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So, 09:54 Uhr
01.12.2002

Kleinod in Limlingerode

Limlingerode (nnz). Sarah Kirsch und Limlingerode - diese beiden Namen sind seit dem Wochenende noch intensiver miteinander verbunden. Das kleine Dorf erlebte gestern einen großen Bahnhof. nnz erläutert Ihnen das Warum.


Die für 500 000 Euro sanierte „Dichterstätte Sarah Kirsch“ ist am Samstag in Limlingerode eröffnet worden. Im Beisein der Lyrikerin würdigte Ministerpräsidenten Bernhard Vogel das literarische Kleinod und das Engagement des seit 1997 gegründeten Fördervereins. Sarah Kirsch, als Ingrid Bernstein am 16. April 1935 in dem Ort geboren, schloss gemeinsam mit Ortsbürgermeister Günter Gundlach, das Haus symbolisch auf.

In dem früheren Pfarrhaus soll es künftig literarische Veranstaltungen, Musik und Bildende Kunst geben. Zur Dichterstätte gehören auch Bibliothek, Galerie sowie Hof und Garten mit dem „Brunnen vor dem Hause unterm Fliederbaum“. Kirsch gehört zu den bedeutendsten deutschen Lyrikerinnen der Gegenwart. Ihren ersten Gedichtband veröffentlichte sie 1965 gemeinsam mit ihrem früheren Ehemann Rainer Kirsch, die jüngste Arbeit „Schwanenliebe“ erschien 2001. Sarah Kirsch war 1977 von der DDR nach Westberlin übergesiedelt, nachdem sie neben anderen den Protestbrief gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte.

1997 kehrte Kirsch, die ihre ersten drei Lebensjahre in der 294-
Seelen-Gemeinde verbracht hatte, erstmals wieder in ihren Heimatort zurück. In Limlingerode erinnert ein barocker Engel über dem Taufbecken der Dorfkirche und ein Dichterpfad an die berühmteste Tochter der Gemeinde. Seit 1998 finden jährlich im Juli die literarischen „Limlingeröder Diskurse“ statt, um die sich vor allem Heidelore Kneffel vom Förderverein verdient gemacht hat. Die Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung der Dichterstätte gehen heute mit Dichterlesungen und Vorträgen zu Ende.
Autor: nnz

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