabteilungen stark an. Die Nachfrage nach Arbeitskräften aus der Wirtschaft ist, wie im Winter üblich, insgesamt zurückgegangen. Über 2.500 Frauen und Männer konnten dennoch die Arbeitslosigkeit beenden, so viele wie im Dezember des Vorjahres. Die Vermittlungen des Arbeitsamtes in den ersten und zweiten Arbeitsmarkt erfolgten im Dezember in gleichem Maße wie im November.

Am Jahresanfang 2002 entwickelte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt ähnlich wie im Jahr zuvor. Bis zu den Sommermonaten hat sich die Arbeitslosigkeit in Nordthüringen nicht so hoch abgebaut wie im Vorjahreszeitraum. Erst ab August beendeten monatlich mehr Personen ihre Arbeitslosigkeit als im Jahr zuvor, so dass letztendlich ab September die Arbeitslosenzahl spürbar abnahm und unter den Wert des Vorjahres sank.


Wintersaison ließ Arbeitslosigkeit steigen

Zum Jahresende wurden genau 28.522 Arbeitslose im Arbeitsamt Nordhausen registriert, 1.965 mehr als vor vier Wochen, aber 136 weniger als vor einem Jahr. Die hohen Entlassungen in den Außenberufen betrafen vor allem Männer und führten dort zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 13.916 Ende Dezember, 1.617 mehr als im November. Vor einem Jahr waren noch 639 Männer weniger von Arbeitslosigkeit betroffen. Bei den Frauen ist dagegen die Zahl zum Vorjahresende um 775 zurückgegangen und beträgt Ende Dezember 14.606. Gegenüber November bedeutet diese Arbeitslosenzahl einen Anstieg um 348, damit ist die Frauenarbeitslosigkeit erstmals in diesem Jahr innerhalb eines Monats spürbar angestiegen.


Die Arbeitslosenquote erhöhte sich Ende Dezember bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen um 1,3 Prozentpunkte gegenüber November auf 18,3 Prozent. Vor einem Jahr betrug diese Quote 18,4 Prozent.
Auf der Basis der abhängigen zivilen Erwerbspersonen errechnet sich eine Quote von 19,8 Prozent gegenüber 18,4 Prozent Ende November. Die Quote für die Männer auf dieser Basis ist von 16,3 Prozent Ende November auf 18,5 Prozent Ende Dezember angestiegen. Bei den Frauen liegt die Quote mit 21,2 Prozent um einen halben Prozentpunkt über dem Vormonatswert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenquote der Männer um einen Prozentpunkt höher, bei den Frauen entwickelte sich die Quote genau umgekehrt.


Durchschnittliche Arbeitslosigkeit geringfügig höher als 2001

Die ungünstige Entwicklung in den ersten sieben Monaten des Jahres 2002 konnte in den letzten 5 Monaten nicht ganz ausgeglichen werden, so dass die durchschnittliche Arbeitslosenzahl gegenüber 2001 um 58 auf 28.613 im Jahr 2002 anstieg. Ein Vergleich der Jahre seit der statistischen Erhebung zeigt, dass nur 1997 und 1998 höhere Durchschnittswerte ausgewiesen wurden.

Die Situation der Männer auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2002 besonders schwierig entwickelt. Bereits im Jahr 2001 war bei den Frauen ein geringerer Anstieg der Arbeitslosenzahl als bei den Männern festzustellen. Im Jahr 2002 setzte sich diese Tendenz fort. Die Zahl der arbeitslosen Frauen verringerte sich deutlich weiter, demgegenüber stieg die Arbeitslosigkeit der Männer in gleichem Maße an.

Seit Jahresanfang wurden monatlich weniger Meldungen von Frauen entgegengenommen als von Männern. Die Abgänge der Frauen aus der Arbeitslosigkeit waren über das Jahr in den meisten Monaten höher als die Neuzugänge, so dass im Jahresdurchschnitt 14.926 Frauen arbeitslos waren, 497 weniger als im Vorjahr.

