Fr, 07:02 Uhr
20.12.2002
nnz-Rückspiegel: 20. Dezember 2001
Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Verschoben, Desaster und Flügel
Wieder mal was abgeschoben?
Die Bearbeitung des Bundes- sowie des Landeserziehungsgeldes wird nicht mehr das Land übernehmen. Ab dem kommenden Jahr müssen sich damit die Kreisverwaltungen beschäftigen. Wälzt das Land wieder zusätzliche Arbeit auf die Kreis ab? Im Nordhäuser Landratsamt ist man auf die Übernahme dieser zusätzlichen Leistung nicht nur vorbereitet, sondern man sieht hier durchaus viele positive Aspekte. Zwischen dem Land Thüringen und der Kreisverwaltung wurden vernünftige Verträge ausgearbeitet und abgeschlossen, das Land wird auch einen Teil der Personalkosten übernehmen, erläuterte die 2. Beigeordnete der Kreisverwaltung, Loni Grünwald (PDS), der nnz.
Im Bereich des Jugendamtes seien Mitarbeiter für die neuen Aufgaben qualifiziert worden, auch dies sei durch die Landesregierung unterstützt worden. Als künftige Ansprechpartner für junge Eltern seien junge Mitarbeiterinnen der Behörde ausgewählt worden, da hier ein enger und natürlicher Bezug nicht nur zu diesem Thema, sondern vor allen auch zu den Problemen der Antragsteller hergestellt werden kann. Unter anderem konnte so ein Azubi übernommen werden und wird die Bearbeitung der Anträge sowie die Auszahlung des Erziehungsgeldes mit übernehmen...
Leerstand im Ortskern wäre Desaster
Der gestern durch die nnz vermeldete Einzug der KMG-Kliniken AG in die leere Haiberg-Klinik wurde heute auch im Nordhäuser Landratsamt diskutiert. Es gab unterschiedliche Reaktionen. Dieser Vertrag zwischen KMG und der Tochter des Deutschen Ring durchkreuzt die gemeinsamen Intensionen von Sülzhayn, der Stadt Ellrich und dem Landratsamt stellt der Leiter des Landratsbüros, Manfred Thiel, gegenüber der nnz fest. Für den Geschäftsführer der Sozial Konzept AG, Udo Unbehaun, ist die neue Situation kein Desaster hinsichtlich seiner Vorstellungen (nnz berichtete), vielmehr will er sein Kaufangebot aufrecht erhalten.
Bestätigt wurde im Landratsamt auch, dass die KMG vorerst nur 60 Betten am Haidberg anpachten will. So könnte vielleicht sogar eine Symbiose zwischen der Klinik und der erst gegründeten Gesundheitsgesellschaft Ellrich GmbH entstehen. Für den Ort Sülzhayn und seine touristische Entwicklung ist der Umzug der KMG natürlich das Desaster schlechthin. Ortsteilbürgermeister Lange ist außer sich, hatte er doch mit der Entwicklung, welche die Investoren aus Bremen vorgezeichnet hatten, wieder Hoffnung für sein Sülzhayn geschöpft. Obwohl im Thüringer Wirtschaftsministerium prinzipiell weiter an der Unbehaun-Variante festgehalten wird, gibt es hinsichtlich der Prädikatisierung des Ortsteils als Erholungsort schon wieder erste Bedenken. Sollte die KMG-Immobile im Ortskern künftig leer stehen, dann überlegen die Ministerialen in Erfurt, das Prädikat wieder abzuerkennen. Und die Vision von Luftkurort, die können sich die Sülzhayner vermutlich jetzt schon abschminken...ausführlich im nnz-Archiv
Jahresendfigur mit Flügeln?
Kennen Sie die Jahresendfigur mit Flügeln? Diese sprachliche Entgleisung der DDR-Wortschöpfung als Ausstellungstitel soll zu einer Ausstellung ins Nordhäuser Meyenburg-Museum animieren. Die sprachliche Entgleisung `Jahresendfigur mit Flügeln`, eine DDR-Wortschöpfung zur Bezeichnung von dekorativen Weihnachtsengeln, soll als Ausstellungstitel provozieren und neugierig machen, stimmt die Museumsleiterin Claudia Ehser die Besucher der Ausstellung ein. Engel kommen in den Mythen und Religionen aller Kulturen vor. Meist werden sie als Gesandte Gottes beschrieben und sind fester Bestandteil des Alten und Neuen Testaments. Engel gibt es natürlich auch im Zeitalter der Marktwirtschaft. Sie scheinen seit einiger Zeit überall präsent zu sein: als dekorative Weihnachtsaccessoires, als Motive der Werbung, auf Verpackungen und als Buch-, Song- und Filmtitel. Engel boomen.
Die am häufigsten benutzten Vorlagen für diese Dekorationsengel stammen aus der Zeit der Renaissance und des Barock. Sie gehen auf Kunstwerke von Donatello, Bernini oder Raffael zurück. Die drollig verspielten Engelchen öffnen das Herz des Betrachters, was sich durchaus verkaufsfördernd auswirkt. Von ihrer eigentlichen Bestimmung ist in diesem Zusammenhang wenig zu spüren. Unsere Ausstellung zeigt einige dieser kitschigen Engelfigürchen, Drucke und eine Computergrafik. Ihre Vorbilder gehen meist auf die Zeit des Barock zurück, so Claudia Ehser. Im 17. Jahrhundert setzten Bernini, Donatello und Raffael Maßstäbe in der Darstellung von Engeln. Sie schienen gleichermaßen von himmlischer Freude und irdischem Schmerz erfüllt. Das Museum zeigt aus dieser Zeit barocke Putti und einen Taufengel aus der Region...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzVerschoben, Desaster und Flügel
Wieder mal was abgeschoben?
