Fr, 13:24 Uhr
18.09.2009
nnz-Betrachtung: Verwirrspiel in der Anstalt
Haben Sie noch den Überblick über die politischen Spielchen in Erfurt, geschweige noch den Durchblick? Nein – dann sind Sie nicht allein in der Anstalt...
Neues aus der Anstalt, das ist vermutlich noch die einzige Comedy, die sich ein normal interessierter Mensch antun kann. Das, was momentan Urban Priol und Georg Schramm da im ZDF aufbieten, ist jedoch zu toppen. Durch die Realität in Erfurt. Da wird hinter den Kulissen unsere neue Regierung ausgewürfelt. Jedes Lager hat allerdings die eigenen Konstellationen, man könnte sie auch Schreckensszenarien nennen. Wir wollen, mit Blick aus der Provinz, mal zwei dieser Möglichkeiten darstellen.
Also: In der CDU wird das Schreckgespenst Rot-Rot-Grün an die Wandzeitung genagelt. Eigentlich ist alles klar: Herr Matschie muss nach dem 27. September nach Berlin, wird dort versorgt, Herr Ramelow wird nicht Ministerpräsident und die Grünen mischen mit. Eine Frau soll es werden, bitte aber nicht die Frau Schwan. Soweit der Darstellungswahn der Christdemokraten.
Jetzt zu den sozialdemokratischen Wahnvorstellungen: Schwarz-Rot ist unausweichlich, schließlich wolle der Herr Matschie an die Macht. Der muss auf Geheiß von Berlin erst mal noch warten, wie die Wahlen ausgehen. Spätestens dann aber kann das System CDU nicht vernichtet werden, dann wird das System Lieberknecht installiert, wobei sich zwei Pfarrer wohl nicht so recht verstehen, wenn sie einen Kirchenkreis besetzen.
Der Herr Matschie soll gestern – als der Ramelow auf den Ministerpräsident verzichtet haben soll - das allen Kreisvorsitzenden in einer Telefonschalte mitgeteilt haben. Und natürlich haben die Matschie-Jünger da sofort aufgeschrieen und sich hinter den Christoph gestellt. Schließlich haben der und der Rest der Genossen dem Thüringer Wähler 18 Prozent der Stimmen abgerungen.
Man kann also sehr gespannt sein auf die Fortsetzung aus der Anstalt. Vielleicht sieht die folgendermaßen aus: In der entscheidenden ersten Sitzung des neuen Thüringer Parlaments schlägt die LINKE eine SPD-Frau als Ministerpräsidentin vor. Dann müssten CDU und SPD diese ablehnen, weil sie ja Frau Lieberknecht wählen wollen. Na, sind sie gespannt auf die Anstalt? Ich bin es.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz/knNeues aus der Anstalt, das ist vermutlich noch die einzige Comedy, die sich ein normal interessierter Mensch antun kann. Das, was momentan Urban Priol und Georg Schramm da im ZDF aufbieten, ist jedoch zu toppen. Durch die Realität in Erfurt. Da wird hinter den Kulissen unsere neue Regierung ausgewürfelt. Jedes Lager hat allerdings die eigenen Konstellationen, man könnte sie auch Schreckensszenarien nennen. Wir wollen, mit Blick aus der Provinz, mal zwei dieser Möglichkeiten darstellen.
Also: In der CDU wird das Schreckgespenst Rot-Rot-Grün an die Wandzeitung genagelt. Eigentlich ist alles klar: Herr Matschie muss nach dem 27. September nach Berlin, wird dort versorgt, Herr Ramelow wird nicht Ministerpräsident und die Grünen mischen mit. Eine Frau soll es werden, bitte aber nicht die Frau Schwan. Soweit der Darstellungswahn der Christdemokraten.
Jetzt zu den sozialdemokratischen Wahnvorstellungen: Schwarz-Rot ist unausweichlich, schließlich wolle der Herr Matschie an die Macht. Der muss auf Geheiß von Berlin erst mal noch warten, wie die Wahlen ausgehen. Spätestens dann aber kann das System CDU nicht vernichtet werden, dann wird das System Lieberknecht installiert, wobei sich zwei Pfarrer wohl nicht so recht verstehen, wenn sie einen Kirchenkreis besetzen.
Der Herr Matschie soll gestern – als der Ramelow auf den Ministerpräsident verzichtet haben soll - das allen Kreisvorsitzenden in einer Telefonschalte mitgeteilt haben. Und natürlich haben die Matschie-Jünger da sofort aufgeschrieen und sich hinter den Christoph gestellt. Schließlich haben der und der Rest der Genossen dem Thüringer Wähler 18 Prozent der Stimmen abgerungen.
Man kann also sehr gespannt sein auf die Fortsetzung aus der Anstalt. Vielleicht sieht die folgendermaßen aus: In der entscheidenden ersten Sitzung des neuen Thüringer Parlaments schlägt die LINKE eine SPD-Frau als Ministerpräsidentin vor. Dann müssten CDU und SPD diese ablehnen, weil sie ja Frau Lieberknecht wählen wollen. Na, sind sie gespannt auf die Anstalt? Ich bin es.
Peter-Stefan Greiner

