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Do, 07:23 Uhr
25.03.2010

nnz-Forum: Linke gegen Linke

In Bleicherode und Umgebung muss für Abwasser mehr gezahlt werden. Die nnz hatte darüber ausführlich berichtet. Jetzt meldet sich die alternative LINKE zu Wort und kritisiert die andere LINKE. Und das alles im Forum der nnz.


Gebührenerhöhung – das Zauberwort, um leere Kassen zu füllen. Verkauft wird dies unter dem Deckmantel einer „Solidargemeinschaft“. Zutreffender wäre das Wort „Zwangsgemeinschaft“. Spätestens nach Erhalt der Gebührenbescheide des Abwasserzweckverbandes „Bode-Wipper“ im Februar dürfte jedem „Zwangsmitglied“ dieses Verbandes – sprich jedem „Bürger“ – klar geworden sein, was die veröffentlichten verklausulierten Darstellungen zu bedeuten hatten.

Eine knallharte Gebührenerhöhung von über 20% in einzelnen Positionen zum Januar 2010 steht ins Haus. Dieser Vorschlag wurde im Dezember 2009 in die Verbandsversammlung eingebracht und mit Stimmenmehrheit beschlossen. Vorbereitet und eingebracht wurde dieser Vorschlag vom Verbandsausschuss auch mit den Stimmen zweier Bleicheröder Stadträte, die der LINKEN Fraktion angehören.

Wir als Mitglieder der Alternativen LINKEN BO Bleicherode und Umland distanzieren uns von diesen „Volksvertretern“. Wo bleibt bei der Zustimmung zu dieser drastischen Gebührenerhöhung das Interesse der Bürger, das laut aktuellem Wahlprogramm angeblich sogar über den Parteiinteressen stehen soll? Wir finden es beschämend, dass die örtlichen gewählten Vertreter speziell der Linkspartei so wenig Bürgernähe zeigen.

Haben die Bürger Bleicherodes und der umliegenden Gemeinden nicht bereits vor Jahren mit horrenden Beträgen die überdimensionierte Kläranlage, die ja auch nur für das Wohl der Bürger errichtet wurde, mitfinanziert? Auf die Investoren im Gewerbegebiet „Kirchhagenscher Weg“ warten die Bleicheröder noch heute. Dem Bürger ständig damit zu drohen, für Investitionen später keine Fördermittel mehr zu erhalten bzw. die Eigenanteile für geförderte Baumaßnahmen nicht bereit stellen zu können, ist mittlerweile eine gängige Praxis.

Gekrönt wird das Ganze noch durch die Androhung des kompletten Wegfalls der Investitionsmaßnahme, indem hier eine eventuelle Komplettsanierung von Strassen und Gehwegen in den Focus gerückt wird. Wenn den Vertretern des Abwasserzweckverbandes „bewusst“ ist, dass die „geplante“ Gebührenerhöhung in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage für alle eine zusätzliche Belastung darstellt, warum wird sie dann erhoben? Sollten die Bürger gerade unter diesen Bedingungen nicht finanziell entlastet werden? Wir Bürger werden kein Verständnis haben.
Ralf Bayer DIE LINKE Alternative Basisorganisation Bleicherode und Umland
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
FKuschel
25.03.2010, 09:41 Uhr
Steigende Abwassergebühren haben viele Ursachen
Seit Jahren kämpfen LINKE und die zahlreichen Bürgerinitiativen (BI) für sozial-gerechte Kommunalabgaben. Es gibt erste Erfolge. So wurden 2005 die Wasserbeiträge abgeschaft, 168 Mio. EUR zurückgezahlt. Bei der Berechnung der Abwasserbeiträgen konnten erste Verbesserungen erreicht werden.

Hier wurden rund 60 Mio. EUR an die Bürger zurückgezahlt und ca. 300 Mio. EUR langfristig bzw. dauerhaft gestundet. Seit 2004 gibt es die zinslose Stundung von Abwasserbeiträgen. Nur noch die Hälfte der Thüringer Bürger ist von Abwasserbeiträgen betroffen. Die andere Hälfte müssen diese Beiträge nicht mehr zahlen.

DIE LINKE will perspektivisch die Abwasser- und Straßenausbaubeiträge abschaffen. Wenn es vor Ort Diskussionen zu den Abwasserbeiträgen und -gebühren gibt, muss man bedenken, dass es viele Ursachen gibt. Eine Ursache ist u. a. die Fördermittelpolitik des Landes. Nach meinen Informationen hat der örtliche Zweckverband in den zurückliegenden Jahren die Abwassergebühren auf einen akzeptablen Niveau gesichert, Erhöhungen gab es nicht. jetzt macht das Land im Zusammenhang mit der Bereitstellung von Fördermitteln Druck.

Das Land stellt nur Fördermittel bereit, wenn die Gebühren angepasst werden. Hier sollte auch die alternative LINKE ihre Kritik ansetzen. Als Landtagsabgeordneter der LINKEN werden ich mich weiterhin für sozial-gerechte Kommunalabgaben einsetzen. Ich bin mir sicher, eine übergroße Mehrheit der LINKEN und die BI wollen dies auch und werden dementsprechend handeln.
Frank Kuschel
(MdL, DIE LINKE)
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