Für Männer haben sich die Beschäftigungsmöglichkeiten im Jahresverlauf verringert. Das zeigt sich besonders in den Einstellungen während der Frühjahrssaison, wo weniger Arbeitskräfte einen Job fanden als zur Wintersaison aus Unternehmen entlassen wurden. Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl der Männer errechnet sich für 2002 auf 13.687 und liegt damit um 555 über dem Jahresdurchschnitt von 2001. Das ist die höchste Männerarbeitslosigkeit, die bisher ermittelt wurde.


Fast 4.500 Arbeitslosmeldungen

Im Dezember kam es zu 4.485 Arbeitslosmeldungen im gesamten Arbeitsamtsbezirk. Das waren 839 Zugänge mehr als im November, aber auch 419 mehr als im Dezember des Vorjahres. Bedingt durch die saisonalen Entlassungen hatten Männer einen Anteil von 67 Prozent an allen Arbeitslosmeldungen. Vor ihrer Meldung gingen fast zwei Drittel einer Beschäftigung nach, im Vormonat waren dies nur 54 Prozent, und im Dezember des Vorjahres lag der Anteil um 4 Prozentpunkte höher. Aus dem Baugewerbe wurden 1.016 Arbeiter und Angestellte entlassen, doppelt so viele wie im November, rund 60 weniger als im Vorjahresmonat.

Die Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft setzten über 400 Arbeitnehmer frei, 211 mehr als im November und genau so viele wie im Vorjahr. Auch im verarbeitenden Gewerbe verloren fast 100 Frauen und Männer mehr ihren Arbeitsplatz als im November, insgesamt meldeten sich 360. Trotz der Feiertage entließ der Handel im Dezember mit 240 mehr Angestellte als im November und fast 50 mehr als im Dezember des Vorjahres. Aus den öffentlichen Verwaltungen und Sozialversicherungen wurden rund 240 Arbeitslosmeldungen entgegengenommen.

Für 74 Frauen und Männer endete eine betriebliche Ausbildung im Dezember, ohne dass im Anschluss ein Arbeitsplatz gefunden wurde. Zwei Drittel dieser Personen haben ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Aus einer schulischen Ausbildung gingen 187 Absolventen in die Arbeitslosigkeit und werden in das Vermittlungsgeschehen einbezogen.

1.289 Frauen und Männer waren vor ihrer Meldung nicht in Arbeit oder in anderen Maßnahmen des Arbeitsamtes eingegliedert. Knapp 700 davon stellten sich nach einer längeren Arbeitsunfähigkeit wieder der Vermittlung zur Verfügung, die übrigen waren zum größten Teil Berufsrückkehrer sowie Frauen und Männer, die keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder -hilfe haben.


Über 45.800 Arbeitslosmeldungen im Jahr 2002

Seit Jahresanfang haben sich 45.839 Personen aus Nordthüringen arbeitslos gemeldet, das waren nur 64 weniger als im Jahr 2001. Aus einer Erwerbstätigkeit kamen davon 24.067, 552 weniger als im Vorjahr. 2.543 der vorher Beschäftigten gingen aus einer Maßnahme des zweiten Arbeitmarktes in die Arbeitslosigkeit, das waren 997 weniger als im Jahr zuvor.

Aus nicht geförderten Beschäftigungen des ersten Arbeitsmarktes meldeten sich 19.672 Personen arbeitslos, 726 mehr als im Jahr 2001. Aus einer geförderten Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt gingen 456 Arbeitslosmeldungen aus Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen und weitere 625 nach Gewährung von Eingliederungszuschüssen ein. Im Jahr 2001 meldeten sich aus diesen geförderten Beschäftigungen noch 193 Personen mehr arbeitslos. Dieser Rückgang betrifft nur Strukturanpassungsmaßnahmen für Wirtschaftsunternehmen, da sich auch die Zahl der Förderfälle stark reduzierte.

Nach betrieblichen Ausbildungen fanden im Jahr 2002 insgesamt 2.292 Frauen und Männer nicht unmittelbar im Anschluss einen Arbeitsplatz, im Jahr 2001 betraf das noch 138 mehr.

