Mo, 10:24 Uhr
05.10.2009
Vier Sterne im Südharz
Einst gab es am Rande von Sülzhayn, in einem wunderschönen Park, ein Hotel, dessen Name Parkhotel lautete. Das Parkhotel ist nun Geschichte. Die nnz auf Spurensuche und der Entdeckung des Neuen.
Am vorletzten Tag des Monats September bekam Rita Tölle Besuch. Die Vertreter des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) nahmen eine Begehung des Hotels vor, die wiederum für die Klassifizierung der Herberge Voraussetzung ist. Rita Tölle ist ein wenig nervös, sie hat sich aufgeschrieben, was sie der nnz sagen darf: Einer Klassifizierung mit vier Sternen bis 2012 steht nichts mehr im Wege.
Damit ist ein weiterer Baustein auf dem Wege des Neuanfangs eingeordnet worden. Einer der ersten Teile des Puzzles war die Änderung des Namens. Aus dem Parkhotel wurde das Waldhotel Sülzhayn. Mit einem Team von neun Mitarbeitern will Rita Tölle das Wagnis der Selbständigkeit nun in Angriff nehmen. Ich habe doch nichts anderes als Gastronomie gelernt. Ich habe den Neustädter Hof mit aufgeschlossen und leider in diesem Jahr auch mit zugeschlossen, erzählt die Frau von ihrem Engagement im Südharz.
Man kennt die Frau in dieser Region, von der kulinarischen Begleitung diverser Bälle und Empfänge, man kennt sich von Prüfungen der Auszubildenden bei der IHK. Doch, damals, vor zwei Jahren, im Neustädter Hof, begann der Abstieg der gehobenen Gastronomie im Südharz. Insider wissen woran es lag. Auf den Punkt gebracht: Laien sollten sich nicht ins Geschäft stürzen ohne auf Fachleute zu hören. Die Konsequenz aus diesem Handeln ist bekannt, ebenso der Umzug der Hof-Mannschaft in das Parkhotel. Doch auch am Rande von Sülzhayn gab es Probleme, über die Frau Tölle kollegialerweise nicht reden mochte. Das war einmal. Es hilft nicht weiter, es ist nicht zielführend, wie heute gesagt wird.
Zielführend soll für Rita Tölle der 28. August gewesen sein, an diesem Tag übernahm die Fachfrau die Leitung des Waldhotels und will es nun – Schritt für Schritt – zu alter Bekanntheit führen. Die vier Sterne, die gibt es letztlich für die Hotel-Hardware wie die Ausstattung der Zimmer. Der Service ist dabei nicht berücksichtigt.
Und gerade hier sollen auch die vier Sterne glänzen. Mit Höflichkeit statt Arroganz. Mit Individualismus statt Ignoranz. Mit neuen Marketingformen sollen alte und neue Gäste (wieder) geworben werden. Der typische Südharz-Urlauber kommt zwei Nächte, drei Tage, um sich zu erholen. Die Zwei-Wochen-Ausflüge gehören der Vergangenheit an.
Rita Tölle will nun einen aufrichtigen und geradlinigen Weg gehen: Für die Gäste, aber natürlich auch für sich selbst, für ihren wirtschaftlichen Erfolg, schließlich auch für das Team, das ihr und ihrer Erfahrung und auch ihrem Mut vertraut. Doch es gibt auch Menschen in dieser Region, die den Waldhotel-Machern den Erfolg neiden. Da gibt es unangenehme anonyme Anrufe, deren Inhalt hier nicht notiert werden soll. Da werden beständig Speisekarten aus dem Aushang vor dem Hotel abgerissen.
Letztlich halte ich es da mit dem Slogan eines Bekannten: Neid muss man sich erarbeiten. Auf diesem Weg befinden sich Rita Tölle und die neun Mitarbeiter, die sich um mehr als die 38 Zimmer im Wald bei Sülzhayn kümmern.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzAm vorletzten Tag des Monats September bekam Rita Tölle Besuch. Die Vertreter des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) nahmen eine Begehung des Hotels vor, die wiederum für die Klassifizierung der Herberge Voraussetzung ist. Rita Tölle ist ein wenig nervös, sie hat sich aufgeschrieben, was sie der nnz sagen darf: Einer Klassifizierung mit vier Sternen bis 2012 steht nichts mehr im Wege.
Damit ist ein weiterer Baustein auf dem Wege des Neuanfangs eingeordnet worden. Einer der ersten Teile des Puzzles war die Änderung des Namens. Aus dem Parkhotel wurde das Waldhotel Sülzhayn. Mit einem Team von neun Mitarbeitern will Rita Tölle das Wagnis der Selbständigkeit nun in Angriff nehmen. Ich habe doch nichts anderes als Gastronomie gelernt. Ich habe den Neustädter Hof mit aufgeschlossen und leider in diesem Jahr auch mit zugeschlossen, erzählt die Frau von ihrem Engagement im Südharz.
Man kennt die Frau in dieser Region, von der kulinarischen Begleitung diverser Bälle und Empfänge, man kennt sich von Prüfungen der Auszubildenden bei der IHK. Doch, damals, vor zwei Jahren, im Neustädter Hof, begann der Abstieg der gehobenen Gastronomie im Südharz. Insider wissen woran es lag. Auf den Punkt gebracht: Laien sollten sich nicht ins Geschäft stürzen ohne auf Fachleute zu hören. Die Konsequenz aus diesem Handeln ist bekannt, ebenso der Umzug der Hof-Mannschaft in das Parkhotel. Doch auch am Rande von Sülzhayn gab es Probleme, über die Frau Tölle kollegialerweise nicht reden mochte. Das war einmal. Es hilft nicht weiter, es ist nicht zielführend, wie heute gesagt wird.
Zielführend soll für Rita Tölle der 28. August gewesen sein, an diesem Tag übernahm die Fachfrau die Leitung des Waldhotels und will es nun – Schritt für Schritt – zu alter Bekanntheit führen. Die vier Sterne, die gibt es letztlich für die Hotel-Hardware wie die Ausstattung der Zimmer. Der Service ist dabei nicht berücksichtigt.
Und gerade hier sollen auch die vier Sterne glänzen. Mit Höflichkeit statt Arroganz. Mit Individualismus statt Ignoranz. Mit neuen Marketingformen sollen alte und neue Gäste (wieder) geworben werden. Der typische Südharz-Urlauber kommt zwei Nächte, drei Tage, um sich zu erholen. Die Zwei-Wochen-Ausflüge gehören der Vergangenheit an.
Rita Tölle will nun einen aufrichtigen und geradlinigen Weg gehen: Für die Gäste, aber natürlich auch für sich selbst, für ihren wirtschaftlichen Erfolg, schließlich auch für das Team, das ihr und ihrer Erfahrung und auch ihrem Mut vertraut. Doch es gibt auch Menschen in dieser Region, die den Waldhotel-Machern den Erfolg neiden. Da gibt es unangenehme anonyme Anrufe, deren Inhalt hier nicht notiert werden soll. Da werden beständig Speisekarten aus dem Aushang vor dem Hotel abgerissen.
Letztlich halte ich es da mit dem Slogan eines Bekannten: Neid muss man sich erarbeiten. Auf diesem Weg befinden sich Rita Tölle und die neun Mitarbeiter, die sich um mehr als die 38 Zimmer im Wald bei Sülzhayn kümmern.
Peter-Stefan Greiner


