Di, 13:40 Uhr
12.11.2002
nnz-Forum: Skepsis bestätigt
Nordhausen (nnz). Zur abzusehenden Entscheidung über die Vergabe der Restabfallbehandlung hat sich jetzt auch die Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue zu Wort gemeldet. Sie sieht sich in ihrer Skepsis gegenüber dem ZAN bestätigt. Mehr dazu mit einem Klick auf MEHR.
Mit großer Aufmerksamkeit begleitete die BI Rettung der Goldenen Aue die Pläne des ZAN zum geplanten Abfallentsorgungskonzept für Nordthüringen ab 2005. Nach mehrmaligem Schriftwechsel mit dem ZAN wurde der BI immer beteuert, man könne beruhigt der Entscheidung entgegensehen. Die technikoffene Ausschreibung werde alle Faktoren berücksichtigen, die für ein nachhaltiges Entsorgungskonzept notwendig seien. Wie jetzt aus der Presse zu entnehmen war, wurde das, für die Bürger, für die Region und für eine wahrhaft nachhaltige Entwicklung denkbar schlechteste Konzept ausgewählt. Wir beteiligen uns am Müll-Tourismus!
Diese Entscheidung hat mit Nachhaltig nun überhaupt nichts zu tun. Einzig und allein einen Entsorgungspreis als Maßstab anzuwenden, ist ein Armutszeugnis, daß sich die führenden Verbandsräte unter Führung von Dr. Hennig ausstellen. Sich darauf zu verlassen, das die Entsorgungspreise der Müllverbrennung im Jahre 2005 deutlich unter denen einer innovativen, auf Müllreduzierung ausgerichteten Strategie liegen, wird schon durch wenige variable Faktoren, wie Kraftstoffpreise, Auslastung der Anlage etc. ins Wanken gebracht. Die Zeche zahlen wir, Bürger der Nordthüringer-Region, die den Entscheidungen dieser Herren, ohne jegliches Mitspracherecht ausgeliefert sind.
Das Abfallwirtschaftszentrum Nentzelsrode wird durch diese Entscheidung vor einem finanziellen Desaster stehen. Arbeitsplätze werden langfristig abgebaut werden. Die schon heute desolate Finanzlage des Kreises Nordhausen wird durch die fehlenden Einnahmen weiter drastisch verschärft. Neue Kredite zur Rekultivierung werden die Verschuldung jedes einzelnen Bürgers deutlich erhöhen. Unsere BI hat schon vor einem Jahr gefordert, der Landkreis Nordhausen sollen prüfen, ob ein Austritt aus dem ZAN möglich und eine Kooperation mit anderen Landkreisen, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen (z.B. Landkreis Osterode am Harz) ein machbarer Weg wäre. Leider wurde jegliche Information zurückgehalten, da man zu absoluter Verschwiegenheit verpflicht sei.
Jetzt wird das Gejammer groß sein. Auch der Nordhäuser Kreistag wird den Bürgern erklären müssen, warum diese Entscheidung so gefällt wurde. Fragen, auch bezüglich der Rücklagen, die wir Bürger mit unserer Entsorgungsgebühr bezahlt haben, müssen in aller Deutlichkeit gestellt werden. Wo sind diese? Für was wurden Sie verwandt? Oder sollte dieser Posten doch im Haushaltsplan des Kreise verborgen sein?
Wir Deutschen sind wahre Weltmeister, wenn es darum geht unseren Müll zu trennen. Die Müllmengen haben sich in den letzten Jahren dramatisch verringert. Vieles, was wir früher einfach weggeworfen haben wird heute einer neuen Nutzung zugeführt. Die Menschen sind heute bereit, schon beim Kauf auf unnötige Verpackungen zu verzichten. Das Pfandsystem findet bei der Bevölkerung großen Zuspruch. Unser Müll ist heute Wirtschaftsgut. Dieses Wirtschaftsgut über viele Kilometer zu transportieren um es dann einfach mit hohem energetischen Aufwand zu verbrennen, ist unter ökologischen Gesichtspunkten heute nicht mehr zu vertreten.