Einen erfolgreichen Abschluss konnten davon 1.549 junge Fachkräfte nachweisen, 40 weniger als 2001. Ohne einen Abschluss wurden im Jahresverlauf 743 registriert, fast 100 weniger als im Vorjahr.

Nach schulischen Ausbildungen mussten sich erst einmal 3.377 junge Menschen arbeitslos melden, weil unmittelbar nach dem Abschluss kein Job gefunden werden konnte. Die Zahl dieser Betroffenen lag im Jahr 2001 um 460 höher.

Aus der Nichterwerbstätigkeit gingen 16.102 Meldungen im Arbeitsamt ein, 1.086 mehr als im Vorjahreszeitraum.


740 Arbeitsangebote im Dezember

Im Monat Dezember konnten 741 Stellenangebote durch die Vermittler des Arbeitsamtes aufgenommen werden. Bei 15 dieser Angebote handelte es sich um versicherungsfreie geringfügige Beschäftigungen. Von den 726 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen wurden 491 aus Unternehmen der Wirtschaft akquiriert. Für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen konnten durch das Arbeitsamt 197 Stellen und für traditionelle Strukturanpassungsmaßnahmen 38 Stellen bewilligt werden. Gegenüber November waren das 26 und gegenüber dem Vorjahr 28 Stellen mehr für den zweiten Arbeitsmarkt.

Das verarbeitende Gewerbe suchte im Dezember 96 Arbeitskräfte, 30 mehr als im November. Die Angebote aus dem Baugewerbe gingen von 145 im November auf 61 im Dezember zurück. Ebenfalls rückläufig waren die Stellen im Handel, die 79 Angebote lagen um 20 niedriger als im November. Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, fragten nach 81 Arbeitskräften, im November war die Nachfrage um 11 geringer.


Über 13.000 offene Stellen im Jahresverlauf

Insgesamt wurden durch die Arbeitsvermittler 13.070 Stellenangebote akquiriert. Ein Vergleich zum Vorjahr ist wegen der veränderten statistischen Definitionen zum Jahresanfang 2002 nicht aussagefähig.
Wie in den letzten Jahren gaben Unternehmen des Bauhaupt- und hilfsgewerbes die meisten Angebote ab.

Insgesamt suchte dieses Gewerbe im Jahresverlauf 2.220 Arbeitskräfte, demgegenüber haben sich 7.295 Arbeitskräfte aus dem Baugewerbe arbeitslos gemeldet. Aus der Wirtschaftsabteilung zur Erbringung von Dienstleistungen für Unternehmen kamen 1.500 Angebote und 1.470 Entlassungen standen gegenüber.

Das verarbeitende Gewerbe stellte 1.360 Arbeitsplätze der Vermittlung zur Verfügung, andererseits wurden 3.150 Arbeitnehmer aus dieser Wirtschaftsabteilung im Jahresverlauf arbeitslos. Der Handel trennte sich von 2.360 Angestellten, gleichzeitig wurden aus Handelsunternehmen 1.200 Stellen angeboten. Im Gastgewerbe ist die Relation nicht so ungünstig, rund 720 Arbeitskräfte meldeten sich nach einer Beschäftigung arbeitslos, über das Jahr 2002 gingen 590 Arbeitsangebote in den Dienststellen des Arbeitsamtes ein.

Die Wirtschaftsabteilung Verkehr und Nachrichtenübermittlung meldete 640 freie Stellen, 1.020 Arbeitnehmer verloren in Unternehmen dieser Wirtschaftsunternehmen im Jahresverlauf ihren Job. Die Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft fragten nach 507 Arbeitskräften, insgesamt wurden im Jahr 2002 rund 1.330 Arbeitslosmeldungen nach Beschäftigungszeiten in diesen Unternehmen entgegengenommen. Aus dem Bereich Erziehung und Unterricht kamen 653 Arbeitsangebote, aus dem Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen 774, aus öffentlichen Verwaltungen und Sozialversicherungen 1.598 und aus Betrieben, die sonstige öffentliche und persönliche Dienstleistungen erbringen, 1.881.


