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Di, 15:31 Uhr
22.09.2009

Tag des Geotops in der „Goldenen Aue“

Unterwegs im Geotop (Foto: privat) Unterwegs im Geotop (Foto: privat)
Bereits zum achten Mal widmeten sich am vergangenen Sonntag deutschlandweit Veranstaltungen dem „Tag des Geotops“. Auch im Geopark Kyffhäuser waren wieder Möglichkeiten zur geologischen Zeitreise gegeben. Die „Goldene Aue“ im Landkreis Nordhausen war in diesem Jahr mit einer Exkursion in die „Windleite“ vertreten. Wir haben einen Rückblick in Wort und Bild(ern)...


Bei schönem Wanderwetter begann kurz nach 10.00 Uhr unter fachlicher Führung des Dipl. Geologen Norbert Stuth von der Fachhochschule Nordhausen die geologische und naturwissenschaftliche Wanderung aus der „Goldenen Aue“ in die „Windleite“ und zurück. Unterwegs gab es viel zu erzählen. Höhepunkte der Rundwanderung waren 2 Aufschlüsse: ein Lössprofil aus dem Quartär (Weichel-Glazial) und ein auflässiger Steinbruch mit Gesteinen des Mittleren Buntsandsteins (Volpriehausen-Folge).

In den lang gestreckten Erosionstälern am nordöstlich flachen Hang der Windleite, die vor allem Wind und Wetter heraus modelliert haben, sind häufig 4-6 m mächtige und im Eichental auf einer Länge von 150 m freigelegte Lösskörper entstanden. Das ockergelbe bis graugelbe und kaum geschichtete Lockergestein entstand aus feinsten Bestandteilen der vegetationsfreien Landschaft der Grund- und Endmoränen im norddeutschen Tiefland.

Von den über dem polaren Eisschild abströmenden trockenen und kalten Winden während der letzen Eiszeit (Weichsel-Glazial) vor 12.000 bis 14.000 Jahren wurden sie ausgeweht und im Windschatten der Vorländer der deutschen Mittelgebirge quasi als „Eiszeitstaub“ wieder abgesetzt. Die Ablagerung erfolgte gleichmäßig und ununterbrochen. Der Löss besteht aus feisten Quarzkörnchen, die von staubfeinen Kalk umhüllt sind. Herkömmlich spricht man in Heringen an diesem Standort von der „Lehmgrube“.

Im oberen Teil, am Ende des Eichentales am Ochsenkopf, zeigt sich am auflässigen Steinbruch die für diesen Standort typische Abfolge des Mittleren Buntsandsteins. Die hier sichtbaren Ablagerungen bestehen aus einer Wechselfolge von Sand- und Tonsteinen.

Die Sandsteine der Rotweißen Wechselfolge sind fein- bis grobkörnig. Die Sandkörner haben eine festes kiesiges oder ein weiches tonig-eisenhaltiges Bindemittel. So erklärt sich der Wechsel zwischen den weniger und stärker ausgewitterten Bänken. Typisch sind rote und rotbraune Farben, die in gebleichten Horizonten auch grauweiß oder graugelb sein können.

Die Gäste waren von der Rundwanderung sehr angetan. Die Ausführungen und die Wissensfülle, die sich in der Natur auf einem relativ kleinem Areal zeigten, haben die Exkursionsteilnehmer sehr beeindruckt. Es wurden viele Fotos gemacht und angeregt diskutiert. Interessantes Informations- und Kartenmaterial war an Start und Ziel der Wanderung erhältlich.
Harald Karnstedt, Förderverein „Goldene Aue“ e.V.
Unterwegs im Geotop (Foto: nnz)
Unterwegs im Geotop (Foto: privat)
Unterwegs im Geotop (Foto: privat)
Autor: nnz/kn

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