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Mo, 09:55 Uhr
05.10.2009

Basis soll reagieren

Knapp eine Woche nach der Entscheidung der Thüringer SPD-Spitze für Koalitionsverhandlungen mit der CDU macht die Basis weiter mobil. Jetzt ist ein Schreiben mit Einladung verschickt worden.


Nicht ein Sonderparteitag, sondern ein Basistreffen am kommenden Samstag soll die Stimmungslage der freistaatlichen Sozialdemokratie erkunden. Und so ist in dem Rundbrief folgenden zu lesen:

„Liebe Genossinnen und Genossen,
unsere Partei ist nach den Landtags- und Bundestagswahlen in einer kritischen, ja dramatischen Lage. Auf der Bundesebene haben wir ein Ergebnis erzielt, das weit entfernt von den Ansprüchen einer Volkspartei liegt. Ohne eigene Machtperspektiven für eine „Mehrheit links von der CDU“ (Willy Brandt) droht der gesamtgesellschaftliche Gestaltungsanspruch der SPD verloren zu gehen.

Bei den Thüringer Landtagswahlen haben wir zum wiederholten Male hintereinander ein Ergebnis unter 20 Prozent erzielt. Erstmals blieben wir bei einer Bundestagswahl selbst noch unter dem schlechten Landtagsergebnis. Eine selbstkritische Analyse dieser Ergebnisse findet in den Landesgremien unserer Partei nicht statt.

Diese Wahlniederlagen in Land und Bund haben viele Ursachen, aber eine gemeinsame Grundtendenz: die SPD wird nicht mehr mit ihrem ursprünglichen Kernthema „Soziale Gerechtigkeit“ identifiziert! Auch deshalb bedarf es einer breiten innerparteilichen Debatte.

An der Parteibasis der Thüringer Sozialdemokratie gibt es breite Mehrheit für ein rotgrünrotes Projekt. In der Thüringer Bevölkerung gibt es eine relative Präferenz für dieses Projekt (infratest dimap). Die mehrheitliche Entscheidung des Landesvorstands für schwarz-rot kann daher nicht beanspruchen, die Partei zu repräsentieren.

Die SPD wurde in der DDR von Sozialdemokraten nicht wieder gegründet, um 20 Jahre nach der demokratischen Revolution die Entscheidungen von Parteiführungen kritiklos hinzunehmen. Viele Genossinnen und Genossen sind jetzt nach der Entscheidung des Landesvorstands enttäuscht, einige sind bereits ausgetreten oder spielen mit den Gedanken auszutreten. Wir möchten alle auffordern: Bleibt in der SPD! Sorgt mit dafür, dass es eine breite innerparteiliche Debatte an der Basis über die Entscheidung des Landesvorstands gibt. Gebt Euren Landesvorstandsmitglieder, Delegierten und Funktionären ein klares Votum mit auf den Weg.

Wir wollen der sozialdemokratischen Basis ein Forum bieten, um gemeinsam über die entstandene Lage und rotgrünrote Perspektiven zu diskutieren. Deshalb laden wir Euch zu einem Basistreffen ein.“


Für den Initiativkreis haben unter anderem unterschrieben: Prof. Dr. Olaf Struck, Wolfgang Lemb, Andreas Bausewein, Dr. Nobert Vornehm oder Marion Philipp.
Autor: nnz/kn

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Kommentare
H.Buntfuß
05.10.2009, 16:07 Uhr
SPD ein Wunderland?
Es ist schön zu sehen, dass sich die Basis der SPD endlich dazu aufrafft, ihren sich selbst beweihräuchernden und sich gottähnlich sehenden Gurus – wie Frau Rinke und Herrn Matschie – auf die Finger zu hauen.

Die Basis hat wohl doch begriffen, das nun Schluss sein muss mit der Verdummung des Volkes durch ihre Parteiführung. Bleibt ihnen nur zu wünschen, dass sie sich durchsetzen gegen die Unvernunft ihrer „Könige“.

Ich freue mich jetzt schon auf den Kommentar von Ptolemaios XII. König von Ägypten („auletes“)!
altmeister
05.10.2009, 16:16 Uhr
Richtig nachdenken!
Wann wird richtig über Ursachen solcher Schlappen nachgedacht? Das Ergebnis der CDU bei der Landtagswahl wurde als eigener Erfolg gefeiert, trotz der eigenen Verluste!

Es wurde der LINKEN zugearbeitet, ohne Rücksicht auf den eigenen Gesichtsverlust. Hauptsache war "Althaus abwählen".

Ein auf die Abwahl einer Person ausgerichteter Wahlkampf kann kein eigenes Profil darstellen!
Über die eigenen personellen Fehler mit ihren Auswirkungen wird nicht nachgedacht.

Welcher Ex-Kanzler machte im teuren Nobelanzug, mit einem sicherem Super-Einkommen durch einen russischen Gaslieferanten, für "seine" SPD Werbung?

Da sollte mal über das Gesicht der SPD nachgedacht werden, sollte überlegt werden, warum dieser Kanzler zusammen mit den Grünen nicht mehr für den kleinen Bürger getan hat. Für sich selbst hat er ja das Maximum herausgeholt!
Wie schon an anderer Stelle von mir dargestellt, sollte die SPD über eine Zusammenarbeit mit den LINKEN gut nachdenken, die Gefahr des Vereinnahmens ist nicht von der Hand zu weisen.

Es ist nur von Vorteil, wenn keine der äußersten Parteien mit ihren weltfremden Versprechungen Regierungsverantwortung übernehmen, Wege für die Umsetzung und Verwirklichung können durch diese nicht dargestellt werden.

Letztendlich ist festzustellen, dass die CDU als stärkste Partei bestätigt wurde, also ist wohl auch anzunehmen, dass es der Wille der Wähler ist diese Partei in der Regierungsverantwortung zu sehen!
Oder sehen das die Initiatoren dieses Briefes als falsches Verstehen von Demokratie?
auletes
05.10.2009, 17:15 Uhr
Lieber Werner
auletes ist müde geworden, immer wieder gebetsmühlenhaft das gleiche zu schreiben... Bisher hat noch keiner auf meinen letzten Beitrag: Morddrohungen.... reagiert.

Bausewein und die Mitunterzeichner sollten sich gut überlegen, ob es weiterhin Sinn Macht, den Linken in die Hände zu spielen. Viel interessanter wäre doch mal zu wissen, worin eigentlich noch aus ihrer Sicht die Unterschiede zukunftsweisender sozialdemokratischer Politik zu den Linken bestehen könnten. Damit man am Ende durch den Wähler nicht noch mit denen verwechselt wird.

Im übrigen bin ich weder König noch "Parteisoldat" sondern habe einen ganz normalen Beruf, der mit direktem Politikmachen nichts zu tun hat und mich ganz redlich ernährt. Man nennt Leute wie mich auch Freiberufler. Daher kann ich hier meine Meinung ganz unabhängig und unvoreingenommen hier vortragen, ohne Anspruch in jedem Falle recht zu haben oder andersdenkende beschimpfen zu müssen...

Es geht mir um eine reine sachliche Auseinandersetzung ohne Ansehen von Personen...
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