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Di, 12:18 Uhr
29.12.2009

Richter Kropp: Viel los am Amtsgericht

Das ausgehende Jahr lädt zu Jahresrückblicken in der Politik, im Sport, in der Wirtschaft und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens ein. Amtsrichter Christian Kropp mit einem Rückblick aus juristischer Sicht auf das Jahr 2009...


Viel war in den Pressemitteilungen des Amtsgerichts dieses Jahr von Familienverfahren die Rede. Das Gericht konnte auf eine Zunahme der bei ihm anhängigen Unterhaltsverfahren verweisen. Eine Entscheidung über die Verwirkung von Unterhaltsschulden hat sogar Resonanz über die Kreisgrenzen hinaus gefunden. Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehsender fragten bei Pressesprecher Christian Kropp nach den Urteilsgründen und um Interviews an.

Vor einer Woche war der Familienrichter dazu im MDR zu sehen. Merkwürdig mutete auch ein Familienverfahren aus dem März dieses Jahres an, als eine Frau aus dem östlichen Kyffhäuserkreis sich scheiden ließ, weil ihr Mann angeblich zuviel geputzt hatte.

Im Strafrecht, einem vor allem für die Allgemeinheit interessanten Bereich, gab es Einiges über ältere Leute zu berichten. Die Überalterung der Bevölkerung führt dazu, dass vor dem Amtsgericht immer mehr gegen ältere Straftäter verhandelt wird und auch immer mehr Ältere zu Opfern werden. So berichtete erst kürzlich das Amtsgericht von einem Fall, bei dem eine alte Dame von einer „netten Nachbarin“ bestohlen wurde.

Im September 2009 war von einem 87jährigen Sondershäuser die Rede, der trotz Führerscheinentzugs aus gesundheitlichen Gründen mit seinem PKW unterwegs war und dabei fast Beamte der Polizeiinspektion Kyffhäuser angefahren hatte. Den Strafbefehl in Höhe von 750 Euro akzeptierte er dann ohne Murren.

Alkohol war vor dem Amtsgericht Sondershausen 2009 leider wieder ein Thema. Im Juni stand ein Mann vor Gericht, der die Auffassung vertrat, dass ein Bier im Straßenverkehr unschädlich sei. Schnell geriet er dabei über die magische 0, 33 Promillegrenze und in die strafrechtliche Verantwortlichkeit.

Über Diebstahlshandlungen gab es auch dieses Jahr genug zu berichten, sei es bei der Feuerwehr oder beim Arbeitgeber, den die eigenen Angestellten bestahlen. Alle diese Fälle endeten mit nicht geringen Strafen für die Angeklagten.

Schließlich erlebte das Amtsgericht gerade im Sommer allerlei Kurioses zu berichten. Etwa bei einem Vater, der zur ersten Verhandlung vor dem Familiengericht unpassend im Achselshirt und zum zweiten Termin im wollenen Anzug bei größter Hitze erschien und diesen auch auf Aufforderung des Richters nicht ablegen wollte.

Kurios war auch der Fall eines jungen Mannes, der seine Arbeitsstunden ohne Genehmigung privat bei einem Dönerimbiss in der Kreisstadt absolvierte. Den Inhaber des Standes wird die billige Arbeitskraft gefreut haben.
Autor: nnz/kn

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