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Mo, 09:42 Uhr
25.12.2000

nnz-Autor Rainer Hellberg blättert in der Nordhäuser Chronik

Nordhausen (nnz). Über die Weihnachtsfeiertage will Ihnen die nnz nicht die kleinen oder manchmal auch großen Skandale servieren. nnz-Autor Rainer Hellberg hat für Sie in seinem riesigen Archiv gestöbert und einige unterhaltsame Geschichten aus dem alten Nordhausen gefunden.

Ein Falschmünzer anno 1690

Die Herstellung von Falschgeld ist nicht nur eine Erscheinung der heutigen Zeit. Wie aus einer älteren Aufzeichnung hervorgeht, hat es schon vor mehreren hundert Jahren Leute gegeben, die versuchten, durch Falschmünzerei schnell und leicht zu Reichtum zu gelangen. Ihrer Maxime folgend: "Geld allein macht nicht glücklich, man muß auch welches haben", befaßten sie sich auf eigene Faust mit der Herstellung des begehrten Artikels. Allerdings blieb ihr verwerfliches Tun nicht lange verborgen. Die Erkenntnis, daß sich diese Art von Broterwerb nicht lohnt, kam bei vielen dieser Ganoven zu spät und endete tödlich.
Diese bittere Erfahrung mußte ein Falschmünzer machen, der am 14. November 1690 in Nordhausen vor dem Weinkeller dem Rathaus gegenüber, abgeurteilt wurde. Aus dem Urteil geht hervor, daß ein Mann namens Zacharias Wedler "falsche Müntzen in Magdalenen Fürstenannin Hause verfertigt, welche zum theil selbsten ausgegeben, theils ernannter Magdalenen zu eem Ende, daß sie unter die Leute gebracht werden sollten, zugestellt habe."
Die Falschmünzerei scheint aber noch nicht schnell genug zum Reichtum geführt zu haben, der Zacharias Wedler nahm auch noch die Hilfe des Teufels in Anspruch. Im Urteilsspruch heißt es: "Ingleichen er nebst Christoff Weydemann ein Buch in Erfurth geholet, damit in einem gemachten Kraiß sich begeben und den Teufel citiret habe." Damit war das Schicksal des Mannes besiegelt. Dem Urteil nach wurde er "mit dem Schwerte vom Leben zum Tode gerichtet und gestrafet."
Autor: rh

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