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Mi, 13:45 Uhr
08.01.2003

Mehr Interesse für den Menschen

Nordhausen (nnz). 18, 190 und 2.800! Die Zahlen stehen symbolhaft für die Arbeit des DRK-Kreisverbandes Nordhausen. Wenn Sie mehr wissen wollen, dann klicken Sie doch einfach auf MEHR.


„Die Welle der Hilfsbereitschaft der Menschen im Landkreis Nordhausen bei der Flutkatastrophe in Sachsen und Sachsen-Anhalt hat selbst die ‚alten Hasen’ bei uns überrascht“, sagte der Nordhäuser DRK-Vorsitzende Gerhardt Weith heute der nnz. In der Halleschen Straße sei eine Vielzahl von Hilfsgütern abgegeben worden. Vom Tauchsieder über Warmwasserboiler bis hin zu Möbeln war so ziemlich alles dabei, was die Familien in den Hochwassergebieten brauchen konnten. Und es wurde sogar ein fahrtüchtiges und zugelassenes Auto dem DRK angeboten. Dafür gab es leider keinen Abnehmer.

Der DRK-Kreisverband war schließlich selbst mit 18 Helfern in Torgau vor Ort und betreute dort eine Woche lang Menschen, die ihr Hab und Gut verloren hatten. Weith lobte gegenüber nnz ausdrücklich das Verhalten der Arbeitgeber, die eine Freistellung der Kameraden problemlos möglich gemacht hatten. Der Einsatz der DRK-Mitglieder aus dem Landkreis wurde von den Innenministern Schily und Köckert denn auch ausdrücklich mit zwei Ehrenurkunden gelobt.

Zum DRK im Landkreis Nordhausen gehören auch die Bergwacht in Ellrich und die Wasserwacht. Letztere ist unter anderem für die Ausbildung von Rettungsschwimmern verantwortlich, die auch ihren Dienst an den Bielener Kiesteichen versehen. Mit etwas Befremden stellte Gerhard Weith denn auch fest, dass für Ausbildungs- und Übungsstunden im Nordhäuser Badehaus eine Gebühr vom Wohlfahrtsverband erhoben wurde. Erste Gespräche habe es dazu mit der Stadtverwaltung bereits gegeben.

Das zurückliegende Jahr bedeutet für das DRK auch die Aufgabe des Rettungswachenstandortes Sollstedt. Das Fahrzeug steht jetzt in Bleicherode. Doch es mute schon seltsam an, wenn Krankentransportwagen mit Eichsfelder Kennzeichen Patienten von Sollstedt ins Südharz-Krankenhaus fahren würden. Der eigentlich notwendige Personalabbau, der mit der Schließung in Sollstedt verbunden gewesen wäre, konnte durch die Übernahme der Luftrettung kompensiert werden. So kann das DRK im Landkreis Nordhausen gegenwärtig auf rund 190 festangestellte Mitarbeiter zurückgreifen. Die versehen ihren Job im Rettungsdienst, in Pflegheimen oder in Spätaussiedler- und Asylbewerberheimen.

Dagegen ist die Zahl der Fördermitglieder auch im Landkreis Nordhausen rückläufig. Etwa 2.800 sind es derzeit. Es sei schwer, vor allem Jugendliche für eine Mitgliedschaft und für ein Engagement im Wohlfahrtsverband zu gewinnen, beschreibt der Vorstand die Situation. Momentan sei das Deutsche Rote Kreuz finanziell nicht in der Lage, besonders für Jugendliche Angebote zu schaffen, die auf sie und ihre Bedürfnisse zugeschnitten seien. Derzeit bemühe man sich, einen Schulsanitätsdienst im Landkreis Nordhausen aufzubauen. Erste Erfolge seien zwar schon vorhanden, doch es fehle an den „Anleitern“.

Für das Jahr 2003 gibt es also auch für diesen Wohlfahrtsverband viel zu tun, obwohl die großen Investitionen abgeschlossen sind. Was sich Gerhardt Weith für dieses Jahr wünscht? Mehr Menschen sollten sich wieder für den „Dienst am Menschen“ interessieren. Nicht nur, wenn Katastrophen das normale Leben in ganzen Landstrichen bedrohen.
Autor: nnz

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