Rund 2.500 Abmeldungen im Dezember

Im Verlauf des Monats Dezember beendeten 2.520 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 539 weniger als im November und genau so viele wie im Dezember des Vorjahres. Von den abgemeldeten Personen haben 604 durch die Aktivitäten des Arbeitsamtes wieder eine neue Beschäftigung aufgenommen. Das waren so viele wie im November. In den ersten Arbeitsmarkt mündeten davon 430 Arbeitslose ein, im November waren das 420. In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen begannen 131 und in Strukturanpassungsmaßnahmen 43 Arbeitslose, insgesamt genau so viele wie im Vormonat. Im Dezember des Vorjahres konnten allerdings noch 70 Personen mehr mit Förderleistungen Arbeit aufnehmen.

Durch Eigenbemühungen fanden 370 Arbeitsuchende einen Job, und 42 meldeten sich in eine selbständige Tätigkeit ab, für 68 Arbeitslose kam ein Rückruf des letzten Arbeitgebers. Die Abmeldungen für 734 Personen sind in Arbeitsunfähigkeit oder Kur begründet, und 404 Personen kamen ihrer Meldepflicht nicht nach oder nutzten die Regelungen für Arbeitslose ab dem 58. Lebensjahr.
239 Frauen und Männer begannen in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen, und 30 junge Leute wählten einen betrieblichen oder schulischen Ausbildungsweg.


Mehr Abmeldungen im Jahr 2002

Im Jahr 2002 wurden 45.493 Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit entgegen genommen. Davon kam es in 10.603 Fällen zu Austritten wegen Arbeitsaufnahme durch die Aktivitäten des Arbeitsamtes, und weitere 8.515 Personen suchten sich über die Medien des Arbeitsamtes und weitere Jobbörsen einen Arbeitsplatz. 740 Arbeitslose wagten den Schritt in die Selbständigkeit.

In berufliche Weiterbildungsmaßnahmen gingen im Jahr 3.700 Frauen und Männer und weitere 370 in Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung Behinderter. Im Jahresverlauf stellten Unternehmen 1.750 Arbeitskräfte nach kurzen Arbeitslosenzeiten wieder ein. Wegen längerer Arbeitsunfähigkeit oder Kur kam es zu 9.290 Abmeldungen.

Für betriebliche oder schulische Ausbildungen entschieden sich im gesamten Jahr 1.250 junge Arbeitslose, und 860 Jüngere wurden in den Wehr- oder Zivildienst einberufen. Wegen Wohnortwechsels kam es zu 760 Abmeldungen. In 5.950 Fällen erfolgten Abmeldungen wegen Nichterneuerung der Meldung, vorübergehendem Wegfall der Voraussetzungen zur Zählung als Arbeitsloser oder der Inanspruchnahme der Sonderregelungen für ältere Arbeitslose. Aus dem Erwerbsleben wegen Anspruch auf Rente schieden 680 Personen aus.


Aktive Förderleistungen zur Integration in den Arbeitsprozess

Am Jahresende förderte das Arbeitsamt 2.803 Beschäftigte in der Wirtschaft, 103 mehr als noch im November. Von den geförderten Personen erhielten 1.228 Eingliederungszuschüsse, 919 davon für ältere Arbeitnehmer. Im Jahresdurchschnitt wurde diese Förderung für 1.100 Personen gewährt, das waren 180 mehr als 2001. Während der Existenzgründung wurde Ende Dezember für 403 Unternehmer der Lebensunterhalt gesichert. Seit Jahresanfang erhielten 660 Existenzgründer eine Förderzusage für diese Leistung, damit erhielten im Jahresdurchschnitt 330 Jungunternehmer Unterstützung, 90 mehr als 2001.