Müllverbrennungsanlagen können nur effektiv und kostenverträglich arbeiten, wenn große Mengen verbrannt werden können. Achten wir auf wenig Abfall, werden wir bestraft, in Form von hohen Entsorgungsgebühren. Diese Logik soll der ZAN den Bürger verständlicherweise erklären. In einem Brief, den die BI vom Geschäftsführer des ZAN, Herrn Sachse erhielt, erklärte dieser, der ZAN würde keine Politik betreiben sondern nur die Entscheidungen der Verbandsmitglieder umsetzen. Diese Entscheidungen müssen aber politisch sein. Sie sollten den Willen für eine bessere Zukunft wiederspiegeln. Sie sollten Zeichen setzen, das unsere Nordthüringer-Region neue, wenn auch nicht einfache Wege beschreiten will. Auch eine solche Entscheidung kann Wirtschaftsförderung sein. Die entsprechenden Damen und Herren in den Ämtern sind verpflichtet auch solche Entscheidungen unter dem Aspekt der nachhaltigen, wirtschaftlichen Entwicklung zu begleiten. Aus der Nordhäuser Verwaltung ist hier nur Schweigen zu vernehmen!
Das, was wir heute von unseren Verwaltungen verlangen müssen, sind kreative, umweltgerechte und innovative Entscheidungen. Mit dieser Entscheidung gibt der ZAN alle Zügel, oder besser gesagt, alle Steuerungsmittel aus der Hand. Es stellt sich die Frage, ob der ZAN nicht seine sofortige Auflösung vorbereiten sollte. Die Gehälter der Geschäftsführer werden wir brauchen, damit, wenn wir weiterhin weniger Müll erzeugen, die Gebühren bezahlbar gehalten werden.
Wir als Bürgerinitiative haben nur die Möglichkeit die Öffentlichkeit auf diese Fehlentwicklungen Aufmerksam zu machen. Die Zeche zahlen wir alle, die Nordthüringer genauso wie die Eichsfelder Bürger.
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue
Autor: nnzMit großer Aufmerksamkeit begleitete die BI Rettung der Goldenen Aue die Pläne des ZAN zum geplanten Abfallentsorgungskonzept für Nordthüringen ab 2005. Nach mehrmaligem Schriftwechsel mit dem ZAN wurde der BI immer beteuert, man könne beruhigt der Entscheidung entgegensehen. Die technikoffene Ausschreibung werde alle Faktoren berücksichtigen, die für ein nachhaltiges Entsorgungskonzept notwendig seien. Wie jetzt aus der Presse zu entnehmen war, wurde das, für die Bürger, für die Region und für eine wahrhaft nachhaltige Entwicklung denkbar schlechteste Konzept ausgewählt. Wir beteiligen uns am Müll-Tourismus!
Diese Entscheidung hat mit Nachhaltig nun überhaupt nichts zu tun. Einzig und allein einen Entsorgungspreis als Maßstab anzuwenden, ist ein Armutszeugnis, daß sich die führenden Verbandsräte unter Führung von Dr. Hennig ausstellen. Sich darauf zu verlassen, das die Entsorgungspreise der Müllverbrennung im Jahre 2005 deutlich unter denen einer innovativen, auf Müllreduzierung ausgerichteten Strategie liegen, wird schon durch wenige variable Faktoren, wie Kraftstoffpreise, Auslastung der Anlage etc. ins Wanken gebracht. Die Zeche zahlen wir, Bürger der Nordthüringer-Region, die den Entscheidungen dieser Herren, ohne jegliches Mitspracherecht ausgeliefert sind.
