Mo, 14:34 Uhr
08.03.2010
Wieder aufgetaucht
Im Frühjahr 1944 wurden in Ellrich-Juliushütte rund 8.000 Menschen eingepfercht. Innerhalb eines Jahres starb von ihnen die Hälfte. Einzigartige Dokumente sind aus dieser Zeit aufgetaucht. Sie wurden heute gezeigt. Die nnz war dabei.
Der Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, stellte die Gipsfresken vor, die von einem französischen Häftling namens Georges Sanchidrian angefertigt wurden, die in den Gebäuden der damaligen Gipswerke unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt waren. Dieser Häftling musste die Fresken außerhalb seiner Arbeitszeit anfertigen.
Als Wagner in der Online-Datenbank des Deutschen Historischen Museums für sein Ellrich-Buch recherchierte, stellte er fest, dass diese Fresken und das Gemälde dort registriert waren. Die galten bis dato als verschollen. Nach einem kurzen Mail-Wechsel mit dem Museum stand fest, dass es sich um die Kunstwerke aus dem Lager Ellrich-Juliushütte handelt.
Für Dr. Wagner war dieser Fund ein großartiger Augenblick, weil ein Stück der Ellricher Lagergeschichte. Sie sind eine Leihgabe des Berliner Museums und sollen mindestens bis Ende dieses Jahres in Nordhausen zugänglich sein. Die Gedenkstätte wird die Restaurierung der Fresken und des Gemäldes übernehmen, die fünf Kunstwerke jedoch bleiben im Besitz des Museums.
Am 12. April werden an den kahlen Wänden des Ausstellungsraumes, der ehemaligen Feuerwache, hängen und für die Besucher zu sehen sein. Ergänzt werden die Kunstwerke durch Erläuterungen zu ihrer Entstehungsgeschichte sowie zur Lagergeschichte.
In diesem Jahr, zum 65. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora, werden vermutlich das letzte Mal überlebende Häftlinge an einem "runden Jahrestag" beim Gedenken dabei sein.
Zwei ehemalige Häftlinge werden zur Gedenkfeier zu den Anwesenden sprechen, die stellvertretende Bürgermeisterin von Paris, wird im Nordhäuser Theater reden.
Die Arbeit an einem Gedenkbuch soll in diesem Jahr beendet werden 10.700 Tote sind bislang erfasst, 8.000 Namen konnten dem im vergangenen Jahr übergebenen Totenbuch entnommen werden, mehr als 8.000 Tote werden jedoch namenlos bleiben. Am 12. April soll das Gedenkbuch dem Häftlingsbeirat im Theater übergeben werden. Insgesamt werden 50 ehemalige Häftlinge vom 12. bis zum 14 April erwartet.
Auch in Ellrich soll erinnert und gedacht werden. Am 16. April gemeinsam mit den Städten Ellrich und Walkenried, dort sollen Tafeln aufgestellt werden, die aus Spendengeldern (30.000 Euro) ehemaliger Häftlinge in Frankreich aufgebracht werden. Von deutscher Seite seien privat 100 Euro gespendet worden, vom Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold, so Wagner. Das war es dann aber auch mit der deutschen Kultur des Gedenkens, wie es Jens-Christian Wagner ausdrückte.
Autor: nnzDer Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora, Dr. Jens-Christian Wagner, stellte die Gipsfresken vor, die von einem französischen Häftling namens Georges Sanchidrian angefertigt wurden, die in den Gebäuden der damaligen Gipswerke unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt waren. Dieser Häftling musste die Fresken außerhalb seiner Arbeitszeit anfertigen.
Als Wagner in der Online-Datenbank des Deutschen Historischen Museums für sein Ellrich-Buch recherchierte, stellte er fest, dass diese Fresken und das Gemälde dort registriert waren. Die galten bis dato als verschollen. Nach einem kurzen Mail-Wechsel mit dem Museum stand fest, dass es sich um die Kunstwerke aus dem Lager Ellrich-Juliushütte handelt.
Für Dr. Wagner war dieser Fund ein großartiger Augenblick, weil ein Stück der Ellricher Lagergeschichte. Sie sind eine Leihgabe des Berliner Museums und sollen mindestens bis Ende dieses Jahres in Nordhausen zugänglich sein. Die Gedenkstätte wird die Restaurierung der Fresken und des Gemäldes übernehmen, die fünf Kunstwerke jedoch bleiben im Besitz des Museums.
Am 12. April werden an den kahlen Wänden des Ausstellungsraumes, der ehemaligen Feuerwache, hängen und für die Besucher zu sehen sein. Ergänzt werden die Kunstwerke durch Erläuterungen zu ihrer Entstehungsgeschichte sowie zur Lagergeschichte.
In diesem Jahr, zum 65. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Mittelbau-Dora, werden vermutlich das letzte Mal überlebende Häftlinge an einem "runden Jahrestag" beim Gedenken dabei sein.
Zwei ehemalige Häftlinge werden zur Gedenkfeier zu den Anwesenden sprechen, die stellvertretende Bürgermeisterin von Paris, wird im Nordhäuser Theater reden.
Die Arbeit an einem Gedenkbuch soll in diesem Jahr beendet werden 10.700 Tote sind bislang erfasst, 8.000 Namen konnten dem im vergangenen Jahr übergebenen Totenbuch entnommen werden, mehr als 8.000 Tote werden jedoch namenlos bleiben. Am 12. April soll das Gedenkbuch dem Häftlingsbeirat im Theater übergeben werden. Insgesamt werden 50 ehemalige Häftlinge vom 12. bis zum 14 April erwartet.
Auch in Ellrich soll erinnert und gedacht werden. Am 16. April gemeinsam mit den Städten Ellrich und Walkenried, dort sollen Tafeln aufgestellt werden, die aus Spendengeldern (30.000 Euro) ehemaliger Häftlinge in Frankreich aufgebracht werden. Von deutscher Seite seien privat 100 Euro gespendet worden, vom Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold, so Wagner. Das war es dann aber auch mit der deutschen Kultur des Gedenkens, wie es Jens-Christian Wagner ausdrückte.




