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Do, 07:08 Uhr
12.12.2002

nnz-Rückspiegel: 12. Dezember 2001

Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Wiederbelebung, Geld für Schulen und EGN


Wiederbelebung nach Zwangspause
Die Wirtschaftsförderung im Landkreis Nordhausen soll nach einer Zwangspause wieder zur Chefsache gemacht werden. Die Weichen dafür stellte gestern der Kreistag. „Der Kreistag beauftragt den Landrat zur Aktivierung der Wirtschaftsförderung im Landkreis Nordhausen“, so wurde gestern die Aufgabestellung formuliert. Die Hintergründe dieses Auftrags sind vielschichtig: Da ist die immer noch angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt zu nennen. Immer mehr junge Leute wandern aus dem Landkreis in andere, job-lukrativere Regionen ab. Die Wirtschaftsunternehmen und –verbände übten in der Vergangenheit hinsichtlich der ineffizienten und kaum spürbaren Wirtschaftsförderpraxis im Landkreis. Die Zahl der Insolvenzen ist in diesem Jahr drastisch gestiegen.

So wie Wirtschaftsförderung in den 90er Jahren betrieben wurde, so kann es nicht mehr gehen. Jetzt soll mit weniger Personal (maximal zwei Mitarbeiter/innen) gearbeitet werden. Eine direkte Unterstellung der Mitarbeiter soll im Landratsbereich dafür sorgen, dass Effektivität einzieht und kurze Entscheidungswege möglich sind. Effektivität bedeutet nach innen, dass keine zusätzlichen Planstellen geschaffen werden, interne Ausschreibung sind angesagt. Insgesamt werden für die „neue Wirtschaftsförderung“ 170.000 Mark veranschlagt, das Geld ist dafür im kommenden Haushalt vorgesehen...ausführlich im nnz-Archiv


Geld soll in die Schulen fließen
„Jetzt gibt es nichts mehr zu überlegen“, meinte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) in Richtung Kreisverwaltung. Hintergrund ist das gestrige Urteil zur Kreisumlage. Für das kommende Jahr erwartet das Nordhäuser Stadtoberhaupt eine gewisse Entspannung des Haushaltes. 4,2 Millionen Mark könnten auf der Einnahmeseite verbucht werden. Das Geld solle dahin fließen, wo es in den Jahren 1994 und 1995 vorenthalten wurde, in die Sanierung und bessere Ausstattung der Grund- und Regelschulen. Zwar rechne auch die Stadt Nordhausen mit einer „langen Prozedur“ der Überweisung, aber eine Heilung der falschen Veröffentlichung, wie sie der Landkreis sieht, sei hier fehl am Platze, meinte Rechtsamtsleiter Gerald Riebel. Hier gehe es schließlich nicht um eine Gebührensatzung, sondern um eine zeitlich begrenzte Haushaltssatzung. Sollte eine neue Haushaltssatzung für die beiden Jahre in Kraft gesetzt werden, dann müsse sie ja auch neu beschlossen werden. Das wiederum müsste der Kreistag in der „damaligen Besetzung“ vornehmen. Hier sei also seitens der Kreisverwaltung mehr Fantasie als Realitätssinn im Spiel...ausführlich im nnz-Archiv


Konzeptioneller Umzug der Museen
„Bäumchen wechsle dich!“, dieses beliebte Kinderspiel wurde vermutlich der neuen Konzeption für die Nordhäuser Museumslandschaft zugrunde gelegt. Lange hatte es gedauert. Ein auswärtiges Expertenbüro musste beauftragt werden. Ein Museumsworkshop sollte seinen Segen geben. Nun steht die neue Konzeption. Ihr Grundtenor: Es wird umgezogen! Die Galerie, in diesem Jahr erst in der Flohburg etabliert, wird sich auf den Weg in die Oberstadt machen. Das Meyenburg-Museum soll künftig seinen Schwerpunkt in einer Kunstausstellung haben, soll zu einem „Kunsthaus“ mutieren. In der Flohburg wird es dafür Nordhäuser Geschichte zu erleben geben. Grund hierfür, so die Experten: Die Flohburg wird als Galeriestandort nicht so angenommen, wie das vorgesehen war. Ob das beim Meyenburg-Museum - weitab von der Innenstadt - anders sein wird, darüber sagten die Experten nichts. Hellseher sind auch sie vermutlich nicht.

Ziele der neuen Konzeption sind Besucher, Besucher und nochmals Besucher. Sie sollen dann in Scharen kommen und vor allem am Meyenburg-Museum am Sonntag nicht mehr vor verschlossenen Türen stehen. Außerdem soll eine Museumspädagogik etabliert werden. Diese wendet sich mit ihren Inhalten vor allem an Familien. So könnten Kinder zum Beispiel spielend Nordhäuser Geschichte erleben. Im Februar soll der Nordhäuser Stadtrat die Visionen der Museumsexperten beschließen. Und dann kann der Umzug beginnen. Das einzig Beständige an der jetzigen Konzeption ist der Tabakspeicher. Der wird sich an seinem jetzigen Standort behaupten und technische Geschichte präsentieren...ausführlich im nnz-Archiv


Leben Totgesagte wirklich länger?
Silvester knallen die Korken. In Bleicherode wird an diesem Tag die Entwicklungsgesellschaft des Landkreises Nordhausen (EGN) zu Grabe getragen. Der Kreistag - einst der Geburtshelfer - fungiert dabei als Sargträger. Geschäftsführer Ullrich Fiedler wird die Lichter am Kehmstedter Weg in Bleicherode für die EGN ausknipsen. Das Gebäude hat indes einen neuen Besitzer gefunden. Es wurde an den Abwasserzweckverband Bleicherode verkauft. Dort, wo jahrelang Maßnahmen für den zweiten Arbeitsmarkt geplant und durchgeführt wurden, wo unzählige Firmen mehr oder weniger erfolgreich ausgegründet wurden, dort werden künftig Gebührenbescheide bearbeitet. Die EGN als Gesellschaft mit beschränkter Haftung bleibt jedoch bestehen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Entscheidet man sich seitens des Gesellschafters, des Landkreises Nordhausen, für eine „Feuerbestattung“, dann wird die GmbH liquidiert, wählt man die „Erdbestattung“ ist die Einleitung eines Insolvenzverfahrens unumgänglich. Ein dritter Weg ins wirtschaftliche Niemandsland wäre schließlich noch die Verschmelzung mit einer anderen Gesellschaft. Vielleicht der Service GmbH? Zwischen beiden Unternehmen bestehen schließlich immer noch ausgezeichnete, vor allem aber ungeklärte Finanzbeziehungen als Kreditgeber und –nehmer. Geld vom Gesellschafter hat die EGN hingegen nicht mehr zu erwarten. Im Haushalt der Kreisverwaltung für das kommende Jahr ist nicht ein einziger Euro als Zuschuß eingestellt worden. Der Kreistag wird sich aber vermutlich auch noch im kommenden Jahr mit der toten EGN beschäftigen müssen.
Autor: nnz

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