Das Abfallwirtschaftszentrum Nentzelsrode wird durch diese Entscheidung vor einem finanziellen Desaster stehen. Arbeitsplätze werden langfristig abgebaut werden. Die schon heute desolate Finanzlage des Kreises Nordhausen wird durch die fehlenden Einnahmen weiter drastisch verschärft. Neue Kredite zur Rekultivierung werden die Verschuldung jedes einzelnen Bürgers deutlich erhöhen. Unsere BI hat schon vor einem Jahr gefordert, der Landkreis Nordhausen sollen prüfen, ob ein Austritt aus dem ZAN möglich und eine Kooperation mit anderen Landkreisen, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen (z.B. Landkreis Osterode am Harz) ein machbarer Weg wäre. Leider wurde jegliche Information zurückgehalten, da man zu absoluter Verschwiegenheit verpflicht sei.
Jetzt wird das Gejammer groß sein. Auch der Nordhäuser Kreistag wird den Bürgern erklären müssen, warum diese Entscheidung so gefällt wurde. Fragen, auch bezüglich der Rücklagen, die wir Bürger mit unserer Entsorgungsgebühr bezahlt haben, müssen in aller Deutlichkeit gestellt werden. Wo sind diese? Für was wurden Sie verwandt? Oder sollte dieser Posten doch im Haushaltsplan des Kreise verborgen sein?
Wir Deutschen sind wahre Weltmeister, wenn es darum geht unseren Müll zu trennen. Die Müllmengen haben sich in den letzten Jahren dramatisch verringert. Vieles, was wir früher einfach weggeworfen haben wird heute einer neuen Nutzung zugeführt. Die Menschen sind heute bereit, schon beim Kauf auf unnötige Verpackungen zu verzichten. Das Pfandsystem findet bei der Bevölkerung großen Zuspruch. Unser Müll ist heute Wirtschaftsgut. Dieses Wirtschaftsgut über viele Kilometer zu transportieren um es dann einfach mit hohem energetischen Aufwand zu verbrennen, ist unter ökologischen Gesichtspunkten heute nicht mehr zu vertreten.
Müllverbrennungsanlagen können nur effektiv und kostenverträglich arbeiten, wenn große Mengen verbrannt werden können. Achten wir auf wenig Abfall, werden wir bestraft, in Form von hohen Entsorgungsgebühren. Diese Logik soll der ZAN den Bürger verständlicherweise erklären. In einem Brief, den die BI vom Geschäftsführer des ZAN, Herrn Sachse erhielt, erklärte dieser, der ZAN würde keine Politik betreiben sondern nur die Entscheidungen der Verbandsmitglieder umsetzen. Diese Entscheidungen müssen aber politisch sein. Sie sollten den Willen für eine bessere Zukunft wiederspiegeln. Sie sollten Zeichen setzen, das unsere Nordthüringer-Region neue, wenn auch nicht einfache Wege beschreiten will. Auch eine solche Entscheidung kann Wirtschaftsförderung sein. Die entsprechenden Damen und Herren in den Ämtern sind verpflichtet auch solche Entscheidungen unter dem Aspekt der nachhaltigen, wirtschaftlichen Entwicklung zu begleiten. Aus der Nordhäuser Verwaltung ist hier nur Schweigen zu vernehmen!
Das, was wir heute von unseren Verwaltungen verlangen müssen, sind kreative, umweltgerechte und innovative Entscheidungen. Mit dieser Entscheidung gibt der ZAN alle Zügel, oder besser gesagt, alle Steuerungsmittel aus der Hand. Es stellt sich die Frage, ob der ZAN nicht seine sofortige Auflösung vorbereiten sollte. Die Gehälter der Geschäftsführer werden wir brauchen, damit, wenn wir weiterhin weniger Müll erzeugen, die Gebühren bezahlbar gehalten werden.
Wir als Bürgerinitiative haben nur die Möglichkeit die Öffentlichkeit auf diese Fehlentwicklungen Aufmerksam zu machen. Die Zeche zahlen wir alle, die Nordthüringer genauso wie die Eichsfelder Bürger.
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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