Mi, 11:01 Uhr
11.12.2002
Alte Bahncard erhalten
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte gestern auf Sparmöglichkeiten in Verbindung mit der Einführung des neuen Preissystems bei der Deutschen Bahn hingewiesen. Unabhängig von derartigen Überlegungen fordert der Fahrgastverband Pro Bahn ganz grundsätzlich den Erhalt der alten Bahncard. nnz berichtet.
Auch wenige Tage vor der Einführung des neuen Preissystems der Deutschen Bahn (DB) hält die grundsätzliche heftige Kritik an den veränderten Tarifen an. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert den Fortbestand der bisherigen Bahncard, mit der die Ticketpreise um die Hälfte reduziert werden. Zumindest müssten wesentliche Nachbesserungen erfolgen. Zur Unterstützung ihrer Forderungen, übergab der Verband 10 000 Unterschriften an Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD). Kürzlich hatte schon die Stiftung Warentest der Bahn für ihre neuen Preise die gelb-rote Karte gezeigt.
Verlierer des neuen Tarifsystems sind vor allem laut Pro Bahn die mehr als drei Millionen Besitzer der alten Bahncard bei Streckennutzung von unter 180 Kilometern, flexible Einzelreisende und Nahverkehrskunden außerhalb der Verkehrsverbünde. Zudem führe die Umwandlung der Interregios in Intercity-Züge zu Preiserhöhungen von bis zu 100 Prozent. Die bisherigen Interregios erhalten einen neuen Namen und neuen Lack. Sonst ändert sich nichts, sagte Pro Bahn-Vizechef Joachim Kemnitz.
Nachbessern muss die DB nach Auffassung der Fahrgastlobby auch das Angebot für Kunden zwischen 14 und 26 Jahren. Da Bahncard-junior und Twen-Ticket wegfallen, fehle für diese Gruppe ein Sparangebot. Für Familien seien die neuen Tarife zwar vielfach günstiger, aber nur bei sorgfältiger Planung und Festlegung des Zuges. Alleinreisende, die kurzfristig buchen, zahlten demgegenüber künftig zwischen 15 und 35 Prozent mehr. Daran ändern nach Berechnungen von Pro Bahn auch die von 180 Kilometer an gesenkten Grundpreise im Fernverkehr wenig, weil die durchschnittliche Fahrstrecke auf der Schiene nur 220 Kilometer betrage. Kritisch sieht der Verband schließlich auch die hohen Stornogebühren, die fällig werden, falls eine gebuchte Reise nicht angetreten wird.
Pro Bahn rät Kunden, genau zu prüfen, ob sich der erneute Kauf der bisherigen Bahncard bis zum 14. Dezember lohnt (nnz berichtete gestern). Dabei wird darauf aufmerksam gemacht, dass die neue Bahncard nur 25 Prozent Rabatt ermöglicht, dafür allerdings auch schon die preisreduzierte Fahrkarte nochmals billiger macht. Die DB bietet vom 15. Dezember an Fahrgästen, die einen, drei oder sieben Tage im Voraus buchen, unter bestimmten Bedingungen Rabatte von zehn, 25 und 40 Prozent.
Wie zu erfahren war, lehnt der Konzern sofortige Korrekturen an der Reform ab. Allerdings wolle man die Vorschläge prüfen, versichert Vorstand Hans Koch. Nach einem Jahr Praxistest lasse sich beurteilen, welche Vor- und Nachteile es gebe. Der Verkauf der neuen Fahrscheine laufe jedenfalls weiterhin sehr gut.
Autor: nnzAuch wenige Tage vor der Einführung des neuen Preissystems der Deutschen Bahn (DB) hält die grundsätzliche heftige Kritik an den veränderten Tarifen an. Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert den Fortbestand der bisherigen Bahncard, mit der die Ticketpreise um die Hälfte reduziert werden. Zumindest müssten wesentliche Nachbesserungen erfolgen. Zur Unterstützung ihrer Forderungen, übergab der Verband 10 000 Unterschriften an Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD). Kürzlich hatte schon die Stiftung Warentest der Bahn für ihre neuen Preise die gelb-rote Karte gezeigt.
Verlierer des neuen Tarifsystems sind vor allem laut Pro Bahn die mehr als drei Millionen Besitzer der alten Bahncard bei Streckennutzung von unter 180 Kilometern, flexible Einzelreisende und Nahverkehrskunden außerhalb der Verkehrsverbünde. Zudem führe die Umwandlung der Interregios in Intercity-Züge zu Preiserhöhungen von bis zu 100 Prozent. Die bisherigen Interregios erhalten einen neuen Namen und neuen Lack. Sonst ändert sich nichts, sagte Pro Bahn-Vizechef Joachim Kemnitz.
Nachbessern muss die DB nach Auffassung der Fahrgastlobby auch das Angebot für Kunden zwischen 14 und 26 Jahren. Da Bahncard-junior und Twen-Ticket wegfallen, fehle für diese Gruppe ein Sparangebot. Für Familien seien die neuen Tarife zwar vielfach günstiger, aber nur bei sorgfältiger Planung und Festlegung des Zuges. Alleinreisende, die kurzfristig buchen, zahlten demgegenüber künftig zwischen 15 und 35 Prozent mehr. Daran ändern nach Berechnungen von Pro Bahn auch die von 180 Kilometer an gesenkten Grundpreise im Fernverkehr wenig, weil die durchschnittliche Fahrstrecke auf der Schiene nur 220 Kilometer betrage. Kritisch sieht der Verband schließlich auch die hohen Stornogebühren, die fällig werden, falls eine gebuchte Reise nicht angetreten wird.
Pro Bahn rät Kunden, genau zu prüfen, ob sich der erneute Kauf der bisherigen Bahncard bis zum 14. Dezember lohnt (nnz berichtete gestern). Dabei wird darauf aufmerksam gemacht, dass die neue Bahncard nur 25 Prozent Rabatt ermöglicht, dafür allerdings auch schon die preisreduzierte Fahrkarte nochmals billiger macht. Die DB bietet vom 15. Dezember an Fahrgästen, die einen, drei oder sieben Tage im Voraus buchen, unter bestimmten Bedingungen Rabatte von zehn, 25 und 40 Prozent.
Wie zu erfahren war, lehnt der Konzern sofortige Korrekturen an der Reform ab. Allerdings wolle man die Vorschläge prüfen, versichert Vorstand Hans Koch. Nach einem Jahr Praxistest lasse sich beurteilen, welche Vor- und Nachteile es gebe. Der Verkauf der neuen Fahrscheine laufe jedenfalls weiterhin sehr gut.

