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Sa, 09:49 Uhr
26.10.2002

nnz-Rückspiegel: 26. Oktober 2001

Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Botschafter und Tourismusambitionen


Botschafter zu Gast in Nordhausen
Heute empfingen Bürgermeister Klaus Wahlbuhl und der Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse den Botschafter des Sultanats Brunei, Dato Padukahaji Mohd Adnan Buntar, zu einem Gespräch im Nordhäuser Rathaus. Das Treffen war auf Initiative von Bundestagsabgeordneten Eckart Ohl (SPD), der mit dem Botschafter gemeinsam das Nordthüringer Gebiet bereist, möglich geworden.


Brunei, ein Sultanat an der Nordwest-Küste Borneos, ist mit seinen 380 000 Einwohnern, vorallem durch seinen Ölreichtum, eines der reichsten Länder der Welt. Der Botschafter erläuterte, dass das Sultanat aber durch die schwankenden Ölpreise weitere wirtschaftliche Möglichkeiten sucht. „Wir starteten deshalb eine internationale Offensive und wollen besonders durch Jointventure in Europa Fuß fassen, aber auch europäische Investoren für Brunei gewinnen,“ fährt er weiter fort.

Der Botschafter hofft, dass die Zusammenarbeit zwischen Thüringer Wirtschafts- und Dienstleistungsunternehmen und den Behörden in Brunei relativ schnell und unbürokratisch möglich ist. Er zeigte sich beeindruckt von der Gastfreundschaft und von der Offenheit der Nordhäuser, mit der er seine Vorstellungen vortragen konnte. Besonderes Interesse besteht offensichtlich zu Fragen des Tourismus, der Metall- und Holzbranche und zu dem Dienstleistungssektor. Besonders in den Bereichen könnte er sich eine gute Zusammenarbeit vorstellen. Am 28. Januar 2002 wird eine hochrangige Wirtschaftsdelegation von Brunei in Deutschland sein. Kommunalpolitiker und Unternehmer aus Nordthüringen wurden ausdrücklich zu dieser Beratung eingeladen. ...ausführlich im nnz-Archiv


Tourismusambitionen
Die Stadt Nordhausen scheint mit der Tourismuswerbung ernst zu machen. Nach einem entsprechenden Beschluss des Stadtrats vom Mittwoch, der ohne weitere Debatte angenommen wurde, wird die Stadt Mitglied im „Städtetourismus in Thüringen e.V.“ Der Beschluss des Stadtrates scheint sinnvoll und ermöglicht der Stadtverwaltung bzw. dem Kulturamt, die Rolandstadt mit allen ihren Eigen- und Besonderheiten in die Werbung der bislang 18 Thüringer Städte innerhalb dieses Vereins einzubringen. Nun soll ja für diese Mitgliedschaft auch der zu zahlende Jahresbeitrag eine Rolle gespielt haben, der 1.800 Euro (3.520 DM) beträgt. Demgegenüber betrug der Jahresbeitrag beim regionalen „Tourismusverband Region Nordhausen e.V.“ 0,50 DM je Einwohner und beträgt nach der Gebührenordnung des nunmehrigen „Tourismusverband zwischen Brocken und Kyffhäuser e.V.“ 0,30 DM je Einwohner. Es ist leicht auszurechnen, was Nordhausen danach zu zahlen hatte. Und noch zu zahlen hat, denn ganz offensichtlich ist ja die Mitgliedschaft im Städtetourismus nicht als Alternative zum regionalen Tourismusverband zu verstehen, sondern als zusätzliche Mitgliedschaft.

Zwar hatte die Stadt vor etwa 18 Monaten gegenüber dem Verband einseitig eine „ruhende“ Mitgliedschaft erklärt, weil sie sich dort nicht (mehr) angemessen vertreten sah, nur sieht die Satzung des regionalen Verbandes eine so geartete Mitgliedschaft gar nicht vor. Es ist auch kein Stadtratsbeschluss bekannt, der auf einen Austritt der Stadt aus dem regionalen Tourismusverband hinausliefe. Fordert der Tourismusverband die Beiträge aus der Zeit dieser „ruhenden“ Mitgliedschaft nach, was er schon im Interesse der Gleichbehandlung der Mitglieder tun müsste, wird es für die Stadtverwaltung sehr, sehr teuer.

Dass Stadt und Stadtrat diese Entwicklung hinnehmen bzw. noch fördern, ist zumindest bei der derzeitigen Haushaltslage der Stadt Nordhausen nicht recht zu verstehen, wenn man nicht davon ausgeht, dass der Tourismus in Nordhausen in den nächsten Jahren einen derartigen Aufschwung nimmt, dass der Aufwand gerechtfertigt schiene. Wer könnte wohl so optimistisch sein? Wie aus dem Kulturamt der Stadt verlautet, dürfe die Mitgliedschaft der Stadt im Städtetourismus nicht als Konkurrenz zur Arbeit des regionalen Tourismusverbandes gesehen werden. Nun versteht sich das ja nach den obigen Ausführungen von selbst.

Im übrigen ergibt sich auch aus der Satzung des Vereins „Städtetourismus in Thüringen e.V.“ keine Überschneidung. Profitieren wird nach Sachlage vor allem der regionale Tourismusverband, denn die Stadt Nordhausen ist mit Abstand der größte Beitragszahler, der damit die Arbeit des Verbandes für die Region ganz beträchtlich fördert. Die Stadt Nordhausen kann demgegenüber im Städtetourismus ein individuelles Engagement durch Prospekte, Teilnahme an Messen, Workshops u.a.m. zeigen. Das übrigens im Mitgliedsbeitrag nicht beinhaltet ist. Der Tourismuswerbung auf breiter, aber gleichzeitig auch spezieller Basis steht also nichts mehr im Wege.
Autor: nnz

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