Über Beschäftigungshilfen nach dem Programm der Bundesregierung zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit förderte das Arbeitsamt zum Jahresende 541 Frauen und Männer auf Arbeitsplätzen. Im Jahr 2002 konnten für 590 Einstellungen aus diesem Programm Hilfen bewilligt werden. Im Jahresdurchschnitt wurden dadurch 450 Arbeitnehmer integriert. Mit Ablauf des Jahres 2002 ist dieses Programm abgelaufen.

Neu gegründeten Unternehmen wurden über Eingliederungszuschüsse im Jahresverlauf insgesamt die Einstellung für 130 Personen gefördert.

Im Jahresdurchschnitt erhielten Existenzgründer für die Beschäftigung von durchschnittlich 100 Personen diese Förderart, das waren 15 weniger als 2001.

Strukturanpassungsmaßnahmen Ost für Wirtschaftsunternehmen hatten im Jahr 2002 nicht mehr die Bedeutung wie im Vorjahr. Wurden 2001 noch fast 1.000 Personen mit Hilfe dieser Leistung in Arbeit gebracht, kam diese Förderart 2002 nur bei 625 Vermittlungen zur Anwendung.


Beschäftigung schaffende Maßnamen

In Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen arbeiteten Ende Dezember 2.127 Nordthüringer, 56 weniger als im November, aber 63 mehr als Ende des Vorjahres. Im Jahresdurchschnitt beschäftigten Träger von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen 2.022 Frauen und Männer, 522 weniger als noch im Jahr 2001 und halb so viele wie im Jahr 2000.

In traditionellen Strukturanpassungsmaßnahmen gab es Ende Dezember 1.399 Beschäftigte, 95 weniger als Ende des Vormonats, auch 27 weniger als vor einem Jahr.

Im Jahresverlauf nahmen 817 Arbeitslose eine Beschäftigung in diesen Maßnahmen auf, insgesamt 225 weniger als 2001. Durchschnittlich hatten so im Jahr 2002 rund 1.440 Personen einen Arbeitsplatz, 141 weniger als 2001. In Beschäftigung schaffenden Infrastrukturmaßnahmen arbeiteten Ende des Jahres 87 Arbeitnehmer. Insgesamt erhielten seit April dieses Jahres 188 Arbeitslose in diesen Maßnahmen eine Beschäftigung, damit waren durchschnittlich 34 Arbeitnehmer tätig.


Berufliche Weiterbildung

Die Maßnahmen der beruflichen Weiterbildungen zielten im Jahr 2002 besonders auf die berufliche Anpassung und Fortbildung ab. Deshalb wurden mehr kurzfristige Maßnahmen eingerichtet, die den Arbeitnehmern spezielle Kenntnisse vermitteln sollen. Ausbildungen mit einem neuen Berufsabschluss begannen für die Personengruppen, die in ihrem ursprünglichen Ausbildungsberuf auch auf dem überregionalen Arbeitsmarkt sehr geringe Chancen hatten oder noch keinen Berufsabschluss vorweisen konnten. Im Jahr 2002 begannen insgesamt 3.881 Arbeitsuchende in vom Arbeitsamt geförderten Bildungsmaßnahmen, das waren 265 mehr als im Vorjahr.

Die Verweildauer in den Maßnahmen hat sich wegen der höheren Anzahl an Teilnehmern in gezielten Bildungsmaßnahmen zur beruflichen Anpassung oder Weiterbildung verringert, so dass im Jahrsdurchschnitt 3.065 Teilnehmer gefördert wurden, 158 weniger als 2001.


Freie Förderung

Über die Freie Förderung gemäß § 10 SGB III wurden am Jahresende 864 Personen in Beschäftigungen oder anderen Maßnahmen unterstützt. Vor einem Jahr gewährte das Arbeitsamt für 1.471 Personen mehr diese Förderleistungen. Durch die Maßnahmen aus dem Job-AQTIV-Gesetz haben die Projektförderungen über die gesetzlichen Regelungen des §10 nach SGB III nicht mehr die große Bedeutung wie im Jahr 2001. Bis zum Jahresende wurde lediglich noch ein Projekt für 16 Teilnehmer unterstützt. Über die Freie Förderung haben Ende Dezember noch 145 Beschäftigte in der Wirtschaft Lohnkostenzuschüsse erhalten und weiteren 181 Jugendlichen wird dadurch die berufliche Ausbildung gesichert.

