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Do, 17:37 Uhr
14.11.2002

Neuer Kapitän bei Wacker 90

Nordhausen (nnz). Fast unbemerkt von der Fangemeinde wurde der Kapitän der 1. Männermannschaft von Wacker 90 Nordhausen abgesetzt. Über den Kapitänswechsel, die Meinung des Ex-Kapitäns Jens Ludwig und die Aussichten der beiden Nordhäuser Landesklassemannschaften am 11. Spieltag berichtet nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.


Der 11. Spieltag hält für die beiden Nordhäuser Landesklassemannschaften recht unterschiedliche Aufgaben bereit. Während Wacker 90 am Sonnabend um 14 Uhr im Albert-Kuntz-Sportpark das Tabellenschlusslicht SSV Lengenfeld/Stein empfängt und nur die Höhe des Sieges zur Disposition steht, muss die FSG Salza zur gleichen Stunde in Bad Salzungen antreten und dürfte beim Tabellensiebenten eine weitaus schwerere Aufgabe haben.

Nach dem 2:0-Arbeitssieg gegen die Reserve des Oberliga-Teams von Eintracht Sondershausen am vergangenen Wochenende vor heimischen Publikum sollten die Schützlinge von Trainer Silvio Böhm, die ja erfahrungsgemäß auswärts stark spielen, durchaus in der Lage sein, mindestens dort eine Punkteteilung zu erreichen. Das setzt allerdings voraus, dass man die sich bietenden Chancen konsequent nutzt und die Abwehr kompromisslos und konzentriert verteidigt.

Für Wacker 90 Nordhausen geht es vor eigenem Publikum vor allem um Wiedergutmachung nach der desolaten Auswärtspartie in Geisa. Mit dieser erneuten Schlappe dürfte das Thema Wiederaufstieg für Wacker vorerst vom Tisch sein. Die Wacker-Anhänger müssen sich langsam damit abfinden, dass der einstige Nordthüringer Traditionsklub - vor vier Jahren nach Jena und Erfurt noch die Nummer 3 in Thüringen - heute nicht einmal mehr Mittelmaß im Freistaat darstellt. Schade, denn in der Truppe steckt weit mehr, als es die Ergebnisse derzeit ausdrücken.

Wie von Trainer und Präsidiumsmitglied Jörg Weißhaupt zu erfahren war, hat es in der Führung der Mannschaft einen Wechsel gegeben. Jens Ludwig wurde vor zwei Wochen aus disziplinarischen Gründen als Kapitän abgelöst. Sven Pistorius trägt nun die Kapitänsbinde. Bleibt zu hoffen, dass dieser Wechsel dem Wacker-Spiel neue Impulse gibt. Des Weiteren steht derzeit Sasha Dadunashvili nicht zur Verfügung. Über den Verbleib des Mittelfeldspielers konnte die Wacker-Geschäftsstelle keine konkrete Auskunft geben. Der quirlige Peruaner Diego Narvate hat sich vom Verein verabschiedet und die Heimreise angetreten. Auch beim Ukrainer Anatolij Dukhno scheinen die Tage bei Wacker gezählt, allerdings wird er am Sonnabend gegen Lengenfeld sicherlich noch einmal mit auflaufen. Die beiden Rückkehrer Pohl und Taute (Petershütte) sind erst im Dezember spielberechtigt.

Über die derzeitige Situation bei der Wacker und den Kapitänswechsel sprach Rainer Hellberg mit Ex-Kapitän Jens Ludwig.

nnz: Jens, Du warst über vier Jahre ein zuverlässiger Kapitän der 1. Mannschaft. Vor vierzehn Tagen wurdest vom Trainer von diesem Amt entbunden. Warum?

J. Ludwig:Ich wollte mit meinem Fernbleiben vom Training und vom Spiel in Veilsdorf auf Missstände hinweisen. Der Vorstand sah das allerdings anders, deshalb kam es zur Ablösung. Es hat danach noch eine Aussprache in der Mannschaft gegeben, die für alle - so hoffe ich - nützlich war.

nnz: Was waren das für Missstände?

J. Ludwig:Das sind vereinsinterne Dinge über die ich in der Öffentlichkeit nicht sprechen möchte.

nnz: Wie beurteilst Du die gegenwärtige Situation in der 1. Mannschaft?

J.Ludwig: Mit dem bisher Erreichten können wir auf keinem Fall zufrieden sein. Wir müssen unbedingt konstante Leistungen bringen, wenn wir unser Ziel, Wiederaufstieg in die Thüringenliga, nicht aus den Augen verlieren wollen. Das muss allen Spielern klar sein. Mittelmäßigkeit bringt uns nicht weiter.

nnz: Wie stehst Du zum Ziel Wiederaufstieg?

J.Ludwig: Ich will unbedingt den Wiederaufstieg schaffen. Das Potential dazu ist vorhanden. Wir sind in der Lage, jede Mannschaft in dieser Staffel zu schlagen, vorausgesetzt wir bringen die Leistung, die wir zu bringen in der Lage sind. Das war jedoch bisher noch nicht der Fall. Ich bin der Meinung, das wir die verdammte Pflicht haben, der Region und speziell unseren Fans mindestens Thüringenligafußball zu bieten.

nnz: Ist das überhaupt noch zu schaffen mit derzeit dreizehn Punkten Rückstand zur Tabellenspitze?

J. Ludwig: Für die beiden führenden Mannschaften Viernau und Holzthaleben lief es bis jetzt optimal. Aber ich denke, dass auch sie noch Federn lassen und ihre Schwächeperiode haben werden. Dann müssen wir dran sein.

nnz: Also ein Sieg gegen den Tabellenletzten Lengenfeld/Stein?

J.Ludwig: Natürlich. Alles andere wäre eine maßlose Enttäuschung.
Autor: rh

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