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Mi, 07:14 Uhr
18.12.2002

Jetzt geht's erst richtig los!

Nordhausen (nnz). Lange Zeit hatte man von den „neuen ebenen“ nicht viel gehört. Noch lange kein Indiz dafür, dass die Macher „eingeschlafen“ sind. Eher das Gegenteil ist der Fall...


Im vergangenen Jahr machten Stephan Masch und Co. mit ihren Projekten zur Gewaltprävention und zum Rechtsradikalismus in und um Nordhausen auf sich aufmerksam. Das Projekt „neueebenen“ stand nicht nur unter der Schirmherrschaft von Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel, sondern bei Ausstellungen und Präsentationen, Workshops und Diskussionsrunden gaben sich Landes- und Bundespolitiker quasi die Nordhäuser Klinken in die Hände.

Inzwischen hat sich die Struktur des Vereins verändert. Als Vorstände agieren Stephan Masch und Wolfgang Ruske. Zwischen den beiden liegen 40 Lebensjahre. Der 22jährige Student Masch und der 62jährige Polizeidirektor a.D. Ruske haben sich ein sogenanntes Kompetenzteam von Anwälten, einem Unternehmensberater, Professoren, Künstlern und Bankern zur Seite geholt und wollen im kommenden Jahr mit einem Projekt starten, das in Deutschland wohl einmalig sein könnte.

Sie wollen die Bereiche Bildung, Kultur und Soziokultur nicht nur unter einen Hut bringen, sie wollen europaweite Bildungsstrukturen aufbauen. Zielländer werden vor allem in den neuen EU-Partnern, im weiteren Osteuropa und in den Randländern gefunden. Die Idee ist einerseits simpel, andererseits schwierig umzusetzen. Erst einmal die simple Seite: In Deutschland, in Nordhausen sollen zum Beispiel Spätaussiedler mit den Strukturen der Kulturpolitik, Polizei oder der Verwaltung vertraut gemacht werden. Mit einem derartigen Wissen ausgestattet, sollen diese Menschen motiviert werden, in ihre Länder zurückzukehren. Dort sollen sie federführend notwendige Strukturen aufbauen helfen. „Wir wollen nicht als Deutsche einfach in die anderen Länder rein und loslegen, sondern wir müssen diesen Menschen das nötige Rüstzeug vermitteln. Und dabei wollen wir uns ihre ureigene Mentalität aber zum Beispiel auch ihre Sprache zu eigen machen“, umschreibt der rastlose Wolfgang Ruske die ersten Intentionen.

Noch befindet sich das alles in der Ideenphase. Zur ersten Umsetzung soll es aber bereits im Januar kommen. Ein erster Workshop ist geplant. Der soll in der Köllingstraße 1a, dem ehemaligen Gesundheitsamt des Landkreises abgehalten werden. Diese Adresse wird künftig auch als Anlaufpunkt für alle Mitmacher fungieren. Durch die Unterstützung des Arbeitsamtes konnte dieser „Info-Punkt“ ab 2. Januar mit einer Spätaussiedlerin besetzt werden. Bereits zu Beginn dieses Jahres soll eine Ausstellung in der Köllingstraße viele Besucher anlocken. Nach dem Thüringer Landtag wird die Exposition des Bundes deutscher Kriegsgräberfürsorge in der Rolandstadt zu sehen sein.

Die Macher von „neueebenen“ haben noch viel vor. Es wird vielleicht noch viel zu bereichten geben. nnz wird sich in einem weiteren Beitrag vor allem der räumlichen Hülle der Ideen widmen. Da wird von einer Denkfabrik, von einem Museum, vielleicht auch von einer Kleinkunstbühne die Rede sein...
Autor: nnz

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