Auch für 434 Existenzgründer konnte so am Jahresende Hilfe gegeben werden. Im Jahresdurchschnitt hat sich die Zahl der Förderfälle von 355 im Jahr 2001 auf 246 im Jahr 2002 verringert.


Kurzarbeit

Im Dezember zeigten 45 Unternehmen aus Nordthüringen dem Arbeitsamt Kurzarbeit für 356 Arbeitnehmer an. Damit ist die Kurzarbeiterzahl gegenüber November um 62 zurückgegangen, liegt aber auf gleichem Niveau wie im Vorjahr. Weniger Kurzarbeit wurde für 20 Arbeitnehmer aus dem verarbeitendem Gewerbe sowie für 20 Beschäftigte des Baugewerbes gemeldet. Auch Betriebe, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringen, arbeiteten im Dezember weniger kurz als noch im November.

Im Jahresdurchschnitt arbeiteten in Nordthüringen 636 Arbeitnehmer kurz, im Jahr 2001 waren dies noch 359. Vorrübergehende Auftragsrückgänge im verarbeitenden Gewerbe führten im Jahr 2002 in dieser Wirtschaftsabteilung zu mehr Kurzarbeit als 2001. Außerdem wurden die Möglichkeiten über Kurzarbeit Null, der Ausgliederung von Betriebeinheiten bei drohenden Entlassungen, mehr in Anspruch genommen als 2001, um Arbeitnehmer vor der Arbeitslosigkeit bei Insolvenzen oder Betriebsverkleinerungen zu bewahren.


Die regionale Entwicklung des Arbeitsmarktes

Die Situation hat sich in Nordthüringen in allen Landkreisen im Dezember saisonal bedingt ungünstig entwickelt. Im Hauptamt Nordhausen stieg die Arbeitslosenzahl um 579 auf 9.699 an. Zwölf Monate vorher waren 103 Personen mehr arbeitslos.
Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber Dezember um 1,1 Prozentpunkte auf 19,5 Prozent und liegt damit spürbar über dem Durchschnitt des Arbeitsamtes insgesamt. Vor einem Jahr wurde eine Quote in Höhe von 19,6 Prozent ausgewiesen.

Aus dem Landkreis Nordhausen meldeten sich im Dezember 1.256 Frauen und Männer arbeitslos, von denen 890 vorher einer Beschäftigung nachgingen. Im Dezember des Vorjahres war diese Zahl noch um 100 niedriger. Im Monatsverlauf konnten 677 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 203 davon nahmen eine Beschäftigung auf, 141 im ersten Arbeitsmarkt. Im Jahresdurchschnitt gab es im Hauptamt 9.661 Arbeitslose, 35 weniger als 2001.

Im Kyffhäuserkreis mit den Dienststellen Artern und Sondershausen erhöhte sich die Arbeitslosenquote im Dezember gegenüber November auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen um 1,3 Prozentpunkte auf 21,6 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch im Kyffhäuserkreis um einen Prozentpunkt höher. 10.222 Frauen und Männer des Landkreises waren im Dezember ohne Arbeit, 631 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr ist im Landkreis aber der höchste Rückgang innerhalb der Landkreise zu verzeichnen. Vor einem Jahr waren 418 Frauen und Männer mehr von Arbeitslosigkeit betroffen.

Die Geschäftsstelle Artern registrierte 335 Arbeitslose mehr als Ende November. 5.202 Arbeitslose am Jahresende bedeuten aber 407 weniger als zum Jahresende 2001. So erhöhte sich die Arbeitslosenquote gegenüber November um 1,4 Prozentpunkte auf 22,6 Prozent bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Vor einem Jahr errechnete sich die Quote noch in Höhe von 24,6 Prozent. Im Dezember meldeten sich im Arbeitsamt Artern 766 Frauen und Männer arbeitslos, rund 150 mehr als im November und 26 mehr als im Dezember des Vorjahres. Im Jahresdurchschnitt waren 5.444 Personen aus der Region arbeitslos, 45 weniger als durchschnittlich 2001.

