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Di, 17:38 Uhr
22.09.2009

„Das hat ’s bei uns nicht gegeben!“

Trotz aller Behauptungen, die Wurzeln des Faschismus restlos ausgerottet zu haben – auch in der DDR blieben unter dem Deckmantel des staatlich verordneten Antifaschismus judenfeindliche Vorbehalte und antisemitische Einstellungen verbreitet. Eine Ausstellung soll das jetzt thematisieren...


Diesem lange tabuisierten Thema widmet sich die Wanderausstellung der Amadeu Antonio Stiftung (Berlin), die nun in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora in Nordhausen gezeigt wird. Die Eröffnungsveranstaltung findet am Mittwoch, dem 30. September 2009, um 18 Uhr statt: Nach der Begrüßung durch den Leiter der Gedenkstätte, Dr. Jens-Christian Wagner, spricht Heike Radvan von der Amadeu Antonio Stiftung zur Einführung in das Thema sowie über die Entstehung und Rezeption der Ausstellung. Im Anschluss ist Gelegenheit für einen ersten Rundgang.

Die Ausstellung beschäftigt sich mit antijüdischen Vorfällen und Tendenzen in verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Bereichen: beleuchtet werden etwa der Antizionismus in Politik und Medien der DDR oder offenkundig rechtsextreme Vorfälle der 1980er Jahre; ferner geht es anhand lokaler Beispiele um den Umgang mit jüdischen Friedhöfen sowie um das Gedenken und Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus.

Hervorgegangen ist die Schau aus der Projektarbeit mit Schülern. In acht Städten in der ehemaligen DDR begaben sich insgesamt 76 Jugendliche ein Jahr lang auf Spurensuche, wie sich in ihrer Heimatstadt Antisemitismus geäußert hat. Sie haben Zeitzeugen befragt, Akten gesichtet und alte Zeitungen studiert. „Das hat’s bei uns nicht gegeben!“, bekamen sie bei ihren Recherchen häufig zu hören.

Doch zeigen die Ergebnisse der Recherchen etwas anders. Sie werden in der Ausstellung auf 36 Tafeln mit Texten, Fotos und Dokumenten sowie in drei Medienstationen vorgestellt. Die Präsentation der Ausstellung vom 1. Oktober bis 15. November 2009 wird gefördert vom Lokalen Aktionsplan Nordhausen im Rahmen des Bundesprogramms "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie".
Autor: nnz

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