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Mi, 07:00 Uhr
24.02.2010

nnz-Forum: Granitplatten-Philosophie

nnz-Leser Hans-Georg Backhaus setzt ich im Forum noch einmal mit dem scheinbaren Widerspruch zwischen dem Bürgerwillen und einer - seiner Meinung nach - Philosophie der Granitplatten auseinander.

Ich bin erstaunt und zugleich erfreut über die mannigfaltigen Wortmeldungen in den Nordhäuser Medien, vor allem im NNZ-Forum und der Kommentar-Spalte im Hinblick auf das geplante innerstädtische Großprojekt zur Neugestaltung des Nordhäuser Blasiikirchplatzes und des angrenzenden Areals.

Ich bin mir sicher, dass unsere Stadtväter und -mütter stolz darauf sind, solch eine interessierte Bürgerschaft zu haben. Ein so breites Spektrum an Meinungen, Ansichten aber auch Befürchtungen belegt doch eindrucksvoll, dass sich die große Mehrheit der Menschen in der Rolandstadt noch nicht von der Politik – zumindest nicht von der Kommunalpolitik – abgewendet hat und mitwirken will an einer zukunftsfähigen Kommune.

In die anhaltende Diskussion hat sich nun auch unser hoch geschätzter Intendant des Nordhäuser Theaters, Lars Tietje, eingeschaltet. In einem Statement äußerte er seine Enttäuschung über meine Charakterisierung des Theaterplatzes („Produkt gestalterischer Einfallslosigkeit“ – nnz vom 08.02.2010). Mag sein, dass diese Wortwahl sicher noch manch anderen aufgestoßen ist. Nur – und das muss auch sechs Jahre nach der Neugestaltung gesagt werden dürfen - der Platz hätte schöner, anheimelnder aussehen können.

Was unser Intendant nicht wissen kann ist die Tatsache, dass es im Vorfeld der Neugestaltung des Platzes (2002/2003) im Foyer des Musentempels ein großes Bürgerforum gegeben hat. Der Raum war krachend voll mit Menschen, die neugierig auf die Erläuterungen der Planer zum Vorhaben waren. Und die sich anschließende Diskussion vereinte die gesamte Palette von großer Zustimmung über kleinere Veränderungswünsche bis zu vereinzelter Ablehnung.

Viele wünschten sich vor allem eine stärkere Begrünung an den Außen-/Grenzbereichen des Platzes. Und es wurde angeregt, die alten Laternen und ebenso die noch aus DDR-Zeiten stammenden beleuchteten Vitrinen nicht zu entfernen, sondern in die Neugestaltung mit zu integrieren. Zudem sollte die Pflasterung durch farbige Steine oder Granitplatten (Musterpflasterung) aufgelockert werden.

Den Anwesenden wurde zugesichert, man könne zwar nicht alles ändern, doch der eine oder andere Vorschlag werde in eine entgültige Planung mit einfließen. Diese Zusage wurde leider nicht eingehalten.

Inzwischen ist viel Zeit vergangen. Die Befürworter erfreuen sich an diesem Platz, die Kritiker haben sich mit dem jetzigen Erscheinungsbild mehr oder weniger arrangiert. Die damalige Handlungsweise sollte jedoch Anlass zum Nachdenken sein und uns in dem Willen einigen, aus Fehlern zu lernen. Eine Stadt, ein Dorf ist für die Menschen immer Lebensmittelpunkt, will – ja soll – Heimat sein, in der Geborgenheit spürbar ist. Heimat kann man auch dann verlieren, wenn lokale Veränderungen, Entwicklungen auf die Menschen hereinbrechen, die von ihnen gar nicht gewollt waren.

Der Nordhäuser Stadtrat hat mehrheitlich einen Beschluss über eine europaweite Ausschreibung zur Neugestaltung des Blasiikirchplatzes gefasst. Das ist zu respektieren. Nun liegt ein Großteil der Verantwortung bei den Gremien, die mehrfach genannt wurden, klug zu agieren, zu werten und zu wachen, dass im Ergebnis des Wettbewerbes letztendlich das gesamte Areal so gestaltet wird, dass bei den Einheimischen und den Besuchern ein Wohlfühl- und Aha-Effekt zu erleben ist.

Eine graue Granitplatten-Philosophie sollte, ja muss ein für alle Male der Vergangenheit angehören. Und mein Wunsch zum Schluss: Bleiben wir in dieser bedeutungsvollen Angelegenheit im fairen Dialog miteinander. Und Danke an die Medien, die uns diesen öffentlichen Meinungsstreit ermöglichen.
Hans-Georg Backhaus, Mitglied der CDU Nordhausen, Linker Flügel
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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