Im Geschäftsstellenbezirk Sondershausen ist im Dezember die Zahl der Arbeitslosen um 296 auf 5.020 angestiegen. Damit ist auch eine um 1,2 Prozentpunkte höhere Arbeitslosenquote zu verzeichnen. Ende Dezember werden für die Region 20,6 Prozent auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen ausgewiesen. Vor einem Jahr gab es 11 Arbeitslose mehr. Im Monatsverlauf gingen von 775 Frauen und Männern Arbeitslosmeldungen ein, 484 davon beendeten eine Erwerbstätigkeit. Für 84 Arbeitsuchende konnten durch das Arbeitsamt Beschäftigungsverhältnisse angebahnt werden, in 48 Fällen in Unternehmen. Im Jahresdurchschnitt wurden im Bezirk der Geschäftsstelle Sondershausen 5.068 Arbeitslose betreut, 133 mehr als im Jahr 2001.

Im Landkreis Eichsfeld mit den Geschäftsstellen Heiligenstadt und Leinefelde hat sich die Situation wie in den Vorjahren auf dem Arbeitsmarkt günstiger als in den anderen Landkreisen Nordthüringens entwickelt. Ende Dezember traten im Landkreis wie in den Vorjahren die höchsten Zunahmen an Arbeitslosen gegenüber November ein. Damit wurden am Monatsende 8.601 Arbeitslose im Landkreis registriert, wodurch sich eine Arbeitslosenquote auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen in Höhe von 14,6 Prozent ergibt. Gegenüber November ist damit die Quote genau so hoch angestiegen wie im Kyffhäuserkreis. Vor einem Jahr waren 385 Eichsfelder weniger von Arbeitslosigkeit betroffen, damals wurde eine Quote von 14,1 Prozent ausgewiesen.

In der Geschäftsstelle Heiligenstadt meldeten sich im Dezember 625 Personen arbeitslos, gleichzeitig konnten auch wieder 322 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dadurch ist die Arbeitslosenzahl insgesamt von 2.569 Ende November auf 2.872 Ende Dezember angestiegen. Die Arbeitslosenquote stieg um 1,4 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat auf 13,2 Prozent am Jahresende an. Vor einem Jahr suchten 134 Frauen und Männer weniger einen Job, die Quote betrug damals 11,5 Prozent. Die Zahl der Vermittlungen ist gegenüber November um 6 auf 58 angestiegen. 41 dieser Vermittlungen brachten Arbeitslose in eine Beschäftigung in der Wirtschaft. Im Jahr 2002 waren durchschnittlich 2.785 arbeitslos gemeldet, im Jahresmittel 2001 nur 3 mehr.

Die Geschäftsstelle Leinefelde registrierte am Jahresende 5.729 arbeitslose Männer und Frauen, 452 mehr als Ende November. Wie in der Geschäftsstelle Heiligenstadt hat sich auch hier zum Vorjahresende die Arbeitslosigkeit erhöht. Ende 2001 betreuten die Mitarbeiter der Geschäftsstelle 251 Arbeitslose weniger als Ende 2002. Damals wurde die Quote noch in Höhe von 15 Prozent errechnet. Im Monatsverlauf gingen 1.063 Arbeitslosmeldungen in der Geschäftsstelle ein, 158 mehr als im November, auch 65 mehr als im Dezember des Vorjahres. 142 Arbeitnehmer konnten erfolgreich mit Hilfe des Arbeitsamtes vermittelt werden, 117, so viele wie im November, in Wirtschaftsunternehmen.
Durchschnittlich bestand in der Region Leinefelde für 5.654 Personen im Jahr 2002 Arbeitslosigkeit, für 6 mehr als im Durchschnitt 2001.
Autor: nnz

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