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Mi, 15:37 Uhr
14.04.2010

Birken-Hain als Mahnung und Erinnerung

Die Stadtverwaltung Nordhausen wird für die Überleben des Konzentrationslagers „Mittelbau-Dora“ 40 Birken pflanzen. Das kündigte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) jetzt beim Empfang der KZ-Überlebenden im Nordhäuser Theater anlässlich des 65. Jahrestags der Befreiung des Lagers...

Mahnen und Erinnern (Foto: P. Grabe) Mahnen und Erinnern (Foto: P. Grabe)
Stéphane Essel mit der Urkunde für seinen Baum.

„Die Bäume sollen eine bleibende Erinnerung an Sie sein und eine bleibenden Mahnung für die Nachgeborenen“, sagte Frau Rinke. „Vergessen führt in die Gefangenschaft. Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung“, steht als Motto auf der Urkunde.

Symbolisch für die zu pflanzenden Bäume bekam jeder der anwesenden Überlebenden eine Urkunde, auf der vermerkt ist, dass für ihn ein Baum gepflanzt werde. „In den kommenden Wochen werden wir einen geeigneten Standort für den Birken-Hain suchen“, sagte Frau Rinke.

In seiner Ansprache sagte der ehemalige Dora-Häftling Stéphane Essel -, „dass der Schock des Hitlers-Regimes nicht umsonst war. Er hat zu vielen guten Neuem geführt, unter anderem dazu, dass die Vereinten Nationen nur weinige Jahre nach dem Krieg die Charta der Menschenrechte verabschiedet haben“, so Essel, der Mitautor dieser Charta gewesen ist. Der damals 31-Jährige war von Frankreich entsandt - einer von 18 Diplomaten des Uno-Ausschusses, die in zweijähriger Arbeit die 30 Artikel ausarbeiteten. „Wenn wir diese Charta zur allgemeinen Grundlage des menschlichen Handelns machen könnten, dann ließe sich jeder neue Schrecken für immer vermeiden“, sagte der in Deutschland geborene Essel.

Zu diesem Neuen gehöre auch die Gründung des Staates Israel als direkte Folge des Völkermords, „auch wenn dieser Staat wie vieles andere, was in Folge des Holocausts entstanden ist, noch nicht perfekt ist. Aus dem Schrecken, aus unseren erlittenen Qualen und aus den daraus gezogenen Lehren ist eine Quelle geworden, aus der wir heute viel Gutes schöpfen“, so Essel.

Essel rief dazu auf „wachsam zu bleiben gegenüber dem Willen, Positives zu erzeugen aus dem Schrecklichen. Das dürfen wir den Geschichtsverdrehern nicht durchgehen lassen...“
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