Die Bearbeitung des Bundes- sowie des Landeserziehungsgeldes wird nicht mehr das Land übernehmen. Ab dem kommenden Jahr müssen sich damit die Kreisverwaltungen beschäftigen. Wälzt das Land wieder zusätzliche Arbeit auf die Kreis ab? Im Nordhäuser Landratsamt ist man auf die Übernahme dieser zusätzlichen Leistung nicht nur vorbereitet, sondern man sieht hier durchaus viele positive Aspekte. Zwischen dem Land Thüringen und der Kreisverwaltung wurden vernünftige Verträge ausgearbeitet und abgeschlossen, das Land wird auch einen Teil der Personalkosten übernehmen, erläuterte die 2. Beigeordnete der Kreisverwaltung, Loni Grünwald (PDS), der nnz.
Im Bereich des Jugendamtes seien Mitarbeiter für die neuen Aufgaben qualifiziert worden, auch dies sei durch die Landesregierung unterstützt worden. Als künftige Ansprechpartner für junge Eltern seien junge Mitarbeiterinnen der Behörde ausgewählt worden, da hier ein enger und natürlicher Bezug nicht nur zu diesem Thema, sondern vor allen auch zu den Problemen der Antragsteller hergestellt werden kann. Unter anderem konnte so ein Azubi übernommen werden und wird die Bearbeitung der Anträge sowie die Auszahlung des Erziehungsgeldes mit übernehmen...
Leerstand im Ortskern wäre Desaster
Der gestern durch die nnz vermeldete Einzug der KMG-Kliniken AG in die leere Haiberg-Klinik wurde heute auch im Nordhäuser Landratsamt diskutiert. Es gab unterschiedliche Reaktionen. Dieser Vertrag zwischen KMG und der Tochter des Deutschen Ring durchkreuzt die gemeinsamen Intensionen von Sülzhayn, der Stadt Ellrich und dem Landratsamt stellt der Leiter des Landratsbüros, Manfred Thiel, gegenüber der nnz fest. Für den Geschäftsführer der Sozial Konzept AG, Udo Unbehaun, ist die neue Situation kein Desaster hinsichtlich seiner Vorstellungen (nnz berichtete), vielmehr will er sein Kaufangebot aufrecht erhalten.
Bestätigt wurde im Landratsamt auch, dass die KMG vorerst nur 60 Betten am Haidberg anpachten will. So könnte vielleicht sogar eine Symbiose zwischen der Klinik und der erst gegründeten Gesundheitsgesellschaft Ellrich GmbH entstehen. Für den Ort Sülzhayn und seine touristische Entwicklung ist der Umzug der KMG natürlich das Desaster schlechthin. Ortsteilbürgermeister Lange ist außer sich, hatte er doch mit der Entwicklung, welche die Investoren aus Bremen vorgezeichnet hatten, wieder Hoffnung für sein Sülzhayn geschöpft. Obwohl im Thüringer Wirtschaftsministerium prinzipiell weiter an der Unbehaun-Variante festgehalten wird, gibt es hinsichtlich der Prädikatisierung des Ortsteils als Erholungsort schon wieder erste Bedenken. Sollte die KMG-Immobile im Ortskern künftig leer stehen, dann überlegen die Ministerialen in Erfurt, das Prädikat wieder abzuerkennen. Und die Vision von Luftkurort, die können sich die Sülzhayner vermutlich jetzt schon abschminken...ausführlich im nnz-Archiv
Jahresendfigur mit Flügeln?
Kennen Sie die Jahresendfigur mit Flügeln? Diese sprachliche Entgleisung der DDR-Wortschöpfung als Ausstellungstitel soll zu einer Ausstellung ins Nordhäuser Meyenburg-Museum animieren. Die sprachliche Entgleisung `Jahresendfigur mit Flügeln`, eine DDR-Wortschöpfung zur Bezeichnung von dekorativen Weihnachtsengeln, soll als Ausstellungstitel provozieren und neugierig machen, stimmt die Museumsleiterin Claudia Ehser die Besucher der Ausstellung ein. Engel kommen in den Mythen und Religionen aller Kulturen vor. Meist werden sie als Gesandte Gottes beschrieben und sind fester Bestandteil des Alten und Neuen Testaments. Engel gibt es natürlich auch im Zeitalter der Marktwirtschaft. Sie scheinen seit einiger Zeit überall präsent zu sein: als dekorative Weihnachtsaccessoires, als Motive der Werbung, auf Verpackungen und als Buch-, Song- und Filmtitel. Engel boomen.
Die am häufigsten benutzten Vorlagen für diese Dekorationsengel stammen aus der Zeit der Renaissance und des Barock. Sie gehen auf Kunstwerke von Donatello, Bernini oder Raffael zurück. Die drollig verspielten Engelchen öffnen das Herz des Betrachters, was sich durchaus verkaufsfördernd auswirkt. Von ihrer eigentlichen Bestimmung ist in diesem Zusammenhang wenig zu spüren. Unsere Ausstellung zeigt einige dieser kitschigen Engelfigürchen, Drucke und eine Computergrafik. Ihre Vorbilder gehen meist auf die Zeit des Barock zurück, so Claudia Ehser. Im 17. Jahrhundert setzten Bernini, Donatello und Raffael Maßstäbe in der Darstellung von Engeln. Sie schienen gleichermaßen von himmlischer Freude und irdischem Schmerz erfüllt. Das Museum zeigt aus dieser Zeit barocke Putti und einen Taufengel aus der Region...ausführlich im nnz-Archiv

